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Wie den passenden Grabstein finden

Der Grabstein sollte etwas Besonderes sein.
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© Kurz Naturstein / Familiengrabstein / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Wie den passenden Grabstein finden

Der Grabstein als letztes Geschenk für einen geliebten verstorbenen Menschen sollte etwas ganz Besonderes sein. Auswahlmöglichkeiten bei Form, Farbe, Material und Gestaltung gibt es viele. Entscheidungshilfen und Hintergrundinformationen erfahren Sie im folgenden Artikel.

Stirbt ein geliebter Mensch, beginnt für die nahen Angehörigen eine schwere Zeit der Trauer. Auch müssen viele Angelegenheiten geregelt werden. Je plötzlicher und unvorhergesehener der Tod eintritt, desto verzweifelter stehen Familie und enge Freunde häufig vor dem „Berg“ an Aufgaben, die dann auf sie zukommen. Eine dieser Aufgaben betrifft natürlich die Beerdigung. Diese muss organisiert werden – im besten Falle ganz im Sinne des/der Verstorbenen. Damit zusammenhängend stellt sich zwangsläufig auch die Frage, welcher Grabstein der passende sein könnte?

Einen geeigneten und schönen Grabstein auszuwählen, kann in der Trauerphase durchaus trostspendend sein. Er kann als letztes Geschenk, als liebe- und würdevolle Geste zum Abschied dienen und stellt – wenn er individuell gestaltet wird – ein Symbol für das Leben des/der Verstorbenen dar.
Mitunter wissen die Angehörigen schon im Vornherein, welchen Stein sie auswählen sollen. Denn gerade ältere Menschen oder Personen, die mit langer Krankheit zu kämpfen haben, bereiten sich oft auf ihr Ableben vor und besprechen mit der Familie, wie ihre Beerdigungsfeier ablaufen und ihr Grabmal aussehen soll. Doch dies ist ja nicht immer der Fall. Sind die Angehörigen in dieser Angelegenheit ganz auf sich allein gestellt, müssen diverse Entscheidungen getroffen werden. Ein Grabstein kann nämlich ganz unterschiedliche Farben und Formen haben, verschiedene Gestaltungselemente beinhalten, mit vielfältigen Techniken bearbeitet werden etc.

Der Grabstein sollte den Charakter des/der Verstorbenen widerspiegeln

Bei der Auswahl des passenden Grabsteins hilft es, sich stets zu fragen:
  • Was hätte dem/der Verstorbenen gefallen?
  • Passt der Stein zum/zur Verstorbenen?
  • Spiegelt er den Charakter wider?
Die Zeiten, in denen alle Grabmale komplett gleich aussehen mussten, damit das einheitliche Friedhofsbild gewahrt blieb, sind ja Gott sei Dank vorbei. Heute gibt es wesentlich mehr Gestaltungsfreiheit. Was dabei dennoch gilt, ist die jeweilige Friedhofsordnung oder -satzung! An diese hat man sich auch heute noch zu halten. In einer Friedhofsordnung werden die entsprechenden »Regeln und Vorschriften bei der Gestaltung von Grabsteinen« festgeschrieben. So wird dort beispielsweise geregelt,
  • über welche Maße ein Grabstein verfügen muss,
  • aus welchem Material ein Grabstein sein darf,
  • welche Symbolik er beinhalten darf,
  • welche Bepflanzung auf dem dazugehörigen Grabmal zulässig ist.
Doch sowohl kirchliche als auch kommunale Friedhöfe lassen in der Regel genügend Spielraum, um eine individuelle Gestaltung eines Grabmales zu ermöglichen.

Gut zu wissen: In mancher Friedhofssatzung wird beispielsweise eine Wahlmöglichkeit eingeräumt. Das bedeutet, dass auf dem dazugehörigen Friedhof zwei Abteilungen vorhanden sind, eine mit und eine ohne besondere Gestaltungsvorschriften. Lässt man das Grab dann in der Abteilung ohne Gestaltungsvorschriften errichten, umgeht man strenge Regeln. (Friedhofssatzungen sind meist im Internet einsehbar und auch der örtliche Steinmetz sollte diese kennen und kann als Ansprechpartner dienen.)

Hat man sich über die geltenden Vorschriften des Friedhofes schlau gemacht, ist man relativ frei in seinen Möglichkeiten. Im nächsten Schritt gilt es dann, über die folgenden Aspekte zu entscheiden:

Material (und Farbe)
Ein Grabstein kann aus unterschiedlichen Materialien bestehen. In der Regel wird er aus Naturstein gefertigt. Am häufigsten verwendet werden dabei
  • Kalkstein,
  • Marmor,
  • Granit,
  • Sandstein oder
  • Quarzit.
© Kurz Naturstein / Einzelgrab grau / Zum Vergrößern auf das Bild klickenJedes dieser Natursteinmaterialien verfügt über ganz charakteristische Eigenschaften, die sich nicht nur auf das Aussehen des Steines, sondern auch auf die einsetzbaren Bearbeitungstechniken auswirken.

Das am häufigsten verwendete Natursteinmaterial bei der Herstellung von Grabsteinen ist Granit: ein Hartgestein von hoher Dichte, welches sich hervorragend schleifen und polieren lässt. Der Granit ist widerstandsfähig und auch für lange Liege- und Ruhezeiten des Grabmales geeignet, da er nicht viel Pflege benötigt. Granit kommt in vielen ausdrucksstarken Maserungen vor und lässt vor allem in polierter Form wahre Wunder wirken. Dann kommt nämlich sein charakteristisches farbiges „Innenleben“ zum Vorschein und sorgt für ein absolut einzigartiges Aussehen.

Marmor, Kalk- und Sandstein sind Weichgesteine und werden vor allem bei außergewöhnlicheren Gestaltungswünschen verwendet, da sie sich besonders gut bearbeiten und formen lassen. Auch die warmen Farben – vor allem des Sandsteins – sind ein echter Pluspunkt, da sie eine harmonische und beruhigende Wirkung auf uns Menschen ausüben. Ein Aspekt, der gerade in einer Trauerphase nicht zu verachten ist. Jedoch sind Weichgesteine nicht immer ausreichend witterungsbeständig und bedürfen - gerade bei schwierigeren Witterungsverhältnissen und langen Liege- und Ruhezeiten - besonderer, intensiver Pflege.  

Das metamorphe Gestein Quarzit hingegen ist sowohl wetterbeständig als auch vollkommen außergewöhnlich in seiner Farbgebung, Farbintensität und Maserung. (Das berühmteste Beispiel stellt hier wohl der Sarkophag von Napoleon Bonaparte dar, welcher aus rotbraunem Schokscha-Quarzit gefertigt wurde.)

Neben Natursteinen gibt es natürlich noch weitere Grabsteinmaterialien wie z.B. Holz oder Metall (Bronze, Aluminium). Auch sind mitunter richtige Grabstein- oder Grabmaltrends erkennbar. Wo noch vor einigen Jahrzehnten eher gedeckte Grabsteinfarben wie Grau, Braun, Schwarz oder Rotbraun überwogen (Natursteine aus europäischer Herkunft), arbeiten die Steinmetze heute auch immer mehr mit „bunten“, gewolkten und gemaserten Natursteinmaterialien aus Indien, Südamerika oder Skandinavien.
 
Größe und Form
Größe und Form des Grabsteines richten sich im Grunde nach:
  • den Vorgaben in der Friedhofssatzung,
  • den persönlichen Wünschen und
  • der Art des Grabmales.
Der Breitstein für Doppelgrabstellen und der Familiengrabstein sind die wohl größten und „wuchtigsten“ Grabsteine. Sie sind ein starkes Zeichen des Zusammenhaltes – über den Tod der dort Begrabenen hinaus. Daher sollte insbesondere bei einem Familiengrab lange im Vorfeld geplant werden, welche Familienmitglieder dort beerdigt werden und welche Botschaften auf dem Grabstein verewigt werden sollen. Auch ist die lange Liegezeit zu bedenken. Das Grabmal wird wahrscheinlich über mehrere Generationen hinweg gebraucht. Daher sind ein zeitloses Design und ein langlebiges, pflegeleichtes Natursteinmaterial gefragt.

© Kurz Naturstein / Grabstele schwarz / Zum Vergrößern auf das Bild klickenKlassische Einzelsteine oder seit einigen Jahren wieder mehr in Mode kommende Grabstelen sind vor allem bei Sarggräbern beliebt. Die Grabstele ist ein schlanker, hoch aufgerichteter, säulenartiger Stein, deren Tradition bis in die griechische Antike zurückreicht.
Bei Urnengräbern eignen sich eher kleine Steine, Kissensteine/Liegesteine, Grabplatten in Blatt-, Herzform o.ä. oder auch Grabsteinbücher. Diese alternativen Grabsteinformen werden in den letzten Jahren immer häufiger verwendet, da auch immer mehr Menschen eingeäschert werden und in einem Urnengrab ihre letzte Ruhe finden.

Gut zu wissen: Der Preis eines Grabsteines hängt ganz wesentlich von Größe, Form und Material ab. Je einfacher die Form, je kleiner der Stein, desto günstiger ist er. Je seltener die Substanz, Farbe oder Maserung des Natursteines, desto teurer kann es werden. Selbst die Region des Landes, in der der Stein abgebaut wird, ist für den Preis ausschlaggebend!

Inschrift, Symbole und Ornamente
Grabsteininschriften können sehr unterschiedlich gestaltet werden. Je nach Wunsch und Wille können lediglich der Name sowie das Geburts- und Sterbedatum und/oder der Geburtsort/Geburtsname eingraviert werden. Es gibt aber auch die Möglichkeit, darüberhinausgehende Worte einzugravieren wie
  • Zitate,
  • Lebensweisheiten,
  • Bibelverse,
  • Trauersprüche,
  • originelle und persönliche Grabsteinsprüche, Verse, Gedichte etc.
Um dies zu realisieren, können verschiedene Techniken wie etwa
  • das Meißeln (also das Einschlagen von Vertiefungen),
  • das Aufsetzen per Dübel oder das Aufkleben der Schrift mit Bronze-, Aluminium-, Blei- oder Edelstahlaufsatz,
  • das Sandstrahlen oder
  • das Lasern
eingesetzt werden. Diese unterschiedlichen Bearbeitungstechniken hängen auch vom gewählten Natursteinmaterial ab. Nicht jeder Stein lässt sich mit jeder Technik bearbeiten.

Auch lassen sich auf diese Weise unterschiedliche Ornamente, Zeichnungen und Illustrationen, Fotos und/oder Symbole auf den Grabstein „zaubern“. Auf einigen kirchlichen Friedhöfen sind zwar lediglich kirchliche Symbole als Gestaltungselement erlaubt. Aber ansonsten sind auch hier kaum Grenzen gesetzt.

Hier ein paar Symbole oder Gravuren als Beispiel:
  • Lebensbaum, Blumenranke, Blumenstrauß oder Rosenornamente: symbolisiert Naturverbundenheit, aber auch das Leben an sich
  • Betende Hände, Kreuzsymbolik: wenn der/die Verstorbene sehr gläubig war
  • Engel, Stern, Himmelspforte oder Taube: als Verbindung vom Irdischen zum Göttlichen, Taube als Symbol für den Heiligen Geist
  • Zeichnung oder Illustration des/der Verstorbenen: wenn es ein sehr künstlerischer Mensch war
Gut zu wissen: „Der Teufel steckt meist im Detail“ – so sagt man und das ist auch bei der Gestaltung von Grabsteinen der Fall. Allerdings im positiven Sinne, denn Grabsteine lassen sich mit modernen Bearbeitungsmethoden wie Airbrush, Säureätzungen oder Strahltechniken bis ins Detail individualisieren, sodass am Ende ein wirklich hundertprozentig individuelles Kunstwerk entsteht – eben ein Symbol für das charakteristische Leben, das der/die Verstorbene geführt hat.

Noch ein letztes Wort zur „Sicherheit“

Den Grabstein immer vom Fachmann aufstellen lassen! Dies ist in der deutschen Unfallverordnung geregelt und muss eingehalten werden. Auch sollte bei der Fertigung des Grabsteines immer ein Experte - sprich der Steinmetz - ran. Dieser weiß nicht nur, was er tut und kann den Grabstein allen Wünschen entsprechend ausgestalten, sondern es gibt noch einen weiteren Vorteil: Ein örtlicher Steinmetz kennt die Vorschriften des Gemeindefriedhofs oder lernt diese spätestens mit Aushändigen der Satzungsschrift kennen. So wird der Grabstein individuell und charakteristisch und entspricht trotzdem allen gesetzlichen Bestimmungen.
 
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