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Bayreuth - Geschichte & Architektur

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Markgräfin Wilhelmine von Brandenburg-Bayreuth
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Bayreuth, Oberfranken - Denkmal Markgräfin Wilhelmine

Bayreuth - Geschichte & Architektur

Bayreuth verbindet man mit der Musik von Richard Wagner und der Welt von Markgräfin Wilhelmine. Der musikalische und architektonische Nachlass dieser beiden Persönlichkeiten prägen die oberfränkische Stadt mit ihren rund 75.000 Einwohner.

Bereits im 12. Jahrhundert wurde Bayreuth urkundlich erwähnt, doch erst die Eheschließung des Markgrafen Friedrich III. von Brandenburg-Bayreuth 1732 mit Wilhelmine von Preußen, Lieblingsschwester von König Friedrich dem Großen, brachte den erwünschten Aufschwung. Obwohl rund 166 Jahre Residenzstadt (1603 bis 1769) war Bayreuth bis zu diesem Zeitpunkt ein eher verschlafenes Provinznest mit rund 7.000 Einwohnern.

Ursprünglich für eine Eheschließung mit dem Thronerben von England vorgesehen, musste Markgräfin Wilhelmine aus politischer Räson letztlich unter ihrem Stand heiraten. Um London zu vergessen, ließ sie in ihrer Zeit in Bayreuth die schönsten Bauten errichten: UNESCO-Welterbe Markgräfliches Opernhaus, Schlosskirche, Neues Schloss mit Hofgarten, Schloss Eremitage mit den weitläufigen Gärten, Schloss und Park Fantaisie, Felsengarten Sanspareil, Hofkirche und viele weitere architektonische Kleinode.

So wandelten wir auf den Spuren Wilhelmines und entdeckten die Highlights von Bayreuth.

Bayreuth, Oberfranken - Markgräfliches Opernhaus

UNESCO-Welterbe Markgräfliches Opernhaus

Zur Hochzeit ihrer einziger Tochter Elisabeth Friederike Sophie mit Herzog Carl Eugen von Württemberg 1748 ließ Markgräfin Wilhelmine ein Opernhaus errichten, das sich in Prunk und Pomp mit den Häusern der regierenden Häupter in Europa messen sollte. Das Opernhaus wurde mit 60 Meter Länge eine riesige Kulturstätte. Sie suchte die zu dieser Zeit bekanntesten Theater-Architekten und -Planer und wurde bei dem Italiener Giuseppe Galli Bibiena fündig.
 
Bayreuth, Oberfranken - Markgräfliches Opernhaus_Logen Bayreuth, Oberfranken - Markgräfliches Opernhaus_aussen Bayreuth, Oberfranken - Markgräfliches Opernhaus_Detail
Mit einem Wow-Effekt betreten wir das barocke Opernhaus mit der Rekonstruktion des Bühnenbildes. Wir tauchen ein in die Geschichte und versuchen uns die Schauessen der Hochzeitsgäste vorzustellen. Von den Rängen konnte das „Volk“ den illustren Gästen beim Essen zusehen, während eine italienische Oper gespielt wird. Dekadenz pur!

Bayreuth, Oberfranken - Schlosskirche

Schlosskirche Unsere liebe Frau

Nach einem Brand wurde der Neubau der Schlosskirche vakant. Im Auftrag von Markgraf Friedrich und Markgräfin Wilhelmine wurde Mitte des 18. Jahrhunderts Josef Saint-Pierre mit den Arbeiten betraut. Ursprünglich als protestantisches Gotteshaus erbaut wurde sie 1813 in eine katholische Pfarrkirche umgewidmet. Die barocken Deckengemälde und Stuckarbeiten konkurrieren mit dem fast klassizistischen Stil des Altars.
 
Bayreuth, Oberfranken - Schlosskirche_Marien-Altar Bayreuth, Oberfranken - Schlosskirche_Deckengemälde Bayreuth, Oberfranken - Schlosskirche_Grabstätte
In der Grabkapelle der Schlosskirche fanden Markgraf Friedrich, Markgräfin Wilhelmine und ihre Tochter Friederike ihr letzte Ruhe.

Bayreuth, Oberfranken - Neues Schloss_Gartenseite

Neues Schloss mit Hofgarten

Auch hier war die Zerstörung des Alten Schlosses durch Brand der Grund, warum im 18. Jahrhundert eine neue Schlossanlage erbaut wurde. Markgräfin Wilhelmine wirkte maßgeblich an der Gestaltung der Räume mit. So können wir heute das Spiegelscherbenkabinett, den Salon mit Golddecke, das Japanische Zimmer oder das Musikzimmer bestaunen. Doch Highlight ist der Saal mit der Nussholzvertäfelung und vergoldeten Palmen im Bayreuther Rokoko.
 
Bayreuth, Oberfranken - Neues Schloss Bayreuth, Oberfranken - Neues Schloss_Blick Bayreuth, Oberfranken - Neues Schloss_Badehaus
Nach dem Tod von Wilhelmine heiratete Markgraf Friedrich Sophie Karoline von Braunschweig-Wolfenbüttel. Für sie ließ er ein Italienisches Schlösschen errichten, das er durch ein Badehaus mit dem Neuen Schloss verband.
 
Bayreuth, Oberfranken - Neues Schloss_Brunnen Bayreuth, Oberfranken - Hofgarten_Brücke Bayreuth, Oberfranken - Neues Schloss_Kanal
Zu jedem Schloss gehört auch ein Garten. Im Laufe der über 400jährigen Geschichte veränderte sich dieser vom markgräflichen Hofgarten in einen für alle beliebten Erholungsraum. Die „grüne Lunge“ der Stadt. Ein Wasserkanal verbindet vier Inseln, auf denen verschiedene Skulpturen und Brunnen zu finden sind.

Bayreuth, Oberfranken - Schloss Eremitage_Orangerie

Schloss Eremitage mit Gartenanlage

Unweit der Residenzstadt Bayreuth ließ Markgraf Georg Wilhelm 1715 das Alte Schloss inmitten einer höfischen Einsiedelei errichten. Sein Sohn Markgraf Friedrich überschrieb die Anlage seiner Gattin Wilhelmine. Somit waren den Um- und Erweiterungsplänen der umtriebigen Markgräfin Tür und Tor geöffnet. Zuerst vergrößerte sie das Alte Schloss um ein Musikzimmer, Japanisches Kabinett und dem Chinesischen Spiegelkabinett. Doch damit nicht genug.
 
Bayreuth, Oberfranken - Eremitage_Altes Schloss Bayreuth, Oberfranken - Schloss Eremitage_Altes Schloss Bayreuth, Oberfranken - Schloss Eremitage_Grotte
Nach den Entwürfen des Landschaftsarchitekten Joseph St. Pierre entstanden zwischen 1743 und 1745 neben dem Ruinentheater und der unteren Grotte mit Springbrunnen verschiedene Wasseranlagen. Barocke Elemente wie Heckenquartiere, Laubengänge und Wasserspiele vervollständigen den Bau des Neuen Schlosses mit dem zentralen Sonnentempel und der halbkreisförmigen Orangerie.
 
Bayreuth, Oberfanken - Schloss Eremitage_Figurenskulptur Bayreuth, Oberfranken - Schloss Eremitage_Ruine Bayreuth, Oberfranken - Schloss Eremitage_Brunnen
König Ludwig II. in Bayern war von der Architektur der Gartenanlage des 18. Jahrhunderts so begeistert, dass er bei seinen Besuchen der Wagner’schen Festspiele in der Eremitage seinen Wohnsitz hatte.

Bayreuth, Oberfranken - Schloss Fantaisie_Brunnen

Schloss und Park Fantaisie

Ursprünglich von Markgräfin Wilhelmine erbaut machte ihre Tochter Herzogin Elisabeth Friederike Sophie nach dem Scheitern der Ehe mit Herzog Carl Eugen von Württemberg Schloss Fantaisie zu ihrem Lebensmittelpunkt. Und wäre sie nicht die Tochter der legendären Markgräfin Wilhelmine schuf sie sich hier rund fünf Kilometer westlich von Bayreuth ein Refugium. Im weitläufigen Schlosspark fallen besonders der Neptunbrunnen mit der Kaskade auf.
 
Bayreuth, Oberfranken - Schloss Fantaisie_Park Bayreuth, Oberfranken - Schloss Fantaisie_Gartenseite Bayreuth, Oberfranken - Schloss Fantaisie_Laubengang
Der spätere Besitzer der Anlage Herzog Alexander von Württemberg verwandelte den Rokoko-Garten in einen weitläufigen Landschaftspark mit Ruinen, Teichen, Katakomben und Weinterrassenfeldern.
 
Bayreuth, Oberfranken - Schloss Fantaisie_Schnecke Bayreuth, Oberfranken - Schloss Fantaisie_Tafel Bayreuth, Oberfranken - Schloss Fantaisie_Bank
Im Schlossgebäude ist das Gartenkunst-Museum der Bayerischen Schlösserverwaltung zu finden, das einen sehr informativen Zugang zur abwechslungsreichen Geschichte der deutschen Gartenkunst von den Anfängen bis zu den gegenwärtigen Gartenanlagen bietet. Skulpturen, Gemälde, Grafiken, Pläne, Werkzeuge und Gartenmodelle verstärken den Eindruck. Neben dem Weißen Saal mit der golden verzierten Stuckdekoration ist die Nachbildung des bekannten Spindler-Kabinetts das Highlight des Gebäudes. Die bildhafte Täfelung im Spindler-Kabinett wurde aus verschiedenen Holzarten zusammengestellt. Sehenswert!

Um Bayreuth’s geschichtliche und architektonische Seite zu entdecken, gibt es Hilfe mit der Future History App, der digitalen Stadtführung.

Weitere Informationen:
www.bayreuth-tourismus.de

Ein Städte- & Reisetipp von Edith Spitzer.

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