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Albertina, Wien: PICASSO - Malen gegen die Zeit

Ingrid Turkovic-Wendl präsentiert die Spätwerke des spanischen Künstlers Pablo Picasso (1881-1973) aus einer sehr persönlichen Sicht.
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Albertina - Picasso-Ausstellung, Ingrid Wendl

Albertina - Picasso-Ausstellung, Führung Ingrid WendlAm Freitag, den 13. Oktober 2006, gelang der Albertina mit ihrer neuen Führungsreihe, in der Highlights aus den aktuellen Ausstellungen von der Generation 55PLUS der Öffentlichkeit präsentiert werden, ein überaus positiver Einstieg. Zum "Kick-off" konnten sie Ingrid Wendl gewinnen, die die Führung zu einem Erlebnis machte. In einer sehr persönlichen und emotionalen Sicht der Werke des Künstlers führte sie souverän durch die Ausstellung PICASSO - Malen gegen die Zeit.

Albertina - Picasso-Ausstellung, Ingrid Wendl und SkulpturIngrid Wendl`s Zugang zu den Werken Picassos begann in ihrer Zeit als Mitglied der "Wiener Eisrevue", wo sie in der Eremitage in Leningard, heutiges St. Petersburg, Kraft und Entspannung für ihre 400 Vorstellungen im Jahr sammelte. "Zu dieser Zeit war dem Künstler nur ein kleiner Raum in der riesigen Eremitage gewidmet, aber gerade hier war die Energie und die schöpferische Kraft Picasso`s am Eindruckvollsten zu spüren", erinnert sie sich.
Albertina - Picasso-Ausstellung, IW"Picasso ist kein Maler, der zeichnet das Auge am Knie", meinte Ingrid Wendl`s Vater. Aber weil Picasso das weibliche Knie als sehr erotisch empfunden hat, wollte er das Auge des Betrachters darauf lenken. In seinen Spätwerken hat sich der Künstler sehr intensiv mit der jugendlichen Vitalität und Erotik der Weiblichkeit auseinander gesetzt, was ihm von den Kritikern als "Voyeurismus des Greises" ausgelegt wurde. "Die Hemmschwelle der älteren Männer nimmt mit dem Alter ab, so dass die Darstellung der Weiblichkeit als natürlich empfunden wird", bringt Ingrid Wendl die künstlerische Darbietung auf den Punkt.

Das Bewusstsein um die eigene Vergänglichkeit lässt Picasso in seinem letzten Werk einfließen: Die Umarmung bezwingt durch eine enthemmte Darstellung des sexuellen Aktes mit der im Hintergrund schon wartenden Endgültigkeit des Lebens, versinnbildlicht durch die alles verschlingende Welle.

Besondere Highlights der Ausstellung sind neben den Gemälden auch die Radierungen von Picasso. In diesen Darstellungen zeichnet er in seiner eigenen, akribisch ins Detail gegehenden Technik den weiblichen Körper und den im Hintergrund bleibenden Mann. Durch die Reduzierung der Aktivität des älteren Mannes auf die eines Betrachters spiegelt sich die Wehmut des Alters wider.
"Die Freiheit, die kein Alter kennt", mit diesem bezeichneten Satz beendete Ingrid Wendl die Führung, die die Werke eines besonderen Menschen und Ausnahme-Künstlers zeigen.

Die Ausstellung PICASSO - Malen gegen die Zeit ist noch bis 7. Jänner 2007 in der Albertina zu sehen. Jeden Freitag um 10:30 Uhr führen aktive best ager durch die 200 Gemälde, Grafiken, Zeichnungen und Skulpturen von Picasso und bringen ihre Sicht und Zugänge zu diesem Genie in die Führung ein.

Albertina-Museum
A-1010 Wien, Albertinaplatz 1
Telefon: +43-1-534 83-0
www.albertina.at

Ein Kulturtipp von Edith Spitzer.


 
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