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Damit die Leber gesund bleibt

Wertvolle Tipps von Professor Hademar Bankhofer.
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Artischocke

Damit die Leber gesund bleibt

Sie wiegt bis zu zwei Kilo und nimmt mit diesem Gewicht in unserem Körper eine Spitzenstellung ein: Die Leber, die Entgiftungszentrale des Menschen. Dieses wunderbare Chemielabor in uns macht niemals Pause und arbeitet rund um die Uhr für unsere Gesundheit. Wenn wir zu viel, zu üppig und zu fett gegessen, wenn wir zu viel Alkohol getrunken, aber auch lange Zeit Medikamente genommen und wenn wir Nahrungsmittelzusätze konsumiert haben. Die Leber muss das alles wieder gut machen. Speziell in der kalten Jahreszeit sind die Belastungen für die Leber groß. Daher ist es gerade an diesen Tagen wichtig, dass wir ein Leberservice durchführen. Was kann man tun, damit die Leber gesund bleibt und ihre Entgiftungsarbeit optimal durchführen kann? Welche Nahrung ist dafür wichtig? Welche Heilkräuter und anderen Naturkräfte sind dafür notwendig? Gesundheitspublizist Prof. Hademar Bankhofer kennt die Antworten.

Worin besteht genau die Aufgabe der Leber?

Sie produziert viele Substanzen wie Eiweiße, Gallensäure und Cholesterin. Gleichzeitig achtet sie darauf, dass Zucker, Fette, Hormone und Vitamine im Körper in einem gesunden Gleichgewicht bleiben. Und nicht zuletzt muss sich die Leber mit unseren Abfallprodukten, mit falscher Ernährung und mit Alkohol auseinandersetzen. Also keine beneidenswerte Aufgabe. Die vielen Milliarden Leberzellen sind ein wahres Wunderwerk. Sie können sich regenerieren. Man muss sich das so vorstellen: Selbst, wenn Erkrankungen und Schadstoffe zwei Drittel der Leber zerstören, kann sich die Leber in der Regel wieder erholen und weiter arbeiten.

Die Leberzellen regulieren Tag für Tag nicht nur den Eiweiß-, den Fett- und den Zucker-Stoffwechsel, sondern managen auch den Haushalt der Mineralstoffe, Vitamine, Spurenelemente und Hormone. Sie sind nahezu an allen Lebensvorgängen beteiligt. Daher spricht man in der Medizin vom „Labor des Körpers“.

Wieweit kann die Leber verhindern, dass Gifte und andere Schadstoffe in den Körper gelangen können?

Vielfach gelingt es ihr. Die Leber spielt auch als Speicherorgan eine spezielle Rolle. Sie sorgt für Reserven an Zucker und Vitaminen. Sie bildet damit einen natürlichen Filter zwischen dem Darm und dem übrigen Organismus. Damit kann sie bis zu einem gewissen Grad verhindern, dass Schadstoffe und Krankheitserreger in den Blutkreislauf gelangen. Je gesünder und stärker die Leber ist, desto besser gelingt ihr das.

Wo liegt die Leber eigentlich genau?

Sie liegt im rechten Oberbauch und besteht aus zwei Teilen: den beiden sogenannten Leberlappen. Am rechten Leberlappen befindet sich die Gallenblase. Daher leistet die Leber auch als Drüse eine wichtige Arbeit. Sie stellt beispielsweise die Gallenflüssigkeit her.

Die in dieser Flüssigkeit enthaltenen Säuren zerlegen Fette und bereiten diese für die Verdauung vor.
Bevor die Gallenflüssigkeit in das Verdauungssystem gelangt, sammelt sie der Körper in der Gallenblase. Mit ihrer Hilfe steuert der Körper den Gallenfluss. Und dieser Gallenfluss wird durch die Aufnahme von Speisen angeregt. Manche Naturprodukte regen die Galle besonders an. Wie zum Beispiel die Artischocke, der Grünkohl, der Kürbis, Radieschen und Rettich.

Wann ist die Leber überfordert? Wann wird ihr die Arbeit zu viel?

Die Leber verzeiht Vieles, aber nicht alles. Zuviel Alkohol und eine unentwegte fette Ernährung schaden ihr. Wobei man aufpassen muss: Gar kein Fett ist auch wieder schlecht für die Leber. Prof. Dr. Steven Zeisel von der Universität North Carolina hat das eingehend untersucht. Wenn jemand - zum Beispiel bei einer fettfreien Diät - extrem Fett meidet, dann kann es zu Leberproblemen kommen. Unsere Leberzellen brauchen zum Leben und Arbeiten Lecithin, und zwar daraus das Cholin. Das bekommen sie über Fette. Wenn Leberzellen gar kein Fett zugeführt bekommen, werden sie krank und sterben ab.

Auch Umweltschadstoffe in zu großen Mengen, Viren, Bakterien und Parasiten sowie bestimmte Medikamente machen dem Organ Leber zu schaffen. Sehr wichtig zu wissen: Auch Lebensmittel, die von Schimmelpilz befallen sind, wenn auch nur sehr gering, belasten die Leber enorm.

Was geschieht bei einer Fettleber im Labor des Körpers?

Bei der Fettleber steigt der Fettgehalt in den Leberzellen stark an. Die Leber vergrößert sich, nimmt an Gewicht zu, im Extremfall wiegt sie bis zu sechs Kilo. So eine Verfettung zählt in den Industrieländern zu den häufigsten krankhaften Veränderungen des Organs. Die Ausgangsbasis sind falsche Ernährung, Übergewicht und zu viel Alkohol. Der Alkohol kann auch zu Leberzirrhose führen. Dabei sterben die Leberzellen ab.

Wie erkennt man als Laie, dass die Leber nicht richtig arbeitet?

Das ist oft sehr schwierig. In vielen Fällen verlaufen Leberstörungen zunächst ohne auffällige Symptome.
Außerdem gibt es für viele Leberprobleme keine eindeutigen Anzeichen wie für andere Erkrankungen. Im Allgemeinen sollte man auf folgende Symptome achten und zum Arzt gehen: bei Müdigkeit, Leistungsverminderung, Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Oberbauchbeschwerden, immer wieder Blähungen, Verstopfung oder Durchfall. Die Gesichtsfarbe wirkt schmutzig-grau, weil sich die Melaninpigmente vermehren. Weiters eine knallrote Zunge, eventuell auch Haarausfall. Wenn jemand selbst den Verdacht hat, er könnte Probleme mit der Leber haben: Niemals den Arztbesuch hinausschieben. Je früher die Diagnose einer Leber- und Gallenerkrankung vorliegt, desto höher liegen die Heilungschancen.

Was alles tut der Leber gut? Womit kann man der gesunden Leber Kraft geben?
  • Erstens natürlich den Alkoholkonsum reduzieren. Das schätzt sie sehr.
  • Weiters allzu Üppiges und fettes Essen meiden.
  • Viel Wasser trinken, damit Giftstoffe schneller ausgeschwemmt werden können.
  • Lebensmittel - vor allem Obst und Gemüse, das roh verzehrt wird - gründlich waschen. Und wenn man die Chance hat, aus biologischem Anbau konsumieren.
  • Verschimmelte und andere kaputte Lebensmittel weggeben. Auch wenn nur ein kleines Stück im Brot verschimmelt ist, so ist das ganze Brot von fast unsichtbaren Schimmelfäden durchzogen und enthält Gifte. Also nicht ausschneiden, sondern komplett entsorgen. Schimmelpilze können Leberkrebs verursachen.
Welche Naturkräfte geben der Leber gezielt Kraft?
  • Die Inhaltstoffe der Mariendistel schützen die Leberzellen und beschleunigen ihre Regeneration. Das macht der Inhaltstoff Silymarin. Er beschleunigt die Reparatur von Leberzellen und verhindert, dass geschädigte Leberzellen im Gewebe irreparabel werden. Mit der Stärkung der Leber verbessert die Mariendistel auch die gesamte Verdauung. Man trinkt Mariendisteltee aus dem Mariendistelsamen. Und man kann Mariendistelpräparate in der Apotheke bekommen.
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  • Neue Kraft kann man der Leber auch geben, wenn ihr die Bitterstoffe aus dem Heilkraut Salbei zuführt. Trinken Sie eine Woche lang jeden Tag einen halben Liter Salbeitee, der aber ganz speziell zubereitet werden muss: In einen halben Liter kaltes Wasser kommen eineinhalb Esslöffel getrocknete Salbeiblätter aus der Apotheke. Das Ganze bringt man nun zum Kochen - für drei Minuten. Vorsicht, es schäumt sehr. Dann durchseihen, eine Thermoskanne füllen und lauwarm über den Tag verteilt trinken.
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  • Die Artischocke ist eine besonders wichtige und wertvolle Pflanze für unsere Leber. Sie gibt der gesunden Leber enorme Kraft und übt einen Schutzeffekt auf die Leberzellen aus. Die Inhaltstoffe Cynarin und Cynaridin sowie andere Flavonoide fangen zellschädigende Stoffe ab, die sogenannten freien Radikale, verstärken aber auch den Gallenfluss, indem sie die Leberzellen zur Produktion von Gallensäure anregen. Sie können aber auch lädierte Leberzellen wieder regenerieren. Entdeckt hat die Wirkstoffe in der Artischocke der bulgarische Wissenschaftler Prof. Dr. Maros im Jahr 1968.
  • Man kann Kuren für die Leber mit Artischockensaft durchführen, aber auch mit Artischocken-Präparaten, die allerdings aus Artischockenblättern gewonnen werden, die noch mehr von diesen Wirkstoffen enthalten. Prof. Dr. Fintelmann hat schon vor Jahren damit große Erfolge zur Stärkung der Leber nachgewiesen. Es macht aber durchaus vorbeugend Sinn, regelmäßig Artischocken in den Speiseplan einzubauen, um der Leber etwas Gutes zu tun. Beim Artischockensaft nimmt man im Rahmen einer Leberkur einige Zeit drei Mal täglich zwei Esslöffel Frischpflanzensaft aus dem Reformhaus in etwas Wasser verrührt zu sich.
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  • Auch die Stutenmilch wird zur Stärkung der Leber eingesetzt. Im 19. Jahrhundert gab es in Russland viele Stutenmilch-Kurzentren, in denen leberkranke Alkoholiker erfolgreich behandelt wurden. Stutenmilch gibt es heute tiefgefroren, als Pulver, als Konzentrat und als Präparate in der Apotheke und im Reformhaus.
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  • Weitere Heilpflanzen wie Salbei, Löwenzahn, Schöllkraut oder die Gelbwurz fördern durch ihre Bitterstoffe den Gallenfluss in den Darm. Sie sorgen dafür, dass sich die Gallenblase besser entleert. Außerdem lösen sie Verkrampfungen im Bereich der Gallenwege. Manche niedergelassenen Ärzte kombinieren mehrere Heilkräuter als Tees oder Präparate, weil sie verschiedene Ansatzpunkte haben und der Leber gemeinsam mehr Kraft geben.
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  • Wer mithelfen will, dass Schadstoffe und Gift schneller aus der Leber ausgeschieden werden, der sollte Löwenzahn-Frischpflanzensaft aus dem Reformhaus einsetzen. Drei Mal täglich zwei Esslöffel vom Löwenzahn-Saft in etwas Wasser verrührt, langsam in kleinen Schlucken trinken. Hier kommt der Wirkstoff Taraxacin aus den Löwenzahnblättern zum Einsatz.
Mit welcher Ernährung kann man der Leber helfen?

Der österreichische Arzt Dr. Ulf Böhmig hat nach umfangreichen Studien den Begriff Leber-Jogging geprägt. Dazu gehört der Einsatz bestimmter Lebensmittel für die Leber: Rote Rüben-Saft, Magerjoghurt, Vollkornbrot, das einen Tag alt ist, Gurken, Brokkoli, Karotten, Sellerie, Radieschen, Scholle, Holundersaft, Gemüsebrühe. Und etwas Butter. Die Leberzellen mögen Butter.

Die Leber wird in ihrer Entgiftungsarbeit aktiviert, wenn man zehn Tage lang jeden Morgen - am besten zum Frühstück - bloß 1/8 Liter Karottensaft aus biologischem Anbau mit drei Tropfen Olivenöl trinkt.

Kann man äußerlich etwas für die Leber tun?
  • Heublumen-Wickel: Zwei Handvoll Heublumen aus der Apotheke werden in zwei Liter kochendem Wasser überbrüht, 15 Minuten ziehen lassen, durchseihen. Leinentuch eintauchen, leicht auswringen, auf den Oberbauch legen, darüber ein Baumwolltuch, darüber eine Decke. Ins Bett legen. Über die Poren werden Gifte aus der Haut getrieben. Ideal: die Kombination mit Mariendisteltee.
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  • Einmal oder zweimal am Tag sollte man sich für 30 Minuten entspannt flach hinlegen. Dabei wird die Durchblutung der Leber angeregt, was die Entgiftung aktiviert.
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  • Wannenbad mit Heublumen-Absud, zehn Minuten bei 38 Grad Celsius, dann den Oberbauch sehr warm duschen mit 42 Grad Celsius, gut abtrocknen und ins Bett legen.
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  • Akupressur-Griff zum Anregen der Leber: Finger ineinander verzahnen, Handballen reiben, bis sie sehr warm werden.
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  • 20 tiefe Atemzüge in freier Natur machen. Sauerstoff aktiviert die Leber und fördert den Entgiftungsprozess. Beim Einatmen Arme seitlich hochheben, Brustkorb dehnen, beim Ausatmen Arme senken, Brustkorb einsinken lassen.
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  • Auch Lachen verbessert die Leberfunktion.
In der Naturmedizin wird immer wieder eine Saftkur für die Leber empfohlen. Was muss man da trinken?

Da trinkt man am Morgen 1/8 Liter Karottensaft, vormittags 1⁄4 Liter Rote Rüben Saft, mittags nach dem Essen 1⁄4 Liter Holunderbeerensaft, nachmittags 1/8 Liter Tomatensaft zimmerwarm und abends wieder ein Glas Rote Rüben Saft.

Ein Gesundheits- & Ernährungsgespräch mit Professor Hademar Bankhofer auf 55PLUS-magazin.net.

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