
Schmecktakuläres Almtal
Zuerst als Zusammenschluss der Wirte gedacht, ist es nun eine Kooperation zwischen Erzeuger und Gastronomen:
das Schmecktakuläre Almtal.

Doch wo sucht man das Almtal? Das Tal der Alm mit dem Almsee am Ende des Tales befindet sich zwischen Bad Wimsbach-Neydharding, Vorchdorf, Pettenbach, Scharnstein und Grünau in Oberösterreich. Wussten Sie, dass sich in der Region
Almtal-Salzkammergut verhältnismäßig viele Sterneköche Österreichs befinden? Geschuldet der Maxime, die Speisen möglichst mit regionalen Produkte zuzubereiten, werden hier Erzeugnisse verwendet, die besonders schmackhaft sind.
Dem Meisterkoch auf die Finger geschaut in Mike Süsser's Kochstudio in Scharnstein
Mit dem bekannten TV-Star und "Kochprofi"
Mike Süsser beginnen wir zu begreifen, was Kochen mit regionalen Produkten bedeutet. Vom Schwammerl und dem Spargel über das Salz bis zur Forelle oder dem Schwein sind die Produkte aus dem
Almtal oder zumindest aus Österreich, die hier veredelt über den Küchentisch wandern.

Allein die Vorspeise ein Schwammerl-Huhn-Eintopf mit Kräutern war ein Gedicht, wonach einem das Weiterkochen noch mehr Spaß machte. An Originalität kaum zu überbieten war der nächstfolgende Gang: Seeforelle auf Kräutersalat im Weißbrot. Das gebackene Weißbrot wird mit einem mit Senfdressing versehenen Wildkräutersalat der Saison gefüllt, darauf thronte eine gedünstete Seeforelle. Eine Geschmacksexplosion aufgrund des perfekten Zusammenspiels von Wildkräutern und Fisch. Hmmmm…

Damit nicht genug stand Schweinsbraten mit Spargel und Polenta auf dem Programm. Spätestens zu diesem Zeitpunkt waren wir zu Statisten degradiert und konnten dem Meisterkoch bei seinen Fertigkeiten zusehen. Das Fleisch hatte er von dem nahe gelegenen Gehöft Gut Kronegg. Rund vier Stunden musste das Schweinefleisch auf rund 70°C braten, ehe es in einer Folie verschwand. Nochmals rund eine Stunde durfte das Fleisch seiner Vollendung entgegensehen und sich mit einem knackigen "Krusterl" versehen. Schweinsbraten - der Klassiker der österreichischen Küche traditionell-modern interpretiert.
Mike Süsser, ein Deutscher, der sich vor Jahren in das Almtal verliebt hat und nun als Genussbotschafter der Region bzw. des
Schmecktakulären Almtals fungiert, schwärmt von der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Produzenten und Gastronomie, die die Almtalkulinarik so einzigartig macht.
Radtour durch das Schmecktakuläre Almtal
Gut Kronegg, Pettenbach www.almtaler-weideschweine.at 
Das Almtal lässt sich am Besten mit dem Rad entdecken - mit einem eBike. Durch eine herrliche Landschaft mit blühenden Mohnfeldern des fruchtbaren Beckens bei Pettenbach und Vorchdorf radelten wir zu unserem ersten Stopp und besuchten
Gut Kronegg.

Die Familie
Jaksch-Mayrhofer haben sich auf die Aufzucht von Schweinearten wie Mangalitza, Turopolje und Duroc spezialisiert. Die Schweine verbringen ihre Zeit im Freien und können auf rund 600 m
2 pro Schwein ihre natürlichen Immunkräfte stärken. Die Familie ist bis zum Schluss bei ihren "Schinki", "Specki" oder "Schweini", um den Stress bei der Schlachtung zu minimieren.
UrKornHof, Vorchdorf www.urkornhof.at Nach einer Stärkung mit den hervorragenden Produkten der eigenen Schweine wie Speck, Aufstrich oder Wurst ging es mit dem eBike zum UrKornHof der Familie Kammerleithner.
Die Philosophie des Biohofes geht in die Regionalität der Produkte. Korn wird im Almtal und in nördlichen Oberösterreich nach Vorgaben des UrKornHofes angebaut und in der Fabrik verarbeitet. Das 2004 gegründete Unternehmen sieht sich als Gegenpol zu Gentechnikprodukten. Hier werden typische Urkornarten wie Braunhirse oder Grünkern ohne chemische Zusätze angepflanzt.
Hoftaverne Ziegelböck, Vorchdorf www.hoftaverne.at Um nach dem anstrengenden eBiken den Bedarf an Kalorien wieder aufzufüllen, kehrten wir in dem traditionsreichsten Gasthof in Vorchdorf ein.

Die Hoftaverne Ziegelböck wird bereits in der dritten Generation von
Franz Ziegelböck geführt, der sich der saisonalen Hausmannskost aus dem Almtal verschrieben hat. Sulz vom Schwein war das Entree,

dem ein acht Stunden in schonender Garweise zubereitetes Rinderbackerl in Rotweinsauce, mit Eferdinger Spargel und Grünweizentalern folgte. Zum Dessert servierte uns der Hoftavernenchef ein Erdbeerknödel mit Butterbrösel... Ein Gedicht mit drei Strophen.
Brauerei Schloss Eggenberg, Vorchdorf www.schloss-eggenberg.at 
Nachdem wir uns mit einigen Kilos mehr wieder auf den Sattel des eBikes geschwungen hatten, führte uns der Weg direkt in die seit acht Generationen in Privatbesitz befindliche Brauerei
Schloss Eggenberg.

Bei einer sehr fachkundigen Führung wurden wir in die Geheimnisse des Gerstensaftes eingeweiht. Getreu nach dem Motto "Hopfen und Malz, Gott erhalt's" hat sich die Zusammensetzung des Bieres um die Hefe erweitert und wird hier zu dem einzigen Bio-Zwickl verarbeitet. Nach der Führung gab es eine Bier-Degustation, bei dem die Bayerische Weißwurst nicht fehlen durfte.
Insgesamt rund 53 Kilometer waren wir entlang des "
Schmecktakulären Almtals" unterwegs. Der Radweg ist länger und auf jeden Fall eine Runde wert. Allein die Landschaft, die genussvolle Küche und die freundlichen Menschen, die man beim Radeln trifft, lassen in einem den Wunsch aufkommen, mehrere Tage im Almtal zu verbringen.
Bierhotel Ranklleiten, Pettenbach www.ranklleiten.com 
Um dem Bier die Ehre zu erweisen, lud uns Biersommelier
Karl Stöhr, Besitzer vom Bierhotel Ranklleiten, in seinen Bierkeller und kredenzte uns Biersorten aus aller Welt. Vom Untergärigen über die Kraft-Biere bis zum Zwickl war alles dabei. Nach einigen Verkostungen konnten auch die Biergegner nur mehr sagen: Der Gerstensaft schmeckt!
Den zweiten Tag nützten wir zu einer zünftigen Wanderung entlang des Flusses. Ruhe, fast unberührte Natur und mit einem Gefühl, die Welt aus den Angeln heben zu wollen, entdeckten wir eine Vielzahl an Blüten, Gräsern und Pflanzen.
Museum Geyerhammer, Scharnstein www.sensenmuseum.at In Scharnstein besuchten wir das
Museum Geyerhammer, wo wir die Geschichte der Redtenbacher Sensenfirma erfuhren.

Von 1585 bis 1987 prägte die Produktion von Sensen das Leben der Stadt. In der k.u.k-Zeit war das Sensenwerk die größte Produktionsstätte in der Monarchie, wenn nicht der ganzen Welt. Noch bis in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden über drei Millionen Sensen allein für Äthiopien erzeugt, durch die geänderten Einfuhrbestimmungen wurden über Nacht die Bestellungen storniert. Das Ende des Unternehmens.
Natürlich wollten wir das Mähen mit der Sense probieren. Es ist nicht so einfach, wie es aussieht. Doch mit etwas Übung war auch diese Hürde genommen.
Romantik-Hotel & Restaurant Almtalhof, Grünau www.almtalhof.at Weiter ging es mit der Bahn durch das Almtal bis nach Grünau, wo wir den Haubenkoch
Jörg Leithner vom Almtalhof trafen.


Mit viel Liebe und Respekt zum Produkt werden hier die traditionellen Speisen entsprechend den saisonellen Gegebenheiten zubereitet. Regionale Zutaten von höchster Qualität und Frische sind die Basis der kreativen Küche des Almtalhofs. Wildgerichte verarbeitet der Spitzenkoch das ganze Jahr. Die Speckjause war nicht nur für das Auge ein Genuß!
Die Nachbarbuben spielten mit ihrer Harmonika auf und bewiesen damit, dass Brauchtum in dieser Region des Salzkammerguts groß geschrieben wird.
Bibliotel Jagersimmerl, Grünau www.jagersimmerl.at 
Nach der ausgiebigen Wanderung rund um den Almsee bis zum Echoplatzerl genossen wir die umfangreiche Bibliothek mit Kaminfeuer des Bibliotels Jagersimmerl von
Andrea und Christian Bergbaur. Hier findet der Besucher Entspannung und Ruhe, die er benötigt, um den kulinarischen Anforderungen der Küchenchefin Andrea Bergbaur Genüge zu tun.

Unser Menü starteten wir mit einem köstlichen Mangalitza Roastbeef, dem Zweierlei vom Milchlamm folgte. Ein hervorragender Auftakt. Der Hühnersuppe zum Ausgleich folgte Reh und Hirsch auf Selleriepüree mit Spargel. Regionale, frische Küche auf höchstem Niveau. Das Dessert Muffin mit Eis rundete das "schmecktakuläre Almtal"-Menü ab. Einfach köstlich und ein wunderbarer Ausklang!
Nähere Informationen:
schmecktakulaeres.almtal.at Anreise:
Map Start Map Ende Ein Genuss- & Reisetipp von
Edith Spitzer.