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Muttermale regelmäßig kontrollieren lassen

Auf Veränderungen bei Muttermalen achten.

© Dr. Kaan Harmankaya / Melanom1 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Muttermale regelmäßig kontrollieren lassen

Fast jeder hat welche, aber keiner braucht sie wirklich: Muttermale. Während sie für Stars wie Marilyn Monroe oder Cindy Crawford zum Markenzeichen wurden, entwickeln sie sich für manche Menschen zum behandlungsbedürftigen Accessoire.

© Moser Milani Medical Spa / Kaan Harmankaya / Zum Vergrößern auf das Bild klickenMedizinisch gesehen handelt es sich bei Muttermalen, die umgangssprachlich Leberflecken genannt werden, um so genannte Hautfehlbildungen. Diese zeigen sich als sichtbare, braun pigmentierte, flache oder erhabene Flecken auf der Haut.

„Ein Muttermal, medizinisch Naevus, kann als Spielform der Natur bezeichnet werden.“, so der Facharzt für Dermatologie und Venerologie, Dr. Kaan Harmankaya. „Sie haben keine biologische Funktion und sind eigentlich vollkommen unnötig.“ Bei den meisten Menschen seien sie von Geburt an sichtbar, bei anderen entwickelten sie sich im Laufe der Jahre. „Für alle gilt, sie einmal im Jahr beim Hautarzt kontrollieren zu lassen, um Veränderungen frühzeitig festzustellen. Außerdem sollte jeder Mensch seine Muttermale regelmäßig genauer betrachten und im Zweifelsfall sofort einen Dermatologen aufsuchen.“

Dermatologische Untersuchung unabdingbar

Selbstverständlich ist nicht jedes Muttermal dafür prädestiniert, zu entarten und sich zu einem lebensgefährlichen Melanom zu entwickeln. Dennoch ist eine jährliche Muttermalkontrolle ab dem 18. Lebensjahr durchaus empfehlenswert. Wenngleich es in Bezug auf das Alter auch Ausnahmen gibt, wie Dr. Harmankaya erläutert: „Kinder, in deren Familien bereits Melanome aufgetreten sind oder die überdurchschnittlich viele Muttermale haben, sollten schon frühzeitig regelmäßig abgeklärt werden.“

© Dr. Kaan Harmankaya / Melanom1 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenZiel dieser Untersuchungen sei das Auffinden problematischer Leberflecke. Werden diese nicht rechtzeitig gefunden, könne das gesundheitliche Probleme zur Folge haben – bis hin zum Tod. „Entartete Muttermale sind zwar deutlich seltener als weißer Hautkrebs, aber auch wesentlich gefährlicher, wenn sie langfristig unerkannt bleiben.“ Ein genauer Zeitraum lässt sich diesbezüglich nicht abstecken, manche Muttermale entwickeln sich sehr langsam zum bösartigen Melanom, bei anderen schreitet dieser Vorgang sehr schnell voran. Allen gemein ist, dass sie Größe, Form und/oder gegebenenfalls Farbe verändern, in manchen Fällen bluten und/oder krustig werden. „Ich bitte jene Patienten, die zum ersten Mal bei mir zur Muttermalkontrolle erscheinen, zunächst einmal darum, mir Bericht zu erstatten, ob sie selbst Veränderungen festgestellt haben. Diese Muttermale müssen primär begutachtet werden. Nachdem Frauen regelmäßig ihre Brust abtasten sollten, gilt für alle Menschen gleichermaßen, ein Auge auf ihre Muttermale zu haben.“, empfiehlt Kaan Harmankaya.

Entfernung sowohl konservativ als auch chirurgisch möglich

© Dr. Veith Moser / Melanom Operation / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDa auffällige Nävi bzw. Muttermale eine genaue histologische Untersuchung und Abklärung nötig machen, können diese nur chirurgisch entfernt werden. Vor dem Eingriff ist eine fotografische Dokumentation erforderlich. „Eine Entfernung mittels Laser ist nur bei jenen Muttermalen möglich, die aus rein ästhetischen Gründen eliminiert werden sollen. Der Laser zerstört die Struktur, was eine feingewebliche Aufarbeitung unmöglich macht.“, gibt Dr. Harmankaya zu bedenken. Ein Zeichen, dass es sich um ein Melanom handelt, sei auch, wenn es tief in die Haut hineingehe. „Oftmals erkennt man schon während des Eingriffs, in welche Richtung der Befund gehen wird.“ Jene Patienten, die als Risikogruppen eingestuft werden, benötigen ein regelmäßiges Monitoring. „Unser westliches Gesundheitssystem erkennt die Menschen, die ein erhöhtes Risiko für Melanome haben, sehr gut.“, weiß Kaan Harmankaya. „Diese sind bei Dermatologen, die mit digitaler Dermatoskopie aufwarten, bestens aufgehoben. Sie erlaubt die elektronische Dokumentation aller Muttermale in regelmäßigen Intervallen, um kleinste Veränderungen sofort erkennen zu können.“  

Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden

Sonnenlicht ist zwar gesund und lebenswichtig, sollte aber nur dann genossen werden, wenn die Haut ausreichend geschützt ist. Zwar wird ein bereits bösartig verändertes Muttermal durch die Sonne nicht in seiner negativen Entwicklung beeinflusst, dennoch ist Sonnenschutz für jeden Menschen das Um und Auf, wie Dr. Harmankaya weiß: „Wir stellen immer häufiger fest, dass im Freien arbeitende Menschen öfter von entarteten Muttermalen betroffen sind als jene, die sich seltener in der Sonne aufhalten. Als Dermatologe rate ich dringend, im Sommer niemals ohne Sonnenschutz das Haus zu verlassen. Das gilt für alle Menschen gleichermaßen und für jene mit heller Haut bzw. Kinder im Besonderen – unabhängig davon, ob sie Muttermale haben oder nicht.“

© Dr. Kaan Harmankaya / Melanom2 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDer Experte rät in Bezug auf Leberflecke, beim Dermatologen vorbeizuschauen, wenn sich etwas verändert oder man das Gefühl hat, dass etwas nicht stimmt. Prinzipiell gilt, besser einmal zu viel als einmal zu wenig einen ärztlichen Rat einzuholen, um schwerwiegende Folgen zu vermeiden.

Nähere Informationen:
www.mein-dermatologe.at
www.ident.wien

Ein Gesundheitsbeitrag von Mag. Sonja Streit.

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