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Von Nützlingen und Schädlingen

Ost und Gemüse aus dem Garten - gibt es was Besseres?

Frisches Obst und Gemüse aus dem Garten – es gibt nichts Besseres!

Apfel

Doch oft fressen Schädlinge alles kahl. Verzichten Sie in Ihrem eigenen Interesse auf die Chemie-Keule! Setzen Sie lieber auf fliegende, krabbelnde oder kriechende Bio-Waffen wie Marienkäfer und Co.

Der Marienkäfer ist dank seiner Vorliebe für diverse Pflanzenschädlinge ein gern gesehener Gast in jedem Garten.

Ob Marienkäfer, Blumenwanze, Florfliege, Schwebfliege oder Schlupfwespe: Sie sind die natürliche Feinde von Schädlingen wie Insekten, Milben, Nematoden, mikroskopisch kleine Krankheitserreger (Bakterien, Viren, Pilze, Protozoen) und vielen andere Organismen.

Nützlinge sind für Mensch und Tier völlig ungefährlich, da sie hoch spezifiziert sind und sich oft nur von einem bestimmten Schädling ernähren bzw. durch ihn weiterentwickeln können. Sobald keine Nahrung oder kein Wirt mehr vorhanden ist, verschwinden auch die Nützlinge wieder, da sie entweder verhungern oder ihnen ihre Entwicklungsgrundlage fehlt.

Der große Vorteil der emsigen Räuber: Dank ihrer Hilfe sind die später geernteten Schätze Natur pur, also zu 100 Prozent frei von Chemie, die normalerweise literweise zur Schädlingsvernichtung versprüht wird.

Die Bio-Strategien

  • Räuber - Beute: Der Nützling macht sich aktiv auf die Suche nach  Schädlingen (Beutetiere), die er frisst. Die befallenen Pflanzen werden nicht geschädigt.
  • Parasit - Wirt: Der Nützling (Parasit) pflanzt sich auf oder meist im Körper des Wirtes (des Schädlings) fort. Wenn Experten fachsimpeln, dass klingt das so: Der Nützling parasitiert sein lebendes Opfer und tötet es in der Folge ab.
Wen die Helfer zum Fressen gern haben

Marienkäfer: Es gibt viele verschiedene Arten. Die meisten sind Räuber und ernähren sich von Blattläusen, Spinnmilben oder Schildläusen. Manchen sind auch auf Mehltau-Pilze spezialisiert. Der Siebenpunkt-Marienkäfer ist einer der bekanntesten Nützlinge. Sowohl als Larve als auch als erwachsenes Tier ernährt er sich von Blattläusen.

Ein Siebenpunkt-Marienkäfer frisst pro Tag bis zu 150 Blattläuse. Als Larve tötet er bis zu 800 Läuse.

Blumenwanzen leben schon als Larve räuberisch. Als erwachsenes Tier ernährt sie sich von Spinnmilben, Blattläusen, Thripsen, kleinen Raupen und Schmetterlingseiern.

Eine Wanze frisst bis zu 200 Blattläuse oder bis zu 600 Spinnmilben.

Schlupfwespen sind hochspezialisierte Parasiten, die ihre Eier z.B. in Schmetterlingsraupen, Blattwespen, Fliegen- und Käferlarven ablegen. Die kleinen Blattlaufschlupfwespen legen ihre Eier mittels Stachel in Blattläuse ab. Während sich aus dem Ei die Larve entwickelt, stirbt der Wirt.

Eine Blattlausschlupfwespe parasitiert bis zu 500 Läuse.

Schwebfliegenlarven zeichen sich durch enorme Gefräßigkeit aus und haben sich auf Blattläuse spezialisiert. Die erwachsenen Schwebfliegen ernähren sich von Blütennektar, Pollen und Honigtau.

Eine Schwebfliegenlarven vertilgt bis zu 700 Blattläuse in ein bis zwei Wochen (bis zu ihrer Verpuppung).

Florfliegen: Die Larven fressen Blattläuse, Spinnmilben, Thripse, Wollläuse und kleine Raupen. Die erwachsene Florfliege lebt von Blütennektar und Honigtau.

Eine Larve frisst bis zu 700 Blattläuse.

Das Plus der Nützlinge
  • Der Vorteil gegenüber chemischen Pflanzenschutzmethoden ist, dass es zu keiner Resistenzbildung bei den Schädlingen kommen kann.
  • Die Anwendung ist unkompliziert und von jedermann ohne zusätzlich anzuschaffende Gerätschaften durchzuführen. Man muss keine anwendungsbeschränkenden Auflagen (wie z.B. Gewässer- oder Grundwasserschutz) beachten. Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Maske, Handschuhen, Stiefeln u.ä. sind nicht erforderlich.
  • „Behandelte“ Pflanzen können jederzeit berührt werden, auch  Gewächshäuser sind ohne Vorsichtsmaßnahmen betreten werden.
  • Ein rechtzeitig durchgeführter Nützlingseinsatz führt oft zu einem schnelleren Pflanzenwachstum und zu einer Verbesserung der  Pflanzengesundheit.
  • Biologischer Pflanzenschutz mit Nützlingen bedeutet meist eine Einsparung beziehungsweise Vermeidung von chemischen Pflanzenschutzmitteln sowie eine Verminderung des Arbeitsaufwandes. Das heißt, dass Pflanzen während der Behandlung an Ort und Stelle bleiben können, was besonders bei großen Stauden ins Gewicht fällt.
Nein zur Chemie-Keule

Sabine Seidl von der umweltberatung: "Bei Früchten, die wir ernten möchten, gilt es, so sanft wie möglich und am besten vorbeugend in das System des natürlichen Kreislaufes einzugreifen. Beispielsweise kann man den Standort durch Kompostgaben, Gründüngung oder Bodenbearbeitung verbessern oder Nützlinge fördern, indem man ihnen Unterkünfte oder Winterquartiere anbietet. Biologisches Gärtnern schont die eigene Gesundheit aufgrund der Tatsache, dass nicht mit Gift hantiert werden muss. Gleichzeitig wird verhindert, dass giftige Schadstoffe in die Nahrungskette des Tierreiches geraten bzw. in den Boden oder ins Wasser gelangen."

Denn der Einsatz von Spritzmitteln ist laut Expertin häufig nur eine Symptombekämpfung. Denn der Grund des Übels - das kann zum Beispiel der Wahl einer falschen Sorte, ein falscher Standort oder ähnliches sein - wird nicht erforscht und bleibt bestehen. Laut Seidl kann bereits durch eine einzige Anwendung mit einem breitenwirksamen Insektizid das Verhältnis zwischen Schädlingen und Nützlingen zugunsten der Schädlinge verschieben, von z.B. ca. 1:1 auf ca. 5:1. Dadurch können sich die Schädlinge beinahe ungehemmt vermehren, was weitere Spritzungen "notwendig" erscheinen lässt. Ein Teufelskreis. (red)

Quelle: www.gesundesleben.at


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