Ästhetische Chirurgie: Gesichtsstraffung/Face Lift
Da der Zahn der Zeit an uns allen nagt, ist unser Körper mit zunehmendem Alter naturgemäß erheblichen Schwankungen unterworfen. Deutlich sichtbar wird dies vor allem im Gesicht, denn dessen Einzelbestandteile verändern sich im Laufe der Jahre in unterschiedlichen Geschwindigkeiten.
Ein Gesicht ist so viel mehr als die Summe seiner Einzelteile – nicht zuletzt deshalb, da wir es für jeden sichtbar „nach außen tragen“, mit ihm unsere Gefühle zum Ausdruck bringen und es für unsere Kommunikation von enormer Wichtigkeit ist.
Neben 52 Gesichtsmuskeln sorgen Haut, Unterhautfettgewebe und Knochen für seine Form. All diese Komponenten sind in verschiedensten Ausprägungen genetischen Aspekten, Umwelteinflüssen und altersbedingten Veränderungen unterworfen. Dem Alter entsprechend kommt es deshalb zu Faltenbildung, Erschlaffung der Haut und einem Rückgang des Fettanteils, wobei sich die Gesichtszüge nach unten bewegen.
Dem Alter trotzen

„In welchem Lebensabschnitt jemand dafür qualifiziert ist, lässt sich nicht genau beziffern. Es kommt immer auf die Beschaffenheit aller Komponenten des Gesichts an, das Alter ist nicht entscheidend. Menschen, die nach einer extremen Gewichtsabnahme von hängender Haut im Hals- und Gesichtsbereich betroffen sind, sind unter Umständen schon mit 35 für solch eine Operation prädestiniert.“, erläutert der Plastische Chirurg Dr. Veith Moser. Beide Mediziner sind der Ansicht, dass in puncto Gesichtsstraffung individuell entschieden werden und das für den Patienten perfekte Modell gefunden werden muss. „Das Alter unserer Straffungs-Patienten reicht derzeit von Mitte 30 bis Mitte 80.“
Operative Methoden
Da sich die Plastische Chirurgie stetig weiterentwickelt, haben sich in den letzten Jahrzehnten unterschiedlichste Möglichkeiten zur Straffung der Gesichts- und Halspartie etabliert. Neben dem klassischen Face Lift, das sich über das gesamte Gesicht und, wenn nötig, den Hals erstreckt, können auch nur Teile gestrafft werden. „Wir unterscheiden zwischen einem oberen Face Lift, das die Stirn und die Schläfen beinhaltet sowie einem unteren Face Lift, bei dem die Wangen und vor allem der Hals involviert sind.“, so Dr. Veith Moser.

Die Experten weisen darauf hin, dass eine Straffung der Haut allein nie ausreicht. Vielmehr müsse das Superficial Muscular Aponeurosis System (SMAS) unbedingt miteinbezogen werden. Es handelt sich dabei um die unter der Haut (und ihrer Fettschicht) liegende Gewebsschicht, die sich aus Bindegewebe, Faszien und oberflächlicher Muskulatur zusammensetzt und im Rahmen des klassischen Face Lifts abpräpariert, gestrafft und anschließend fixiert werden muss, um ein langfristiges Ergebnis zu erzielen. „Wichtig ist, dass nach oben gestrafft wird und nicht nach hinten. Der Vektor bewegt sich nach unten und nicht nach vorne.“, mahnt Dr. Moser. Danach werde die Haut zart drüber gelegt und mittels Nähten fixiert, um anschließend die überflüssigen Hautteile zu entfernen. Der Unterschied zum „normalen“ Facelifting liegt in der Straffung mittels Fäden ohne Präparation des SMAS. Dadurch ist vor allen Dingen das Risiko der Verletzung des Gesichtsnervs sowie der Verletzung der Ohrspeicheldrüse deutlich reduziert.
Konservative Methoden
Wer jünger und frischer wirken möchte, muss sich nicht zwingend einer Operation unterziehen. „Wir bieten seit einiger Zeit die Thermage an, die sich entweder mit einem Face Lift kombinieren lässt oder als Alternative zum Eingriff betrachtet werden kann.“, erklärt Dr. Milani-Helletzgruber. Vor-, Zusatz- oder Alternativbehandlungen wie Needling, Botox- und Hyaluronsäure-Injektionen oder Thermage seien heutzutage Standard. „Nachdem es immer mehr innovative Möglichkeiten zur Hautstraffung gibt, die chirurgische Verfahren ersetzen, ist die Nachfrage nach Face Lifts stark zurückgegangen.“, berichtet Veith Moser. Oftmals ließen sich damit Eingriffe vermeiden bzw. verzögern, wenngleich das nicht für jeden Patienten gelte. „Sind Regionen schon zu stark abgesunken, greifen konservative Maßnahmen nicht mehr oder nur bedingt, weshalb ein Eingriff die beste Option darstellt.“
Wissenswertes
Ein Face Lift eignet sich für Frauen und Männer gleichermaßen. Männliche Patienten müssen sich nach dem Eingriff meist einer Laserbehandlung unterziehen, um den nach hinten versetzen Bartansatz direkt vor den Ohren zu eliminieren. Die Kosten beginnen bei 6.500 Euro. „Eine Kombination aus oberem und unterem Face Lift sowie Hals kostet zwischen 12.000 und 15.000 Euro.“, so Dr. Milani-Helletzgruber und Dr. Moser. „Inkludiert sind Voruntersuchungen, z.B. beim Internisten, um festzustellen, ob ein Eingriff zu riskant wäre, der Spitalsaufenthalt und die intensive Nachbetreuung. In der Regel ist man nach ein bis zwei Wochen wieder gesellschaftsfähig.“
Zu den Risiken zählen die üblichen wie Wundheilungsstörungen, Blutergüsse, Schwellungen, Gefühlsstörungen, temporäre Muskelschwächen und Verletzung des Gesichtsnervs sowie der Ohrspeicheldrüse, wobei Dr. Moser zu berichten weiß: „Der Nerv ist in manchen Fällen eine gewisse Zeit beleidigt bzw. im Seitenvergleich geschwächt, was sich aber wieder gibt. Langfristige Probleme hatte bisher keiner unserer Patienten.“ Vor und nach der Operation gilt es, aufs Rauchen zu verzichten, um den Heilungsprozess nicht zu gefährden.
Um böse Überraschungen zu vermeiden, sollten Fachärzte für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie oder Mediziner mit vergleichbarer Qualifikation und entsprechenden Erfahrungswerten die Hauptansprechpartner sein, wenn jemand über eine Gesichtsstraffung nachdenkt.
Nähere Informationen:
www.milani.at
www.medspa.cc
www.plastischechirurgie.org
Ein Gesundheitsbeitrag von Mag. Sonja Streit.
Lesen Sie auch: