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Christbaumschmuck (8): Christbaumspitze

Im letzten Teil unserer Serie über den Christbaumschmuck kommen wir zur Krönung des Baumes: den Christbaumspitzen.
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Die Krönung des Baumes: Christbaumspitzen

Christbaumschmuck - Christbaumspitzen

Sieht man sich Bilder des frühen 19. Jahrhunderts an, so zeigt sich, dass damals Kerzen an der Spitze genügten, dann setzten sich einfache Sterne aus gebürstetem Lametta oder gelbem Karton als „Stern über Bethlehem“ durch.

Christbaumschmuck - Baumspitzen / Zum Vergrößern auf das Bild klickenBald folgten kleine Engel aus doppelseitig geprägtem Goldpapier, Rosetten mit Glasfäden-Kranz, bemalte Oblaten-Bildchen und Sterne mit Glasfäden-Schweifen. Eine Steigerung brachten Engel aus Papier oder Wachs mit einem Buch oder dem Spruchband „Gloria in excelsis deo“, die an der Spitze des Baumes angebracht wurden.

Christbaumspitzen / Zum Vergrößern auf das Bild klickenIn Gablonz und Lauscha fügte man Perlen und Stäbe zu prachtvollen Sternen zusammen, während auch billigere einfache Figuren aus gepresster Watte, Papiermaché und Krepp angeboten wurden. Seine besondere Note erhielt der alte Schmuck durch das "gesponnene" Glas. Diese seidigen Fäden aus Glas wurden für Vogel-Schwänzchen verwendet oder für die "Glasseidenrosetten" der Christbaumspitzen. Das früher so beliebte Engelshaar bestand aus gelockter Glasseide. Eine Neuerung war das sogenannte Christbaum-Geläut aus Messing als Baumspitze, bekrönt von einem Engel mit der Posaune. Engelsgeläut kommt durch die aufsteigende Kerzenwärme in Bewegung.

Christbaumschmuck - bunte Spitze / Zum Vergrößern auf das Bild klickenWir kennen heute in erster Linie die prächtigen zwei- bis dreistufigen Christbaumspitzen aus Glas mit kleinen Glöckchen an der Seite, manche sehen aus wie preussische Pickelhauben, manche weisen einen Lamettaschweif auf oder zeigen zusätzlich in der Kugelform sogenannte „Reflexe“, die das Kerzenlicht reflektieren. Für den rustikalen Baum werden gerne aufwendig gestaltete Strohsterne montiert. 

Die Pflege von altem ererbten oder gesammelten Christbaumschmuck macht viel Freude und lohnt sich, auch wenn das Aufputzen des Baumes einige Zeit dauert. Beim Spaziergang durch Antik– oder Adventmärkte werden Erinnerungen an Jugendjahre geweckt. „Die kleinen bunten Kugeln, die Vögel, Fliegenpilze und Tierfiguren hatten wir auch einmal am Christbaum hängen“, so hört man oft beim Vorbeigehen.

Im Grunde ein schöner Brauch, in einer Zeit, da Brauchtum oft in Lärm und Alkohol ausartet, und der noch immer Jung und Alt viel Freude bereitet.

Lesen Sie aus der Serie "Christbaumschmuck":

Ein Kulturtipp der 55PLUS-Kunstexpertin Helga Högl.

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© by 55PLUS Medien GmbH in Liqu., Wien / Stand September 2019