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Magenbrennen

Brennende und krampfartige Schmerzen im Oberbauch zählen zu häufigen Leiden. Neben Unverträglichkeiten und organischen Ursachen kann auch die Psyche eine Rolle spielen.
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© 55PLUS Medien GmbH, Wien / Edith Spitzer / Magenschmerzen / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Magenbrennen – wenn der Knotenpunkt gereizt ist

Jeder dritte Erwachsene in Österreich leidet an einem Reizmagen. Rumoren, Übelkeit, Völlegefühl, saures Aufstoßen bis hin zu krampfartigen und brennenden Schmerzen im Oberbauch, die Symptome können unterschiedlicher Natur sein. Sodbrennen, insbesondere nach eingenommenen Mahlzeiten, kann ebenso Verursacher einer solchen körperlichen Reaktion sein wie auch die Unverträglichkeit bestimmter Nahrungsmittel. „Bei den Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist die Dosis ausschlaggebend dafür, ob Beschwerden nach dem Genuss entstehen oder nicht“, sagt die Diätologin Karin Spiesz von der Initiative „Gesunder Darm“. Sind solche Magenbeschwerden gegeben, sprechen Mediziner von einer sogenannten „Dyspepsie“.

Bei etwa der Hälfte aller Betroffenen sind aber keine organischen Erkrankungen als Auslöser zuzuordnen. Ist dies der Fall, wird es als „funktionelle Dyspepsie“ oder Reizmagen-Syndrom bezeichnet. Es kommt zu Funktionsstörungen in unserem Organismus, die das Lebensgefühl erheblich beeinträchtigen können. Es gilt zudem darauf achtzugeben, dass die Symptome von Magenproblemen trotzdem als Alarmzeichen für Entzündungen oder gar Tumore im Magen-Darm-Trakt auftreten können. Ein Ernstnehmen der Vorkommnisse ist daher immer angeraten, sagen Experten. Oftmals gehen andere Störungen des Verdauungstraktes Hand in Hand, wie etwa das Reizdarmsyndrom oder die Refluxkrankheit.

Ursachen und Diagnose

Die genauen Ursachen sind nach wie vor noch nicht geklärt. Eine veränderte Schmerzwahrnehmung durch ein überempfindliches Nervensystem in unserem Magen-Darm-Bereich wird ebenso genannt, wie auch der individuelle Konsum von Kaffee, scharfen Gewürzen, fettreiches Essen und vor allem Alkohol.

Psychische Gründe können ebenfalls eine gewichtige Rolle spielen. Depressive Verstimmungen, Angst, Gefühle der Überforderung, Unruhe und Schlaflosigkeit, Familie, Druck oder Veränderungen im Beruf, die seelischen Belastungen präsentieren sich vielfältig. Psyche und Verdauung haben schon seit jeher eine enge Verbindung. Tritt eine funktionelle Dyspepsie ein, kann es weiterführend auch zu Herzstechen, Herzrasen, verstärktes Schwitzen und Kreislaufprobleme kommen, die auf eine Reizung unseres vegetativen Nervensystems zurückzuführen sind. Eine Diagnose seitens eines Arztes erfolgt nach dem Ausschlussprinzip. Es wird also nachgewiesen, dass keine organische Ursache, wie beispielsweise eine chronische Gastritis, vorhanden ist. Der Prozess folgt hier einem konkreten Ablauf. Nach einem umfangreichen Gespräch über die Krankheitsgeschichte des Patienten erfolgen Labor- und Ultraschalluntersuchungen des Oberbauchs. Recht häufig werden Magen- und Darmspiegelungen durchgeführt.

Behandlung und Milderung

Erster Ausgangspunkt einer wirksamen Milderung der Beschwerden eines gereizten Magens liegt in der möglichst konsequenten Vermeidung der auslösenden Faktoren. Lebens- und Ernährungsumstellungen gehören ebenso dazu, wie auch der Abbau von stressverursachenden Situationen. Die bestmögliche Beseitigung von psychischen Belastungen ist ein wesentlicher Ansatz zu Besserung.

Sport, Bewegung, autogenes Training und Entspannungstechniken sind hilfreiche Begleiter bei der Bewältigung von Stress. Zur Linderung werden ärztlich verschriebene Medikamente zur Hemmung der Magensäure, aber auch Mittel, die sich auf die Beweglichkeit des Magens auswirken, verwendet. Im Zuge der Ernährung kann versucht werden, kleinere auf den Tag verteilte Portionen zu essen. Festzuhalten gilt jedoch, dass jegliches Beschwerdebild, das sich einem „brennenden Magen“ zuordnen lässt, und sich nach einigen Wochen der Therapie nicht spürbar verbessert, weiter abgeklärt werden muss.

Weitere Informationen:
Initiative zur Darmgesundheit: http://www.gesunderdarm.at/
http://www.karinspiesz.at/

Ein Gesundheitsbeitrag von Mag. Anita Arneitz.
 
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