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Bei Wetterschwankungen Kopfschmerzen

Wärme und niedriger Luftdruck haben Einfluss auf Migräne und Spannungskopfschmerz.
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An Kopfschmerzen ist das Wetter schuld: Bei Föhn brummt der Schädel, in sommerlicher Hitze zerplatzt der Kopf. Wer an Migräne leidet, der weiß aus Erfahrung, dass bei bestimmten Wetterlagen die Chance größer scheint, eine Attacke zu erleiden. Bislang war dieses Allgemeinwissen allerdings praktisch nicht wissenschaftlich überprüft worden.

Gibt es wirklich einen Zusammenhang zwischen Wetter und Kopfschmerzen? Dem sind jetzt Mediziner des Beth Israel Deaconess Medical Center im US-amerikanischen Boston streng wissenschaftlich nachgegangen. Sie untersuchten mehr als 7.000 Patienten in sieben Jahren und kommen zu dem Schluss: Ja, tatsächlich beeinflussen vor allem Temperatur und Luftdruck die Kopfschmerzwahrscheinlichkeit. Ist es heiß oder ist der Luftdruck niedrig, steigt die Wahrscheinlichkeit für Spannungskopfschmerzen und Migräne.

"Migräne betrifft eine große Gruppe der Bevölkerung", sagt Studienautor Kenneth Mukamal. "Knapp ein Fünftel aller Frauen und sechs Prozent der Männer in den USA berichten von Migräne, besonders junge und mittelalte Erwachsene sind betroffen." Bekannt ist bereits seit langem, dass Auslöser wie bestimmte Lebensmittel, Alkohol, Stress und Hormone eine Migräneattacke verursachen können.

"Die Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit und der Luftdruck machen Menschen am häufigsten für ihre Kopfschmerzen verantwortlich", erklärt Mukamal weiter. "Doch keiner dieser Gründe haben Forscher jemals gründlich überprüft." Seine Kollegen und er untersuchten insgesamt 7.054 Patienten, die zwischen Mai 2000 und Dezember 2007 im Krankenhaus wegen Kopfschmerzen eine Behandlung erhielten. Von den Patienten litten 2.250 unter Migräne, 4.803 klagten über Spannungskopfschmerzen.

Die Mediziner zogen die meteorologischen und Luftverschmutzungsdaten der drei Tage vor der Kopfschmerzbehandlung und des Tages der Behandlung selbst für jeden Patienten in ihre Analyse mit ein. So konnten sie abgleichen, ob Lufttemperatur, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit, Feinstaubbelastung und andere Faktoren in einem statistischen Zusammenhang zum Auftreten der Kopfschmerzen stehen.

Tatsächlich ist eine erhöhte Lufttemperatur in den 24 Stunden vor dem Krankenhausbesuch statistisch mit den Kopfschmerzen verbunden. Das Risiko schwerer Kopfschmerzen steigt um 7,5 Prozent pro fünf Grad Celsius höherer Außentemperatur. Etwas weniger beeinflusst niedriger Luftdruck in den zwei bis drei Tagen vor der Kopfschmerzattacke das Risiko. Bei Feinstaubpartikeln fanden die Forscher keine Zusammenhänge mit einer erhöhten Kopfschmerzwahrscheinlichkeit.

"Sicherlich bestätigen unsere Ergebnisse die Idee, dass schwere Kopfschmerzen von externen Faktoren ausgelöst werden können", fasst Mukamal die Studie zusammen. Er empfiehlt Patienten, mit ihren Ärzten die Auslöser ihrer Kopfschmerzen herauszuarbeiten. Denn obwohl das Wetter nicht geändert werden kann, gebe es Arzneimittel, die man bei bestimmten Wetterlagen vorbeugend einnehmen könne, um eine Kopfschmerzattacke zu vermeiden.

Quelle:
Neurology / GesundheitPro.de 2009


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