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Wechselwirkung bei Arzneimittel

Lebensmittel können die Wirkung von Medikamenten beeinflussen.
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Arzneimittel: Vorsicht, Wechselwirkung! Grapefruits beeinflussen den Abbau von Arzneistoffen im Körper.

Grapefruit

Wirklich wohlschmeckend ist so eine Grapefruit. Nicht nur eine Freude für Augen und Gaumen mit ihrem gelben oder rosafarbenen Fruchtfleisch, saftig und dank moderner Züchtungen fast schon süß schmeckend, sondern auch reich an Vitaminen. In 100 Gramm stecken gut 40 Milligramm Vitamin C – das ist knapp die Hälfte des Tagesbedarfs eines Erwachsenen.

Leider enthält die Grapefruit aber auch Stoffe, die die Wirkung von Arzneimitteln im Körper deutlich verstärken oder abschwächen können. Und sie ist nur ein Beispiel von vielen. Es gibt eine Reihe von Nahrungsmitteln, bei denen solche Wechselwirkungen mit Medikamenten festgestellt wurden, darunter Milch und Milchprodukte, grüne Gemüse wie Spinat oder Kohl, Dauerwurst, Lakritze oder Vollkorngetreide.

Bedeutsam ist das vor allem für Menschen, die regelmäßig über einen längeren Zeitraum bestimmte Medikamente einnehmen und auf deren ordnungsgemäße Wirkung angewiesen sind. Nicht immer muss man deshalb gleich auf die jeweiligen Produkte verzichten. Vorsicht ist aber in jedem Fall geboten.

Der Bundesverband der Deutschen Apothekerverbände geht von mehr als 300 Arzneisubstanzen aus, deren Wirkung von Lebens- oder Genussmitteln beeinflusst wird. Diese Stoffe sind Bestandteil von rund 5000 gängigen Präparaten, was etwa 12,5 Prozent der in Deutschland erhältlichen Medikamente entspricht.

Einige häufige Wechselwirkungen zwischen Arznei- und Nahrungsmitteln sind seit Langem bekannt. Zum Beispiel die Sache mit der sonst so gesunden Grapefruit: Bestimmte Stoffe in der Frucht selbst und im Grapefruitsaft können den Abbau von Medikamenten im Körper hemmen und dadurch ihre Wirkung verstärken. Das betrifft unter anderem mehrere Blutdruck- und Cholesterinsenker sowie Arzneimittel gegen Allergien und Schlafstörungen. Nach neuesten Erkenntnissen scheint Grapefruitsaft umgekehrt auch die Aufnahme von Medikamenten aus dem Darm ins Blut zu behindern.

Manche Blutdruckmittel und Antibiotika könnten so deutlich an Wirkung verlieren. Ähnliches gilt möglicherweise für Orangen- und Apfelsaft. Um kein Risiko einzugehen, rät Professor Uwe Fuhr, Pharmakologe an der Universität zu Köln, Arzneimittel gar nicht mit Fruchtsaft einzunehmen. Bei einigen Medikamenten sollte man Grapefruit in jeder Form meiden, solange die Behandlung andauert.

Quelle: Diabetiker Ratgeber / GesundheitPro 2009

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