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Wenn der Bauch schmerzt: Gallensteine

Ultraschaluntersuchung und Operation ermöglichen Sicherheit und ein normales Leben ohne Diät.
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Diagnose Gallensteine: Was nun? (Teil 2)

"Eine einfache schmerzlose Ultraschalluntersuchung, die jedes Röntgeninstitut macht, kann Aufschluss geben, ob ein Mensch Gallensteine hat oder nicht. Die Treffsicherheit der Ultraschalluntersuchung liegt bei 95 Prozent", sagt Prof. Dr. Albert Tuchmann, Primarius der Chirurgischen Abteilung des SMZ Floridsdorf. Anhand dieser Untersuchung kann ein Mediziner rasch einschätzen, ob Gallensteine als Ursache für Bauschmerzen infrage kommen oder auszuschließen sind. Ist die Diagnose positiv, schafft in den meisten Fällen eine Operation Abhilfe.

"Alternativen wie Gallensteinzertrümmerung mit Schallwellen sowie Gallensteinauflösung werden wegen schlechter Langzeitergebnisse nicht mehr angeboten", ergänzt Tuchmann. Antibiotikatherapien kommen zwar zur Anwendung, jedoch vorwiegend bei Menschen, bei denen ein operativer Eingriff nicht infrage kommt und eine Entzündung der Gallenblase vorliegt. Experten raten, auch bei einer einmaligen Gallenkolik an eine Operation zu denken, da sich Komplikationen wiederholen und weitere Entzündungen hinzukommen können. Die Gallenblase wird in Mitleidenschaft gezogen, ein Verschluss des Gallengangs kann auftreten bis hin zu einer Gelbsucht und Bauchspeicheldrüsenentzündung.

Operation unter Narkose

© Österreichische Gesellschaft für Chirurgie, Fischill PR / Tuchmann Albert / Zum Vergrößern auf das Bild klickenGrundsätzlich erfolgt der operative Eingriff unter Vollnarkose und "laparoskopisch". Hier wird durch eine spezielle Sicherheitsnadel Gas in die Bauchhöhle gepumpt, damit sich diese von den Eingeweiden abhebt. Meist am Nabel, erfolgt die Einführung einer Sonde, die mithilfe von Optik und Kamera Bilder aus dem Inneren liefert. Anhand weiterer Hohlsonden kommen schließlich Instrumente für die eigentliche Operation in den Körper des Patienten.

"In letzter Zeit wurden zahlreiche Möglichkeiten gefunden, die Operation noch weniger invasiv also noch weniger traumatisierend zu gestalten", beruhigt Tuchmann. Die einzelnen Sonden wurden in ihrer Größe verkleinert und der Zugang zum Bauchraum wird vorwiegend durch den Nabel oder Magen vorgenommen. Nach dem Eingriff bleiben Patienten üblicherweise zwischen einem und drei Tagen im Krankenhaus. Erste sportliche Betätigungen sind nach gut einer Woche möglich. "Im Falle einer operativen Gallenblasenentfernung übernimmt der Gallengang die Funktion des Galletransportes in den Dünndarm, wo Galle zur Verdauung (von Fett) benötigt wir", sagt Tuchmann. Nach einer solchen Operation ist somit ein vollkommen normales Leben möglich, ohne einer speziellen Diät oder Ähnlichem.       

Vorsorge möglich?

Für Ärzte ist eine gesunde Ernährung die Basis einer jeden Vorsorge. "Schlechtes Essen" sowie auch "die Fettsucht und Übergewicht" führt für den Primar trotzdem nicht zwangsläufig zu Gallensteinleiden. Vielmehr wird der Mobilitätsstörung der Gallenblase als maßgebliche Ursache gesehen. Eine medizinische Verhinderung und generelle Prophylaxe ist nach derzeitigem Erkenntnisstand nicht möglich. Gallensteine treten bei jüngeren sportlichen Menschen genau so auf, auch wenn ältere Personen mehr betroffen sind. Bei sogenannten asymptomatischen Gallensteinleiden, einem Leiden ohne Beschwerden, nimmt die Schulmedizin nur die Rolle des Beobachters ein. Lediglich bei Diabetikern wird eine vorsorgliche Operation durchgeführt, da erkrankte Personen stärker zu einer Gallenblasenentzündung neigen.  

Nähere Informationen:
http://www.tuchmann.at/

Ein Gesundheitsbeitrag von Mag. Anita Arneitz.

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