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Gesunde Zähne - gesunder Körper

Prof. Hademar Bankhofer räumt mit veralteten Behauptungen auf.
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Hademar Bankhofer -  Zahnpflege

Gesunde Zähne – gesunder Körper

Ganz ehrlich: Wann waren Sie das letzte Mal beim Zahnarzt? Man sollte ja alle sechs Monate zu einer Routine-Untersuchung gehen und Zahnhygiene machen lassen, damit es eines Tages keine bösen Überraschungen gibt: Zahnschmerzen, eine lockere Zahnfüllung, Zahnfleischbluten. Mundhygiene und Zahnpflege sind wichtiger für die allgemeine Gesundheit als manche denken. In diesem Zusammenhang mahnt TV-Gesundheitsexperte Prof. Hademar Bankhofer zur Vorsicht: Vertrauen Sie nur dem Rat des Zahnarztes. Glauben Sie nicht immer, was Ihnen Freunde, Verwandte oder Nachbarn erzählen. Es wird vieles behauptet, was nicht stimmt.

Behauptung „Man sollte gleich nach dem Essen Zähne putzen“

Zahnmediziner warnen davor: „Diese Regel kann man so nicht akzeptieren!“
Messungen haben ergeben: Unmittelbar nach dem Essen schadet das Zähneputzen sogar der Gesundheit, in erster Linie dem Zahnschmelz, einer Schutzschicht, die immerhin viele Jahre - nach Möglichkeit ein ganzes Leben - halten soll. Nahrungsmittel, die Säuren enthalten, greifen diesen Zahnschmelz an. Er wird weich, weil die Säuren Kalzium und Phosphat aus der harten Schutzschicht herauslösen. Wer die Zähne unmittelbar nach dem Essen putzt, reibt damit auch ein Stück des aufgeweichten Zahnschmelzes ab. Dieses Material ist dann für immer verloren, weil es sich nicht nachbilden kann.

Das bedeutet nicht, dass man aufs Zähneputzen verzichten sollte. Will man den Zahnschmelz schützen, sollte man mindestens 30 Minuten, besser 60 Minuten, warten. In dieser Zeit wird der Zahn wieder härter, weil das Gebiss neues Kalzium und Phosphat aufgenommen hat. Man nennt das „Remineralisieren“. Das ist wichtig im Kampf gegen Karies.

Auch, wenn man ein Glas Wein getrunken hat, sollte man 30 bis 60 Minuten mit dem Zähneputzen warten, denn auch die Säuren im Wein weichen den Zahnschmelz auf.

Dazu gibt es einen einfachen Trick: Wir alle können mithelfen, dem Zahnschmelz nach dem Essen rasch wieder Kraft zu geben. Spülen Sie nach dem Essen den Mund intensiv mit Milch oder mit Joghurt aus! Das verkürzt die Erholungszeit der Zähne auf etwa 20 bis 30 Minuten. Das Kalzium in der Milch hilft auch bei der Einlagerung aller anderen Mineralstoffe im Zahnschmelz.

Behauptung „Als Abschluss einer Mahlzeit sollte man einen Apfel essen, weil er die Zähne säubert.“

Dieser Rat falsch und gefährlich. Der Fruchtzucker im Apfel greift den Zahnschmelz an und fördert Karies.

Behauptung „Zahnprobleme betreffen in erster Linie den Mund.“

Das ist längst überholt. Es ist bekannt, dass eitrige Zähne an anderen Stellen im Körper Krankheiten auslösen können, wie etwa Rheuma oder Nierenprobleme. Aber auch das Herz kann gefährdet werden: In den Essensresten zwischen den Zähnen kommt es zu einer regen Bakterien-Bildung. Wie gefährlich diese Bakterien sind, beweisen Untersuchungen. Prof. Dr. Michael Noack, Direktor des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an der Universität Köln, hat in den Gefäßverschlüssen von Infarkt-Patienten Mikroorganismen - von Bakterien - nachgewiesen, die sonst nur in Zahnfleischtaschen vorkommen. Die Bakterien in den Zahntaschen und zwischen den Zähnen gelangen ins Blut und werden über die Blutbahnen im ganzen Organismus verteilt. Hier richten sie großen Schaden an, können Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzmuskelentzündung und Lungenentzündung auslösen sowie Diabetes verstärken. Das alles beweist: In einem Mund, der nicht vorbildlich zahnhygienisch betreut wird, tickt eine Zeitbombe, die eines Tages im Extremfall das Leben kosten kann.

Behauptung „Zahnstein lagert sich nur an echten Zähnen ab und nicht an Zahnprothesen und Zahnkronen aus Porzellan.“

Stimmt nicht. Zahnstein lagert sich überall - auch an Prothesen und an künstlichen Zähnen - ab, wenn diese schlecht oder nicht geputzt sind. Zahnstein bildet sich aber auch bei Menschen, die peinlich ihre Zähne putzen. Jeder Mensch hat nämlich im Mund Schwachstellen - etwa Zahnhälse, Backenzähne -, wo man schlecht mit der Zahnbürste hinkommt. Dort setzt sich die zähflüssige Plaque auch ab, wenn man vermeintlich gründlich putzt. An Kunststoff-Kronen bleibt die Plaque sogar stärker und leichter haften. An den echten Zähnen und an Keramik-Zähnen weniger.

Übrigens: Die Zahnbürste sollte alle drei Monate entsorgt und durch neue ersetzt werden. Nach einer Erkältung muss sie sofort erneuert werden. Sonst kann man von der Bürste Viren und Bakterien in den Mund holen. Die Zahnbürste sollte immer mit den Borsten nach oben im Zahnputzbecher stehen. Und eines ist klar: Jeder in der Familie muss eine eigene Zahnbürste in Verwendung haben. Umfrage haben ergeben, dass das nicht überall so selbstverständlich ist.

Ein Gesundheitstipp von Professor Hademar Bankhofer auf 55PLUS-magazin.net.

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