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Nasenbluten - Ursachen und Erste-Hilfe-Maßnahmen

Nasenbluten (Epistaxis) sieht immer gefährlich aus. Welche Ursachen sich dahinter verbergen und was Sie dagegen tun können.
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Erkältung oder Bluthochdruck: Was steckt hinter Nasenbluten?

© 55PLUS Medien GmbH, Wien / Edith Spitzer / Nasenbluten / Zum Vergrößern auf das Bild klickenWenn der Enkelsohn am Nachmittag mit einem blutigen T-Shirt nach Hause kommt, hat er sich nicht unbedingt geprügelt. Vielmehr kann er einfach spontan Nasenbluten (medizinisch: Epistaxis) bekommen haben, denn Kinder gehören neben Menschen über 50 Jahren zu den am meisten von Nasenbluten Betroffenen. Wissen Sie, welche Ursachen sich hinter der blutigen Nase verbergen? Welche Tipps helfen dabei, das Nasenbluten zu stillen?

Dunkel- oder hellrot: Arten von Nasenbluten

Das Nasenbluten (Epistaxis) ist eine der häufigsten Gründe für eine Notfallbehandlung. Ärzte schätzen, dass weltweit ca. 60 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal in ihrem Leben an Nasenbluten leiden und sich circa 6 Prozent von ihnen medizinisch behandeln lassen.
Dabei gibt die Farbe und Fließgeschwindigkeit des Blutes einen Hinweis auf die Art der Blutung und somit auch auf die Notwendigkeit einer ärztlichen Versorgung.
  • Hellrotes Blut stammt meist aus einer Arterie. Es fließt meist schnell und spritzend aus der Nase. Hellrotes Nasenbluten bei älteren Menschen kann ein Hinweis auf chronischen Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) sein.
  • Dunkelrotes Blut lässt meist auf eine venöse Blutung schließen und tropft langsam aus der Nase.
Venöses Nasenbluten, auch im Schlaf, ist meist harmlos, da nur wenige Milliliter Blut austreten. Bei arterielle Blutungen muss fast immer ein Facharzt zu Rate gezogen werden, da schwere Erkrankungen wie der seltene Nasenkrebs dahinter stecken können.

Je nach dem Ort der Blutung unterscheiden Mediziner zwischen der vorderen Epistaxis und der hinteren Epistaxis. Blutungen im vordere Bereich der Nase, insbesondere im Locus Kiesselbach, treten häufiger auf und sind allgemein leichter zu therapieren. Diese gefäßreiche Schleimhaut im vorderen, unteren Teil der Nasenscheidewand ist sehr empfindlich und kann schon bei kräftigem Schnäuzen einreißen. Ältere Menschen bluten häufig aus größeren Arteriengeflechten im hinteren Bereich der Nase, der Mediziner spricht von hinterer Epistaxis.

Nasenbluten kann als Symptom einer Allgemeinerkrankung auftreten oder lokal bedingt sein. Lokales Nasenbluten entsteht dann, wenn die Ursache der Blutung direkt in der Nase oder den Nasennebenhöhlen liegt. Jedoch können auch einige innere Krankheiten von Nasenbluten begleitet sein, weswegen Nasenbluten als Begleitsymptom auftreten kann.

Lokale Ursachen von Nasenbluten

Lokales Nasenbluten entsteht meist durch eine Verletzung der Nasenscheidewand durch Druckveränderungen oder Gewalteinwirkung. Bei sensiblen Personen genügen schon das Bohren in der Nase oder Temperaturschwankungen im Winter, um feine Risse im Locus Kiesselbach zu verursachen.

Weitere Ursachen für lokales Nasenbluten sind:
  • © 55PLUS Medien GmbH, Wien / Schnupfen / Zum Vergrößern auf das Bild klickenErkältungsbedingter Schnupfen: Bei einer Erkältung schwillt die Nasenschleimhaut an, was sie anfälliger für Risse und Blutungen macht.
  • Allergischer Schnupfen: Auch bei Pollenallergikern kann die Ursache von gelegentlichem Nasenbluten in einer geschwollenen Nasenschleimhaut liegen. Wer den unangenehmen Fließschnupfen mit antiallergischen Nasensprays behandelt, hat gleich ein zweifach erhöhtes Risiko für Nasenbluten. Manche der darin enthaltenen Konservierungsstoffe trocknen die Schleimhaut aus, wodurch sie leicht zu bluten beginnt.
  • Loch in der Nasenscheidewand: Eine sogenannte Septumderivation entsteht beispielsweise durch jahrelanges Einatmen von Industriestäuben oder dem regelmäßigen Schnupfen von Kokain.
  • Tumore der Nase: Nasenkrebs kann sowohl in den Nasenhaupt- oder Nebenhöhlen auftauchen, als auch die äußere Haut der Nase betreffen
Nasenbluten als Symptom einer Allgemeinerkrankung

Manchmal werden innere Erkrankungen von Nasenbluten begleitet. Gerade bei älteren Menschen, die an Nasenbluten leiden, sollte eine ärztliche Untersuchung auf diese sogenannten systemischen Ursachen stattfinden. Häufig spielen Gefäß- und Kreislauferkrankungen eine Rolle, für welche Menschen über 50 Jahre ein erhöhtes Risiko aufweisen.
  • Arteriosklerose: Durch Fett- oder Kalkablagerungen in den Blutgefäßen steigt die Gefahr eines Pfropfs aus Blutplättchen (Thrombus). Zur Verhinderung eines Thrombus verschreiben Ärzte häufig „blutverdünnende“ Medikamente. Zu Nasenbluten führen können solche Medikamente dann, wenn die Dosis zu hoch ist oder andere Medikamente die Wirkung beeinflussen.
  • Bluthochdruck (Hypertonus): Durch den langanhaltenden Druck in den Blutgefäßen nehmen diese Schaden und reißen leicht ein. Nasenbluten kann ein erstes Anzeichen für chronischen Bluthochdruck sein.
  • Blutgerinnungsstörung: Bei einer krankhaft gesteigerten Blutungsneigung (hämorrhagischen Diathese) fehlen dem Körper bestimmte Proteine und  Zellen, die dafür sorgen, dass eine leichte Verletzung mit neuem Gewebe verschlossen wird.
Auch Frauen während der Schwangerschaft können von Nasenbluten betroffen sein. Da der Körper in dieser Phase vermehrt Östrogen bildet, lockern und dehnen sich die Blutgefäße. Bei kleinsten Verletzungen der Nase kann es, besonders ab dem 2. Trimester, zu Nasenbluten der werdenden Mutter kommen.

Wissenswert:
Nasenbluten während der Schwangerschaft lässt sich meist auf den veränderten Hormonhaushalt zurückführen und hat keine Auswirkungen auf das ungeborene Baby.

Richtig reagieren bei Nasenbluten

Noch immer kursieren gegensätzliche Meinungen, wenn es darum geht, Nasenbluten zu behandeln. Leichtes Nasenbluten lässt sich gut mit den nachfolgenden Tipps stoppen. Als Faustregel gilt jedoch: Hört die Blutung innerhalb von 20 Minuten nicht auf (Kinder: etwa 10 Minuten) oder tritt sie häufig ohne erkennbare lokale Ursache auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Richtiges Verhalten bei Nasenbluten:
  • Aufrecht hinsetzen oder Oberkörper des Betroffenen hochlagern
  • Kopf nach vorne beugen, damit das Blut nach vorne aus der Nase fließen kann. Dies ist besser, als den Kopf nach hinten zu beugen, da sonst Blut in den Magen fließen kann und zu Erbrechen führen kann.
  • Nasenflügeldruck: Den weichen, unteren Teil der Nase für einige Minuten fest zusammendrücken (Ausnahme: nach einer traumatischen Verletzung)
  • Kühlen: Einen Eisbeutel (in Stoffhülle) oder ein kaltes Tuch in den Nacken gelegt beschleunigt die Blutgerinnung.
  • Die Nase niemals fest zustopfen. Bei großen Blutmengen kann dieses über den Rachenraum in den Magen gelangen.
  • Nach Stillstand der Blutung nicht gleich wieder die Nase schnäuzen.
Wer sich und seiner Nase vorbeugend etwas Gutes tun will, der bewegt sich – auch im Winter – ausreichend an der frischen Luft. Das tut Herz, Gefäßen und dem Blutdruck gut und sorgt auch für eine angenehme Frische und gesunde Durchblutung der Nase.

Ein Gesundheitstipp von 55PLUS-magazin.

 
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