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Rosige Aussichten für den Kopf: Im Alter wird Migräne milder

Kopfschmerzen im Alter? Häufig sind Kopfschmerzen im Alter nur ein Zeichen für eine andere Erkrankung. Migräne ist hingegen eher selten.
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© pixabay.com / geralt

Rosige Aussichten für den Kopf: Im Alter wird Migräne milder

Es sind gute Nachrichten zum Thema Kopfschmerzen, die in zahlreichen Studien deutlich werden: Demnach verändert der stechende Kopfschmerz im Laufe der Jahre sein Gesicht und wird „milder“. Massive Begleiterscheinungen von Kopfschmerzen, wie etwa die Empfindlichkeit gegenüber Gerüchen, Geräuschen und Licht, sowie Übelkeit werden im Alter geringer. Aus migräneartigen Kopfschmerzattacken werden zunehmend häufiger Spannungskopfschmerzen. Aus dem pulsierenden Schmerz, der viele in jungen Jahren plagt, wird ein Schmerz, der sich im Alter im Nackenbereich festsetzt.

Kopfschmerzen wandeln sich im Alter

Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft  beschreibt in einer Informationsschrift für Patienten ganz unterschiedliche Arten von Kopfschmerzen, die sich auch je nach Alter ändern. Tendenziell werden die Kopfbeschwerden im Alter geringer, heißt es darin. Zudem verändert sich die Qualität und Intensität des Kopfschmerzes: Migräne und Spannungskopfschmerz plagen Menschen jungen und mittleren Alters; im Alter liegt der Anteil derer, die an Spannungskopfschmerzen leiden, unter 15 Prozent. Der Anteil der Migränepatienten sinkt sogar unter zehn Prozent.

Weniger Schmerzen, schwächere Medikamente

Wer bereits in jungen Jahren von Kopfschmerzen geplagt, kann im Alter mit weniger starken Mitteln Kopfschmerzen oder gar Migräne bekämpfen. Werden Kopfschmerzen im Alter hingegen zu einem neu entdeckten Symptom, ist es wichtig, zu eruieren, woher diese kommen könnten. Auf der Suche nach einem Auslöser altersbedingter Kopfschmerzen können Neurologen zur Rate gezogen werden. Auch Probleme mit den Zähnen oder mit den Augen sowie ein zu hoher Blutdruck können Kopfschmerzen auslösen.

Besonders gefährlich ist der Kopfschmerz, der schon morgens beim Aufstehen die Lebensqualität schmälert. Dieser Schmerz geht häufig einher mit Schlafstörungen oder sogar Atemaussetzern bei Nacht. Zur Reduzierung von Angstzuständen, Stress und Schlaflosigkeit wird beispielsweise CBD-Öl immer häufiger als natürliche Unterstützung eingesetzt. Denkbar ist auch, dass Kopfschmerzen die Reaktion des Körpers auf neue Medikamente sind oder ein Tumor die Schmerzen auslöst. Besonders gefährlich ist es, wenn die Schläfenarterie sich entzündet. Das kann zu pulsierenden, dumpfen und brennenden Kopfschmerzen führen, die im schlimmsten Fall sogar bis zur Erblindung führen können.

Grundsätzlich lässt sich beobachten, dass immer häufiger Kopfschmerzen auftreten, die auf eine Erkrankung zurückzuführen sind und damit in die Kategorie der sekundären Kopfschmerzen fallen. Verschleißerscheinungen an der Halswirbelsäule oder Depressionen bedingen häufig starke Kopfschmerzen. Auch Cluster-Kopfschmerzen sind denkbar.

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Migräne-Trigger erkennen und Kopfschmerzattacken vorbeugen

Häufig ist von Triggern die Rede, die eine Migräneattacke auslösen können. Auch diese Triggerfaktoren können sich im Laufe des Alters ändern. Im Alter verringern sich häufig die Stressfaktoren. Damit verringert sich auch die Gefahr, dass dieser Haupttrigger für rasende Kopfschmerzen bei 77 Prozent der Betroffenen sorgt. Auch Menstruationsbeschwerden, die 72 Prozent der Betroffenen als Migränetrigger bezeichnen, fallen im Alter schlichtweg weg. Damit sinkt die Gefahr von Migräneattacken spätestens nach den Wechseljahren. Waren die Hormone für die Kopfschmerzen verantwortlich, kann auch die Menopause Migräne bedingen. Nach dem Wechsel fällt jedoch ein großer Migränetrigger weg. Licht und Gerüche, die bei über 60 Prozent der Betroffenen erklärte Trigger sind, fallen im Alter eher selten weg – außer Licht und Gerüche in der Arbeitsumgebung sind die Auslöser einer Migräneattacke. Dann könnte sich mit dem Eintritt ins Rentenalter auch dieser Trigger buchstäblich auflösen.

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Wer aktiv der Migräne im Alter vorbeugen will, sollte
  • Ausdauersport betreiben. Zwei bis dreimal die Woche für 20 oder 30 Minuten zu trainieren, hilft dem Kopf. Um beim Schwimmen, Walken oder Radfahren auf einem gesunden Level zu trainieren, gilt die Faustregel: Das Lebensalter in Jahren sollte vom Wert 180 abgezogen werden. Das ergibt die Pulszahl, zu der trainiert werden sollte. Auch das Training auf dem Crosstrainer, Langlauf und Wassergymnastik gilt als gelenkschonend und ist daher gut geeignet im Alter.
  • sich gesund ernähren. Das bedeutet im Alter, dass Lebensmittel mit Natriumglutamat ganz besonders starke Migränetrigger sein können. So können Fertigprodukte, Schokolade, Käse und Würstchen schnell zum Trigger werden. Um hier individuelle Reaktionen des Kopfes besser verstehen zu können, kann ein Kopfschmerztagebuch helfen.
  • gleichmäßig schlafen. Ein gleichbleibender Schlafrhythmus ist gesund. Deswegen sollte im Idealfall von montags bis sonntags eine ähnliche Aufsteh- und Schlafenszeit eingehalten werden. Wer nicht mehr im Beruf steht, kann dies deutlich leichter umsetzen.
Der Sonderfall: Migräne mit Aura

Als Sonderfall wird die Migräne mit Aura deklariert. Diese Form des gefürchteten Migränekopfschmerzes beginnt mit Wahrnehmungsstörungen. Störungen des Gefühls-, Seh- und Sprachvermögens kündigen die Kopfschmerzattacke an oder begleiten diese sogar. Etwa 15 Prozent aller Migränepatienten leiden an Migräne mit Aura. Mediziner bezeichnen diese Wahrnehmungsstörungen als neurologische Störung, die fünf Minuten bis zu einer Stunde dauern kann.

Denkbar ist, so die Mediziner, dass Menschen mit dieser Form der Migräne besonders empfindliche Nervenzellen an der Hirnrinde aufweisen. Der Trigeminusnerv, der mit der Schmerzwahrnehmung im Gesicht zusammenhängt, wird verstärkt erregt. Die Folge ist eine überhöhte Ausschüttung von Nervenbotenstoffen. Der Aura-Zustand kann auf eine verminderte Hirndurchblutung zurückgeführt werden. Vermutet wird ein genetischer Defekt.

Wer bereits in jungen Jahren an Migräne mit Aura gelitten hat, könnte über einen längeren Zeitraum hinweg sogar schmerzfrei gewesen sein bevor im Alter sogenannte isolierte visuelle Auren auftreten. Die Grenze zwischen einer visuellen Störung im Rahmen von Migränekopfschmerzen und einer neurologischen Störung ist vor allem bei Patienten über 50 Jahren immer schwieriger wahrzunehmen. Auch hier gilt: Es muss dringend eruiert werden, woher der Kopfschmerz rührt, der sich anfühlt wie Migräne mit Aura, in Wirklichkeit jedoch ganz andere Gründe haben könnte.

Ein 55PLUS-Gesundheitstipp.
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