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Außergewöhnliche Adventsbräuche

Krampalar, Kamele und Kuhglocken - die etwas anderen Adventsbräuche.

Außergewöhnliche Adventsbräuche

Weihnachtsmarkt, Krippenspiel und Christbaum – ohne diese Bräuche ist die Weihnachtszeit bei uns kaum vorstellbar. Doch wer hätte gewusst, dass in Österreich den Heiligen Nikolaus wahre Schreckensgestalten begleiten? Oder dass die Kinder im spanischen Lanzarote noch bis in den Januar auf ihre Geschenke warten? Außergewöhnliche Bräuche von schön bis schaurig zeigen, wie man in anderen Ländern die „staade Zeit“ feiert.

© Mostviertel Tourismus / schwarz-koenig.at / Ybbsitzer Adventmarkt im Mostviertel, NÖ / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Flammende Schmiedeweihnacht in Niederösterreich:
Eisernes Brauchtum im Advent 


Schmieden ist in Ybbsitz an der niederösterreichischen Eisenstraße eine über Jahrhunderte gewachsene Tradition und daher 2010 von der UNESCO zum Immateriellen Kulturerbe erklärt worden. Besucher erleben das generationenübergreifende Brauchtum hautnah bei der Ybbsitzer Schmiedeweihnacht, einem der ungewöhnlichsten Adventsmärkte der Alpenrepublik.
Auf dem historischen Marktplatz und der Schmiedemeile ertönen am 13. und 14. Dezember 2025 Hammerschläge. Knapp 100 Eisenkünstler aus bis zu zwölf Nationen präsentieren über lodernden Feuern ihre Techniken am Amboss. Auch Drechsler, Korbflechter, Glaskünstler und Schnitzer zeigen live ihr fast vergessenes Handwerk.
www.ybbsitz.at

© Fotobybodini.it / Stilfs im Vinschgau - Nikolaus-Brauch / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Klosn in Stilfs im Vinschgau:
Viel Lärm um den Nikolaus


Geheimnisumwittert und archaisch geht’s beim „Klosn“ am 4. Dezember in Stilfs im Vinschgau zu. Der uralte Brauch zur Abwehr von Dämonen wird alljährlich am Samstag vor oder nach Nikolaus veranstaltet. Dann treiben in dem Südtiroler Bergdorf im Ortlergebiet ab 14:00 Uhr sagenhafte Fabelwesen ihr Unwesen. Junge Burschen, verkleidet mit wilden Masken, bunten Gewändern und lärmenden Glocken, schlüpfen in die Rollen von „Schellern“, „Eseln“ oder „Tuifeln“ und wandern durch die engen Gassen.
Ruhig und unbeeindruckt schreitet unterdessen „Sonta Klas“ (der Heilige Nikolaus) durch den Ort, umgeben von vier weiß Gekleideten. Abends versammelt sich die Festgemeinde beim Ave-Maria-Läuten vor der Kirche, danach beginnt ein ausgelassenes Fest mit Musik, Speis und Trank.
www.vinschgau.net

© Turismo Lanzarote / Lanzarote, Spanien - Weihnachtsbrauch / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Cabalgata de Reyes auf Lanzarote:
Könige auf Kamelen


Während in Deutschland das Christkind an Heiligabend die Geschenke bringt, müssen sich die Kinder auf der spanischen Kanareninsel Lanzarote bis zum 5. Januar gedulden. Am Vorabend des Dreikönigsfests ziehen Caspar, Melchior und Balthasar bei der traditionellen „Cabalgata de Reyes“ auf Kamelen die Uferpromenade der Hauptstadt Arrecife entlang. Gefolgt von ihren Pagen sowie aufwendig geschmückten Wagen verschenken sie Bonbons an kleine Zuschauer. Davor haben diese Gelegenheit, den Weisen aus dem Morgenland ihre Wunschzettel zu übergeben.
Kamele haben auf Lanzarote eine lange Tradition: Einst brachte sie der normannische Abenteurer Jean de Béthencourt von Marokko als Nutz- und Lasttiere auf das Atlantik-Eiland. Noch heute werden sie bei der traditionellen Weinlese eingesetzt.
www.turismolanzarote.com

© Ticino Turismo/Ti-Press / Tessin, Schweiz - Weihnachtsbrauch / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Biciocada im Tessin:
Musikalische Grüße aus dem Glockenturm


Im kleinen Tessiner Dorf Morcote begehen Einheimische an den neun Abenden vor Weihnachten eine uralte Tradition. In der Adventzeit versammeln sich die Schweizer jeweils um 20.30 Uhr im Glockenturm der Kirche Santa Maria del Sasso zur „Biciocada“. Abwechselnd wird dann per Hand die Glocke geläutet und so ein musikalischer Gruß in die winterliche Nacht geschickt. Dazu gibt‘s in der gemütlichen Stube Würste vom offenen Kaminfeuer, Käse, Salametti und Tessiner Wein.
Den Adventsbrauch belebte Pepo Ardizio 1977 wieder. Urlauber dürfen dem Ritual gern beiwohnen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
www.ticino.ch

© Roter Hahn / Frieder Blickle / Roter Hahn, Südtirol - Weihnachtsbrauch / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

„Roter Hahn“-Bauernhöfe in Südtirol:
Mit Rauch gegen böse Geister


Um gegen das Schlechte gefeit zu sein, „räuchern“ die Südtiroler Bauern in der Weihnachtszeit ihren Hof aus. Dabei zieht der Hausherr, gefolgt vom Rest der Familie, mit einer Pfanne voll Glut und Weihrauch durch Anwesen und Stall und besprenkelt alle Räume mit Weihwasser, anschließend segnet er noch die Felder. Praktiziert wird der jahrhundertealte Brauch zwischen 24. Dezember und 6. Januar. An dem Tag haben auch die Sternsinger ihren Auftritt.
Mit geweihter Kreide schreiben entweder der Bauer selbst oder die Heiligen Drei Könige die Jahreszahl sowie ihre Initialen an die Eingangstür: C+M+B für Caspar, Melchior und Balthasar. Die Buchstaben stehen außerdem für „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“. Urlaubsgäste auf einem Hof der Marke „Roter Hahn“ sind herzlich willkommen, an der Tradition teilzunehmen.
www.roterhahn.it

© TVB St. Anton am Arlberg / St. Anton am Arlberg, Österreich - Weihnachtsbrauch / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Krampalar Lauf in St. Anton am Arlberg/Tirol:
Erst der Krampus, dann die Belohnung


Ziemlich gruselig geht es am Abend des 5. Dezember beim Arlberg-Pass Krampalar Lauf zu. Einen Tag vor dem Nikolausabend nämlich suchen traditionell dessen furchterregende Begleiter die „Unartigen“ heim. Dass sich unter den dicken Teufelsfellen freundliche Gesellen verstecken, ist den Krampalar beim Dorfumzug mit dem Nikolaus nicht anzusehen.
Die Prozession in St. Anton am Arlberg gilt dank besonders schauriger Masken und Feuerspektakel als Geheimtipp im Alpenraum. Am 6. Dezember und den Adventssonntagen lädt dann der „Adventzauber im Park“ rund ums Museum St. Anton in aller Ruhe zum Verweilen, Lauschen, Basteln und Backen ein.
www.stantonamarlberg.com
 
© Marco Feigenhauer/Woidlife Photography / Bayerischer Wald, DE - Weihnachtsbrauch / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Wolfauslassen in Bodenmais/Bayerischer Wald:
Glockengeläut und Goaßlschnalzer


Schon am Martinstag herrscht im Kurort Bodenmais im Bayerischen Wald  ein ohrenbetäubendes Spektakel, das Wolfauslassen: Behangen mit großen Kuhglocken ziehen Burschen und junge Männer an jedem 11. November lärmend durch den Ort, begleitet von „Goaßlschnalzern“ mit ihren laut knallenden Peitschen. Am Marktplatz erfolgt dann der unüberhörbare Showdown, wenn die Männer die Glocken nach allen Regeln der Kunst läuten.
Der Brauch geht auf eine Jahrhunderte alte Tradition zurück, früher hielten die Hirten so wilde Tiere und Wölfe von ihren Weiden und Höfen fern. Fünf Minuten fußläufig vom Geschehen befindet sich das 4-Sterne-Superior-Hotel Bodenmaiser Hof, ideal um ein paar Tage auszuspannen.
www.bodenmaiser-hof.de

Ein Adventtipp von 55PLUS-magazin.net.

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