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Natürliches Antibiotika

Produkte aus der Natur können als natürliches Antibiotika eingesetzt werden - Professor Hademar Bankhofer klärt auf.
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Hademar Bankhofer mit Kren

Natürliche Antibiotika

Zu den am meisten verordneten Arzneien gehören Antibiotika. Doch wenn jemand denkt, Antibiotika sind eine Erfindung der Menschen auf dem Gebiet der Medizin oder der Chemie, dann irrt er. Es gibt seit jeher auch in der Natur Antibiotika. Wir kennen sie alle, aber sie sind vielen nicht als solche vertraut. Prof. Hademar Bankhofer macht uns mit einigen davon bekannt.

Ein natürliches Antibiotikum herstellen kann man, indem man eine Krenwurzel reibt. So eine Krenwurzel enthält viele wirksame Substanzen wie etwa das Senföl-Glykosid Sinigrin und das Enzym Myrosinase. Die beiden aber können sich nur vereinigen, wenn man die Wurzel reibt. Und dabei entsteht das stark riechende Allyl-Senföl, was ein natürliches Antibiotikum ist.

Wie kann man das nun sinnvoll für die Gesundheit einsetzen?

In mehrfacher Weise:
  • Wenn man an einem Katarrh der oberen Luftwege leidet, dann treten dort oft bakterielle Infektionen auf. Dagegen verrührt man einen Esslöffel frisch geriebenen Kren mit drei Esslöffeln Honig. Von dieser Masse nimmt man fünf Mal täglich einen Teelöffel. Langsam im Mund zergehen lassen.
  • Auch bei einem Harnwegsinfekt sind Bakterien im Spiel. Ein Esslöffel geriebener Kren wird mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen. Zugedeckt fünf Minuten ziehen lassen. Trinken Sie zum Abtöten der Krankheitserreger in den Harnwegen drei bis vier Tassen von diesem Tee täglich. Aber bitte in Absprache mit der Ärztin oder mit dem Arzt.
Was sind eigentlich Antibiotika?

Die Bezeichnung Antibiotikum stammt aus dem Griechischen und bedeutet „gegen das Leben“. Die Medizin meint damit Wirkstoffe, die Bakterien bekämpfen können. Sie sind gegen Viren und Pilze wirkungslos. Sie können einzig und allein Bakterien bekämpfen. Allerdings muss man sich im Klaren darüber sein: Wenn ich ein Antibiotikum gegen krankmachende Bakterien einsetze, dann werden in vielen Fällen rundum alle Bakterien vernichtet, auch die positiven, lebenswichtigen. Das typische Beispiel: eine gestörte Darmflora. Eine Antibiotika-Kur kann die gesamte positive Bakterienbesiedelung im Darm kaputtmachen. Damit schwächt sehr oft das Antibiotikum auch das gesamte Immunsystem. Dadurch können wieder noch mehr Krankheitserreger den Organismus erobern. Außerdem kann man von einem Antibiotikum Magenverstimmung oder allergische Reaktionen bekommen. Sehr oft wird man durch die Aufnahme von Antibiotika pilzgefährdet.

Ist das bei natürlichen Antibiotika auch so?

Nein. Das ist eben der große Unterschied. Natürliche Antibiotika vernichten schädliche Bakterien und bauen gleichzeitig das Immunsystem auf und stärken es. Mitunter sogar können diese Antibiotika auch Pilze und Viren bekämpfen. Die natürlichen Antibiotika können zwar nicht so intensiv auf riesige Bakterienheere angesetzt werden wie die synthetischen Antibiotika, aber sie arbeiten sanft und nebenwirkungsfrei.

Wenden wir uns einigen konkreten Beispielen zu. Bei Hautverbrennungen und anderen äußeren Wundverletzungen kommt es oft zu einer bakteriellen Entzündung und Gefährdung.

Was könnte man da für ein natürliches Antibiotikum einsetzen?

Die Aloe vera. Die zentrale Substanz ist das Acemannen. Es wirkt antiviral, antibakteriell und antimykotisch, also gegen Pilzerkrankungen. Im Falle von bakteriellen Entzündungen im Hautbereich trägt man Aloe vera-Saft aus dem Blatt der Aloe mit einem Wattebauschen auf. Dann heilt die Haut enorm schnell. Es bleiben auch keine Narben zurück. Man bekommt den Saft in der Apotheke.

Grapefruits sollen ja auch antibiotisch wirken.

Der amerikanische Wissenschaftler Prof. Dr. Jacob Harich hat eine interessante Beobachtung gemacht: In einem Berg von Biomüll ist alles verrottet. Nur nicht die Grapefruitkerne. Das war der Anlass, dass man aus den Kernen einen Extrakt gewonnen hat. Es gibt viele Möglichkeiten, den Grapefruitkernextrakt einzusetzen:
  • Bei einer Zahnfleischentzündung oder bei Halsschmerzen geben Sie zehn Tropfen Grapefruitsamenextrakt in 1/4 Liter lauwarmes Wasser und gurgeln damit.
  • Bei einer Darminfektion verrührt man drei Mal täglich sieben Tropfen Grapefruitkernextrakt in ein Glas Wasser und trinkt es in kleinen Schlucken.
Kann es Nebenwirkungen geben?

Ja, man muss vorsichtig sein: Unverdünnt kann der Grapefruitkernextrakt in den Augen Bindehautreizungen hervorrufen. In großen Mengen ist dieser Extrakt giftig.

Da ist das Teebaumöl harmloser, oder?

Beim Teebaumöl ist wieder die Gefahr gegeben, dass man allergische Reaktionen darauf bekommt. Das kann man aber mit einem kleinen Test in der Armbeuge herausfinden. Das Teebaumöl hat stark antibiotische Kräfte. Dafür sind viele ätherische Öle verantwortlich. Und so kann man diese Eigenschaft nützen:
  • Man wird am Morgen wach mit Halsschmerzen. Da gibt man einfach zehn Tropfen Teebaumöl in ein Glas mit warmem Wasser, gut durchrühren und gurgelt zwei Mal am Tag intensiv damit. o Wenn Sie der Parodontose, also dem Zahnfleischschwund, vorbeugen oder wenn Sie das bereits kranke Zahnfleisch behandeln wollen, dann geben Sie wieder ein paar Tropfen Teebaumöl in ein Glas mit warmem Wasser und spülen damit mehrmals am Tag den Mund.
  • Manche allerdings mögen den penetranten Geruch des Teebaumöls nicht. Sie können zu Propolis aus dem Bienenstock greifen, ebenfalls ein hervorragendes Antibiotikum aus der Natur.
Was ist Propolis genau?

Im Herbst, bevor das Bienenvolk mit dem Winterschlaf beginnt, holen die Bienen Harze aus Baumrinden und dichten damit den Stock ab, nachdem sie die Harze mit ihren Sekreten verarbeitet haben. Dabei entsteht eine braune Masse. Daraus kann der Imker zum Beispiel eine Salbe oder Tropfen herstellen. Die Propolis-Tinktur.

Ideal zum Gurgeln, um den Mund in Grippezeiten zu desinfizieren und vor Bakterien und Viren zu schützen. 15 Tropfen Propolis-Tinktur nach dem Zähneputzen in ein Glas lauwarmes Wasser. Gurgeln. Morgens und abends. Das schützt vor vielen Ansteckungen.

Und wie ist das mit dem Knoblauch?

In den beiden Weltkriegen ist Knoblauchsaft zur Behandlung von Wunden verwendet worden. Wer an einer Darminfektion leidet, der sollte - wenn er Knoblauch verträgt - einige Zeit täglich drei frische Knoblauchzehen verzehren oder Knoblauchpräparate einnehmen. Man hat das oft untersucht: Wer sich nach einem grippalen Infekt schlecht fühlt, weil er noch voller krankmachender Bakterien ist, kann mit Knoblauchkonsum schneller wieder fit werden.

Kann das die Zwiebel auch?

Auch die Zwiebel ist ein anerkanntes, natürliches Antibiotikum. Daher gibt es ja viele Rezepte, mit denen man eine vereiterte Rachenentzündung behandeln kann oder Halsschmerzen und Heiserkeit:
  • Zwiebel in Ringe schneiden, in einem Suppentopf mit lauwarmem Wasser übergießen. Zwei Stunden stehen lassen. Mit dem Wasser gurgeln.
  • Oder Zwiebel in Stücke schneiden, in kochendes Wasser werfen, einmal aufkochen und die Dämpfe einatmen.
Viele verwenden auch Thymiantee.

Das ist eine gute Lösung. Denn auch Thymian ist mit seinen ätherischen Ölen Geraniol und Thymol antibiotisch. Thymian wird aber vor allem bei bakteriellen Entzündungen in den Bronchien mit großem Erfolg eingesetzt.
Einen Teelöffel getrocknetes Thymiankraut aus der Apotheke mit 1/4 Liter kochend heißem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt stehen lassen. Fünf Tassen pro Tag trinken. Das killt die Bakterien und zum Teil auch die Viren in den Atemwegen. In dem scheinbar harmlosen Thymian steckt viel Kraft.

Ein Gesundheits- & Ernährungsgespräch mit Professor Hademar Bankhofer auf 55PLUS-magazin.net.

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