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Arznei vom Acker - die Kartoffel

Professor Hademar Bankhofer erklärt, warum die Kartoffel so gesund sind.
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Kartoffeln

Arznei vom Acker – die Kartoffel

Im Herbst werden die sogenannten "Winterkartoffel" geerntet, die sich gut zur Einlagerung für den Winter eignen. Kartoffel sind in der kalten Jahreszeit besonders wertvolle Naturprodukte. Was macht die Kartoffel so wertvoll? Gesundheitsexperte Prof. Hademar Bankhofer weiß die Antwort.

Kartoffeln - in vielen Teilen Österreichs auch Erdäpfeln genannt - waren Jahrzehntelang das Kernstück unserer gesamten Ernährung. Viele Menschen haben in schlechten Zeiten Dank der Kartoffeln überlebt. Sie sind ein wichtiges Grundnahrungsmittel und reich an lebenswichtigen Stoffen, die wir für unsere Gesundheit benötigen:
  • Sie haben einen hohen Anteil an Ballaststoffen. Und da die meisten von uns zu wenig Ballaststoffe zu sich nehmen, bietet da die gekochte Kartoffel eine hervorragende Gelegenheit.
 
  • Sie sind eine hervorragende Quelle an Kohlenhydraten.
 
  • Sie liefern uns hochwertiges, pflanzliches Eiweiß.
 
  • Kartoffeln sind reich an basischen Substanzen und schaffen ein ideales Gegengewicht zu unserer übersäuerten täglichen Nahrung. Daher sind sie die gesündeste Beilage zum Fleisch, weil sie die Harnsäure und anderen Säuren des Fleisches neutralisieren.
 
  • Kartoffeln sind auch wichtige Vitaminlieferanten. Sie enthalten reichlich Vitamin B6, das bei der Eiweißverarbeitung hilft. Das ist für gestresste Menschen wichtig, die oft Probleme mit der Eiweißverdauung haben. Auch aus diesem Grund sollte man zu Fleisch und Bohnen immer Kartoffeln essen. Dazu muss man wissen: Zwei Drittel der Frauen und 50 Prozent aller Männer in Mitteleuropa leiden unter einem Vitamin B6-Mangel. Dieser Mangel wäre durch regelmäßigen Kartoffelgenuss leicht zu beheben. Kartoffeln liefern auch viel Vitamin C, das erhalten bleibt, wenn sie erhitzt worden sind. Dazu haben sie interessante Mengen vom Vitamin K, das für die Blutgerinnung wichtig ist.
 
  • Kartoffeln bieten uns aber auch die ganze Bandbreite an Mineralstoffen und Spurenelementen: Magnesium für Herz und Kreislauf, Eisen für Energie, Kalium für eine optimale Verdauung, Nerven und Muskeln, Chrom für einen gesunden Blutzuckerspiegel.
 
  • Es gibt viele Möglichkeiten, mit Kartoffeln Einiges für die Gesundheit zu tun.
 
  • Die großen Mengen an Kartoffelstärke werden durch Enzyme in Glukose umgewandelt. Es wird somit ständig Glukose zur Energiegewinnung angeliefert. Die Bauchspeicheldrüse wird dadurch keinen extremen Belastungen ausgesetzt. Weil Nerven und Gehirn mit Glukose versorgt werden, werden Müdigkeit und Konzentrationsmangel verhindert.
 
  • Erdäpfeln regulieren den Wasserhaushalt im Körper.
 
  • Muskeln und Knochen werden gekräftigt.
 
  • Herz und Kreislauf werden gestärkt.
 
  • Der gesamte Stoffwechsel wird entsäuert, was die Gefahr für viele Zivilisationskrankheiten verringert. Der Zucker- und Harnsäure-Stoffwechsel wird durch die Kartoffel positiv beeinflusst.
 
  • Das Bindegewebe wird gekräftigt.
 
  • Wer oft an Muskelkrämpfen leidet, die auf Kalium und Magnesium-Mangel zurückzuführen sind, kann mit häufigen Kartoffel-Mahlzeiten dagegen ankämpfen.
 
  • Bluthochdruck-Patienten sollten als unterstützende Maßnahme der ärztlichen Therapie - unter Kontrolle des Arztes - regelmäßig gekochte Kartoffel essen.
Wenn man etwas für die Gesundheit tun will, ist es nicht egal, in welcher Form man die Kartoffeln zubereitet und isst. All die gesundheitlichen Effekte kommen nur zur Geltung, wenn man die Kartoffeln gedämpft isst. Man wäscht sie mit der Schale, gibt sie in einen Topf und dämpft sie mit wenig Wasser. Oder man gart sie in einem Dampfgarer. Bratkartoffel, Rösti, Pommes frites, Kartoffelpüree, Chips oder Salzkartoffel schmecken gut, aber die wertvollen Inhaltstoffe sind nur mehr in geringen Mengen enthalten. Mit einer Ausnahme: Es gibt neue Pommesgeräte. Da benötigt man - auf Grund eines Heißluftgebläses in der sich drehenden Pfanne nur drei Prozent Fett. Für ein Kilo frische, selbst geschnittene Pommes ist das dann nur ein Esslöffel Rapsöl.

Kocht man die Kartoffeln ohne Schale, gehen die Inhaltstoffe bereits bis zu 20 Prozent verloren.

Bio-Kartoffel sind gesünder. Sie saugen nämlich etwaige Unkrautvertilgungsmittel und Insektenvernichtungsmittel (Insektizide, Herbizide und Pestizide) auf. Daher sollte sie aus biologischem Anbau kommen. Dennoch sollte man auch die Bio-Kartoffel zwar mit Schale dämpfen, aber nicht mit Schale essen. Neueste Studien haben ergeben, dass auch in der normalen Schale - nicht nur in den grünen Stellen - das Gift Solanin enthalten ist, das Übelkeit verursachen kann. Die wertvollsten Vitalstoffe sitzen ohnehin unter der Schale.

Kartoffel sollte man kühl und dunkel lagern, am besten mit Papier abgedeckt, damit man eine schnelle Keimung verhindert.
Kartoffeln gelten allgemein als Dickmacher. Das stimmt nicht. Der Grund, warum die Kartoffeln zu Unrecht den Ruf des Dickmachers bekommen haben, sind die vielen Zubereitungsformen, die sie zur Kalorienbombe machen, wenn sie nämlich mit viel Öl oder anderem Fett zubereitet werde. Daher sollte man nach Möglichkeit auf gesunde Rezepte zurückgreifen.

Hier zwei einfache Rezepte, wie man Kartoffel schmackhaft und gesundheitsfördernd essen kann.

Gedämpfte Kartoffel mit Topfen

KartoffelnKartoffeln in Salzwasser dämpfen oder im Dampfgarer zubereiten, mit etwas Kräutertopfen und ganz wenig Butter ohne Schale anrichten. Das ist ein sehr gesundes Abendessen, das den Organismus nicht belastet.

Rosmarin-Kartoffel

Ein Kilo feste Kartoffel waschen, in etwas Wasser - am besten aber im Dampfgarer nur im Wasserdampf - garen, danach schälen und der Länge nach halbieren. Auf ein Backblech legen, mit Olivenöl oder Rapsöl bestreichen, mit Salz, Pfeffer und den Nadeln von einem Rosmarin- Zweig bestreuen. 15 bis 20 Minuten bei 120 Grad backen.

Ein Gesundheitstipp von Professor Hademar Bankhofer auf 55PLUS-magazin.net.

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