Heute ist Freitag, der 13.12.2019 | Mail Newsletter | Geschenk Gewinnspiel
Print

Pilgerreise Barbaraweg in der Mittelslowakei

Pilgern durch interessante Städte und unberührte Natur.
WhatsAppFacebookTwitterE-Mail

© Edith Spitzer, Wien / Kremnica, SK - Station Barbaraweg / Zum Vergrößern auf das Bild klickenPilgerreise Barbaraweg in der Mittelslowakei

Die Mittelslowakei war schon in der k.u.k.-Zeit unter Maria Theresia für den Bergbau bekannt. Der Abbau der Erze hat hier Tradition und kann bis ins 11. Jahrhundert zurückverfolgt werden.

Es lag daher auf der Hand, dass die Schutzpatronin der Bergleute die Namensgeberin des seit einigen Jahren bestehenden Pilgerweges wurde. Der Barbaraweg in der Mittelslowakei umfasst neun Etappen mit insgesamt 29 Stationen. Die 29 Stationen symbolisieren die Lebensjahre der Hl. Barbara, die mit 29 Jahren den Märtyrertod fand. Auf 186,2 km lernt man die ruhige und unberührte Natur sowie die bedeutendsten Städte der Region kennen. So berühren so bekannte Bergbaustädte wie Banská Bystrica, Kremnica oder Banská Stiavnica die Wege der Pilgerreise.

© Edith Spitzer, Wien / Banska Bystrica, SK - Kirchenbezirk / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Banská Bystrica nach Staré Hory

Ausgangspunkt des Barbaraweges ist die im 13. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnte Stadt Banská Bystrica (=Neusohl), durch ihren Silber- und Kupferabbau auch die "Kupferstadt" genannt. Man sollte sich die Zeit nehmen und den Altar der Hl. Barbara-Kapelle in der Jungfrau-Maria-Himmelfahrts-Kirche besuchen, der die erste Station des Pilgerwegs darstellt. Der Uhrturm zeigt den historischen Stadtkern mit ihren herrlichen Bürgerhäusern und dem Springbrunnen mit der Mariensäule in der Mitte.
 
© Edith Spitzer, Wien / Banska Bystrica, SK - Hauptplatz / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Banská Bystrica - Hauptplatz
© Edith Spitzer, Wien / Banska Bystrica, SK - Kirche / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Banská Bystrica - Kirche
© Edith Spitzer, Wien / Banska Bystrica, SK - Uhrturm / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Banská Bystrica - Uhrturm

Eine weitere Station des Barbaraweges ist die ehemalige Siedlung der Bergleute Špania Dolina (=Herrengrund). Im 15. Jahrhundert wurde das hier von der thurzo-fuggerschen Kupfergesellschaft geförderte Kupfer nach ganz Europa ausgeführt. Die Gesellschaft galt als sehr fortschrittlich, so führte sie u.A. die 8-Stunden-Arbeitszeit oder Pensionen für Kumpel und Witwen ein. Das ehemalige Gebäude der bergmännischen Wache wird heute als Restaurant und Museum genutzt. Das Museum zeigt sehr anschaulich bergmännische Werkzeuge und das damalige Schulsystem. Über der Gemeinde thront die aus dem 13. Jahrhundert stammende Kapelle bzw. die Verklärung-des-Herrn-Kirche, die Ende des 16. Jahrhundert im gotischen Stil umgebaut wurde. Vom Dorfplatz führt eine überdachte Holztreppe mit 160 Stufen zur Kirche.
 
© Edith Spitzer, Wien / Spania Dolina,SK - Kirche_mit_Treppenaufgang / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Špania Dolina - Kirche
© Edith Spitzer, Wien / Spania Dolina, SK - Museum / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Špania Dolina - Museum
© Edith Spitzer, Wien / Spania Dolina, SK / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Špania Dolina

Das Ende der ersten Etappe der 21,9 km langen Teilstrecke des Pilgerweges ist der Marien-Wallfahrtsort Staré Hory, der seit dem 13. Jahrhundert für seine Silber- und Kupferförderung bekannt ist.

Staré Hory nach Stalka

Die zweite Etappen des Barbaraweges führt von Staré Hory nach Stalka, eine anspruchsvolle Strecke von 27,6 km.

Stalka nach Kremnica

Rund 5 ½ Stunden benötigen Wanderer für das 18,6 km Teilstück von Stalka nach Kremnica. Über Krahule und Kremnické Bane gelangt man nach Kremnica, die mittelalterliche Goldstadt. Bereits im 10. Jahrhundert wurde Gold und Silber gefördert, jedoch aufgrund der Unwirtschaftlichkeit in den 1970er Jahren stillgelegt. Sehenswert ist ein Besuch der Firma Mincovňa Kremnica, die älteste bis heute funktionierende Münze der Welt, wo man in die Geheimnisse der Münzprägung eingeführt wird. Seit 1328 wurden/werden hier Münzen geprägt. Wussten Sie, dass die Kemnitzer Dukaten im Mittelalter als härteste Währung Europas gehandelt wurde? Dieses und weitere interessante Geschichten um die Münze erfährt man bei einer Führung im Museum. Neben dem Prägemuseum ist die Stadtburg und die Hl Katharina-Kirche (Patronin der Stadt) sehenswert.
 
© Edith Spitzer, Wien / Kremnica, SK - Pestsäule / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Kremnica - Hauptplatz
© Edith Spitzer, Wien / Kremnica, SK - Münze / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Kremnica - Münze
© Edith Spitzer, Wien / Kremnica, SK - Hauptplatz / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Kremnica - Pestsäule

Kremnica nach Sklené Teplice

Die nächste Etappe von Kremnica nach Sklené Teplice mit 28,3 km kann in acht Stunden bewältigt werden. Einen Abstecher wert ist die Burgruine Pust´y hrad, die alte Burg Zvolen. Das Areal des aus dem 12. Jahrhundert stammenden Burggeländes, gibt einen Einblick auf das Leben einer Burg und den Überblick von der Zisterne bis zu den Stallungen.
 
© Edith Spitzer, Wien / Burg Pusty hrad, SK - Wehrturm / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Burgruine Pust´y hrad
© Edith Spitzer, Wien / Burg Pusty hrad, SK - Kampfgerät / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Burgruine Pust´y hrad - Rammbock
© Edith Spitzer, Wien / Burg Pusty hrad, SK - Burganlage / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Burgruine Pust´y hrad

Sklené Teplice (= Glashütte) ist ein bekannter Kurort. Seit dem 16. Jahrhundert fuhren die Erholungsuchenden wie z. B. Johann Wolfgang von Goethe wegen der Mineral- und Thermalquellen nach Teplice. Berühmt ist die sogenannte "Parenica", das Höhlenbad, dessen Thermalwasser mit 42 °C aus dem Felsen kommt, und das vor allem bei Bewegungs- und Nervenkrankheiten förderlich ist.
 
© Edith Spitzer, Wien / Sklene Teplice, SK - Kurhotel / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Sklené Teplice - Kurhotel
© Edith Spitzer, Wien / Sklene Teplice,SK - Schwefelquelle / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Sklené Teplice - Höhlenbad
© Edith Spitzer, Wien / Sklene Teplice, SK - heisse_Quellen / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Sklené Teplice - heiße Quellen

Sklené Teplice nach Banská Štiavnica

Die fünfte Etappe führt von Sklené Teplice nach Banská Štiavnica. Die 12,3 km mäßig anspruchsvolle Strecke führt durch eine reizvolle Landschaft. Banská Štiavnica ist die älteste Bergbaustadt der Slowakei. Nehmen Sie sich die Zeit, sowohl das alte als auch das neue Schloss zu besichtigen, um interessante Einblicke in die Verteidigung der Stadt oder aber das Leben zu erhalten. Um die Bedeutung als "Goldstadt" zu festigen - immerhin wurde Ende des 17. Jahrhunderts 20.000 kg Silber und 600 kg Gold produziert - , liess bereits Maria Theresia 1762 die erste technische Hochschule der Welt in Banská Stiavnica errichten. Entdecken Sie die historischen Gebäude der Stadt mit ihren kleinen Geschäften und Cafés.
 
© Edith Spitzer, Wien / Banska Stiavnica, SK - neue Burg / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Banská Štiavnica - neue Burg
© Edith Spitzer, Wien / Banska Stiavnica, SK - Häuserzeile / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Banská Štiavnica - Häuserzeile
© Edith Spitzer, Wien / Banska Stiavnica, SK - Altstadt / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Banská Štiavnica - Altstadt

© Edith Spitzer, Wien / Banska Stiavnica, SK / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Banská Štiavnica nach Bacúrov

Knapp acht Stunden dauert die Erwanderung der sechsten Etappe über 27,6 km von Banská Stiavnica nach Bacúrov. Gleich nach Banská Stiavnica sollte man den Kalvarienberg mit seinen beeindruckenden Barockdenkmälern begehen. Auf Anregung des Jesuiten Franz Perger wurden auf dem Scharfenberg 19 Kapellen, 3 Kirchen, die Hl Treppe und die Statuengruppe der Siebenschmerzlichen Jungfrau Maria unter dem Kreuz errichtet, dessen Darstellung einmalig ist.

Bac´úrov nach Zvolen

Die 16,2 km der siebenten Etappe von Bacúrov nach Zvolen können in 4:40 Stunden erwandert werden. Die anspruchsvolle Strecke führt zu Trinkwasserquellen über die Ruinen der Burg Pust´y hrad dar aus dem 12. Jahrhundert bis nach Zvolen, eine der ältesten Städte der Slowakei.

Svolen nach Sampor

Von Zvolen nach Sampor führt die achte und 11,7 km lange Etappe des Barbaraweges. Unterwegs kreuzt man den Kurort Sliać mit der frühgotischen, aus dem 13. Jahrhundert stammenden St. Nicolaus-Kirche, die für ihre Wandmalereien und die größte Glocke der Slowakei berühmt ist, bis man im Benediktinerkloster Sampor das Ende dieser Etappe erreicht.

Sampor nach Banská Bystrica

Die letzte Etappe führt über 22,3 km von Sampor nach Banská Bystrica. Im Dorf Hronsek befindet sich das UNESCO-Welterbe-Denkmal einer hölzernen evangelischen Artikularkirche aus dem 18. Jahrhundert. Die Kirche wurde komplett aus Holz, ohne einen einzigen Metallnagel, innerhalb eines Jahres, ohne Haupteingang von der Straße und ohne Turm erbaut. Von jedem Sitz der Kirche erblickt man den Altar, die Akustik ist phänomenal.
 
© Edith Spitzer, Wien / Hronsek, SK - Holzkirche / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Hronsek - Holzkirche
© Edith Spitzer, Wien / Hronsek, SK - Holzkirche_Altar / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Hronsek - Altar der Holzkirche
© Edith Spitzer, Wien / Banska Bystrica, SK - Start_Barbaraweg / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Banská Bystrica - Start und Ziel

Geschichtsträchtige Städte, herrliche Landschaften, unberührte Natur und Bewegung, das ist der Barbaraweg in der Mittelslowakei!

Nächtigungstipps:

© Edith Spitzer, Wien / Kremnica, SK - Stefanihof / Zum Vergrößern auf das Bild klickenPension Stefanshof
http://www.visitslovakia.com/pension-stefanshof-kremnica
Empfehlenswerte Unterkunft vom Gründer des Barbaraweges.



© Edith Spitzer, Wien / Sklene Teplice, SK - Kurhotel / Zum Vergrößern auf das Bild klickenThermalhotel Sklene Teplice
Eine weit verstreute Anlage mit dem berühmten Höhlenbad der heißen Quellen - die Quellen sind nur bis 17:00 Uhr geöffnet.


Nähere Informationen:
http://slowakia.travel/de/der-barbaraweg
www.centralslovakia.eu

Ein Reise- & Pilgertipp von Edith Spitzer.

Lesen Sie auch:
WhatsAppFacebookTwitterE-Mail
Redaktion | Partner | Impressum | Sitemap | Werbung im 55PLUS-magazin
© by 55PLUS Medien GmbH in Liqu., Wien / Stand Dezember 2019
Diese Seite möchte Cookies speichern. Einverstanden Infos