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Rheuma: Schmerzende Krankheit mit vielen Gesichtern

Welche Ursachen die Krankheit hat und wie sie behandelt werden kann.

© Österreichische Rheumaliga / Gelenksdeformitäten / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Rheuma: Schmerzende Krankheit mit vielen Gesichtern (Teil II)

Zu einer der häufigsten chronischen Gelenksentzündungen zählt die chronische Polyarthritis oder rheumatoide Arthritis. Es entzündet sich die Innenhaut von Schleimbeuteln, Sehnenscheiden oder Gelenken. Vor allem Menschen in der zweiten Lebenshälfte sind davon betroffen. Die ersten Anzeichen können jedoch ganz allgemein sein: Appetitlosigkeit, Müdigkeit sowie leichtes Fieber gestaltet es schwierig, anfangs korrekte Krankheitsbilder zu stellen.

© Armin Vesenmayer privat / Dr. Armin Vesenmayer / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSchleichend oder plötzlich, die Beschwerden können unterschiedlich auftreten. "Entzündliches Rheuma geht mit schmerzenden, geschwollenen Gelenken, Morgensteifigkeit über eine Stunde, dadurch bedingte Müdigkeit und zuletzt mit unwiederbringlichen Gelenksdeformitäten einher", sagt der Rheumaexperte Dr. Armin Vesenmayer im Rahmen einer Veranstaltung der Österreichischen Rheumaliga. Meist sind Hände, Schulter, Knie oder Fußgelenke angegriffen. Die Beweglichkeit des Körpers nimmt ab und die Patienten haben starke Schmerzen. Diese Art der Arthritis ist bei einer Dauer von mehr als sechs Wochen unter der Beeinträchtigung von mindestens drei Gelenken diagnostizierbar. Durch Blutuntersuchungen können Antikörper durch den Rheumafaktor nachgewiesen werden. "Eine rasche Diagnose sollte so schnell als möglich feststehen und die maximale Therapie vor allem in den ersten zwei Jahren erfolgen. Nur so können Gelenkszerstörung und Deformationen verhindert werden", meint Vesenmayer.

Ursachen und Behandlung

© Armin Vesenmayer privat / Armin Vesenmayer / Zum Vergrößern auf das Bild klickenExperten gehen davon aus, dass das eigene Immunsystem, wenn es gestört ist, die Bekämpfung des körpereigenen Gewebes in Angriff nimmt. Das Zusammentreffen von mehreren Faktoren kann dafür verantwortlich sein. Eine gesunde Abwehr kann zwischen fremden Eindringlingen und körpereigenen Stoffen unterscheiden. Bei der chronischen Polyarthritis reagiert das Immunsystem mit einer Entzündung, da es nicht mehr richtig differenzieren kann. Zellen werden fehlgesteuert und wandern in die Gelenke und Gewebsstrukturen. Entzündungsfördernde Stoffe werden produziert. Die Gelenkinnenhaut wird strapaziert und sukzessive werden Knorpel, Knochen und Bänder zerstört. Falsche Ernährung, Überlastung der Gelenke, Autoimmunerkrankungen, erbliche Veranlagung aber auch das Rauchen können an der Krankheit beteiligt sein. "Heute stehen modernste Medikamente für die Betroffenen zur Verfügung. Durch die Therapie können Morgensteifigkeit, Gelenksbeschwerden schnell und dauerhaft reduziert werden. Doch leider sieht man noch immer Menschen, die nicht, nicht richtig oder zu wenig therapiert werden", sagt Vesenmayer.

© Österreichsiche Rheumaliga / Schaffer Gertraud / Zum Vergrößern auf das Bild klickenZur Gänze heilbar sind rheumatische Erkrankungen nicht. Generelles Ziel ist es, Patienten die Beweglichkeit zu erhalten. "Menschen mit Rheuma wünschen sich eine möglichst rasche Abklärung ihrer Erkrankung (Diagnose) um eine medikamentöse Einstellung sowie alle therapeutischen Maßnahmen (Physio- und Ergotherapie) zu erhalten", ergänzt Gertraud Schaffer Präsidentin der Österreichischen Rheumaliga. Übungen halten die Gelenke beweglich und bauen Muskel auf. Physikalische Therapien in Form von Wärme oder Kälte sowie Strom helfen zusätzlich. Fleischarme Kost unterstützt die Therapien ebenfalls. Ist die Erkrankung fortgeschritten, helfen meist nur mehr Operationen und der Einsatz von Prothesen.

Ein Gesundheitsbeitrag von Mag. Anita Arneitz.

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