Heute ist Dienstag, der 10.12.2019 | Mail Newsletter | Geschenk Gewinnspiel
Print

Erholen und entspannen in Hakone, Japan

Baden, Kultur und Wandern zwischen heißen Vulkanen und kühlen Seen.
WhatsAppFacebookTwitterE-Mail
© Anita Arneitz & Matthias Eichinger / Ashi-See mit Vulkan / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Raus aus der Großstadt, rein in den Nationalpark in Japan: Nach ein paar Tagen Sightseeing in der Millionenmetropole Tokio tut ein Tag mitten in der Natur und an der frischen Luft richtig gut. Deshalb zieht es viele Städter am Wochenende nach Hakone. Das ist ein kleiner Ort in den Bergen, rund 100 Kilometer von Tokio entfernt.
Am liebsten wird hier durch die Wälder gewandert und Kunst bewundert, um im Anschluss die müden Muskeln in heißes Thermalwasser zu tauchen und den Geist über die Landschaft streifen zu lassen. Im Kratergebiet sind einige der ältesten Kurorte Japans angesiedelt.

Wellness auf Japanisch

© Anita Arneitz & Matthias Eichinger / Hakone Ryokan / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDie Wellnesshotels sehen ein wenig anders aus wie in Österreich. Traditionell wird in Ryokans, japanischen Gästehäusern, übernachtet. Wenn am Abend die Manager in ihren Luxuskarossen aus Tokio einchecken, tauschen sie ihre eleganten Lederschuhe gegen simple Hausschuhe. Geschlafen wird am Boden auf superbequemen Futons, gegessen im Schneidersitz, aufmerksam umsorgt von unverheirateten Frauen im Kimono. Nach dem Abendessen geht es nach Geschlechtern getrennt ins Onsen, einem klassischen Thermalbad.

Onsen-Oasen

© Anita Arneitz & Matthias Eichinger / Ashi-See, Japan / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDer Ablauf des Onsen-Besuches ist genau geregelt: Zuerst muss man sich auf Plastikhockern gründlich einseifen und waschen, danach wird das Thermalwasser nackt und meist sitzend genossen. Lachen oder lautes Reden untereinander finden die Japaner dabei als störend. Genauso unerwünscht sind Tätowierungen. Wer ein Tattoo hat und trotzdem ins Onsen will, bucht eine Suite mit privatem Thermalbecken am Balkon.
Übrigens, günstig sind solche Gästehäuser nicht:
Eine Übernachtung kostet um die 20.000 Yen pro Person (zwischen 150 und 200 Euro).

Wandern im Kratergebiet

© Anita Arneitz & Matthias Eichinger / Bus, Japan / Zum Vergrößern auf das Bild klickenIm Nationalpark sind mehrere Vulkane aktiv, einige davon entstanden erst vor weniger als 100 Jahren. Es kann daher immer wieder passieren, dass Wanderwege oder Gebiete aufgrund vulkanischer Aktivitäten gesperrt sind. Seit einem halben Jahr ist zum Beispiel die Seilbahn über den Vulkan zum Ashi-See nicht mehr in Betrieb, es qualmt einfach zu stark.

Die Japaner haben aber für Ersatz gesorgt und schleusen Besucher mit Bussen vorbei an verkohlten Bäumen und lodernden Hängen ins grüne Erholungsgebiet. An den Schwefelgeruch gewöhnt man sich schnell und wer Glück mit dem Wetter hat, sieht den Fuji in all seiner Pracht hinter dem See thronen.

Der Weg ist das Ziel

© Anita Arneitz & Matthias Eichinger / Ashi-See, Japan / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDie Anreise zum Ashi-See scheint ewig zu dauern: Zuerst geht es mit einer Bahn im Zickzackkurs und Schritttempo durch Wälder und über spektakuläre Brücken in die Höhe.

© Anita Arneitz & Matthias Eichinger / Gora OpenAir Kunstmuseum / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEndlich auf 539 Meter Seehöhe angekommen nutzen wir die Pause bis zur Abfahrt der nächsten Bahn für einen Besuch im Open-Air-Kunstmuseum. 120 Werke moderner, zeitgenössischer Kunst sind in einem weitläufigen Park ausgestellt. Die Skulpturen stammen von namhaften Künstlern aus der ganzen Welt und sind erlebnisreich am Gelände inszeniert. Ein großes Highlight ist der Picasso-Pavillon. Bereits 1984 wurde der Pavillon erbaut und zeigt einen bunten Querschnitt von Picassos Arbeiten.

Kunst de luxe am Berg erwartet niemand

© Anita Arneitz & Matthias Eichinger / Bahnschiene, Japan / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDer gemütliche Rundgang durch das Open-Air-Museum dauert rund eine Stunde. Bei der Halbzeit empfiehlt sich ein Abstecher ins Café, gleich daneben kann kostenlos das Fuß-Spa ausprobiert werden. Ganz in der Nähe gibt es noch weitere Museen – eines über Meißenporzellan, über den kleinen Prinzen, japanische Malerei und Töpferei oder die Geschichte der Region. Kultur- und Kunstinteressierte kommen voll auf ihre Kosten.

Naturfreunde steigen in die Hakone Tozan Railway und erklimmen weiter den Vulkan. Die Bahn erinnert ein bisschen an die rätische Bahn in der Schweiz – seit 1979 sind die beiden mit einem Freundschaftsabkommen verbunden. Tipp: Wer den Hakone Free Pass kauft, kann zwei oder drei Tage alle Züge und Busse im Nationalpark nutzen und erhält Ermäßigungen auf Eintritte.

Ausflugsziel Ashi-See

© Anita Arneitz & Matthias Eichinger / Ashi-See - Schiff / Zum Vergrößern auf das Bild klickenRomantisch zwischen den Vulkanen eingebettet liegt der Ashi-See mit einer Länge von rund 20 Kilometern. Für Japaner ist der Ashi-See ein beliebtes Ausflugsziel – besonders im Frühjahr, wenn die Kirschen blühen oder im Herbst, wenn sich das Laub golden verfärbt. Nur die Plastiktretboote in Form von bunten Schwänen und die beiden Piratenschiffe passen nicht ins verträumte Bild – aber die Einheimischen lieben solchen Kitsch. Genauso wie die warmen Minikuchen, gefüllt mit picksüßer Bohnencreme.

Wandern auf historischen Pfaden

Mit solch einer süßen Stärkung fällt die Wanderung entlang der alten Tōkai-Straße leicht. Einst war der Weg eine der wichtigsten Verbindungsstraßen zwischen Kyoto und Tokio (früher Edu). Heute ist der Trail wunderschön unter alten Bäumen angelegt. Kaum lässt sich erahnen, wie anstrengend die Reise einst gewesen sein muss. Vor allem für die Frauen, die in ihren Haaren Münzen und Schmuck als Bestechung für die Zollbeamten versteckten. Ohne einen Begleitbrief vom Shogun, der mehr Macht hatte als der Kaiser, wanderten die Reisenden trotzdem sofort ins Gefängnis.

Zollstation Hakone Sekisho

© Anita Arneitz & Matthias Eichinger / Hakone, Sekisho Zollstation / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEinen Einblick in das damalige Leben gibt es in Hakone Sekisho. Die Zollstation entstand bereits im Jahre 1619 und galt als eine der Strengsten im Land. Wer das schön angelegte Freilichtmuseum mit Ausgrabungen besucht, muss zwar keinen Zoll zahlen, aber Eintritt in der Höhe von 500 Yen (rund vier Euro). Die Investition lohnt sich, vor allem für jene, die auch die vielen Stufen zum Aussichtsturm hochsteigen – von hier haben sie einen fantastischen Blick auf den Ashi-See. Wenn dann noch die Sonne hinter den Gipfeln versinkt, Stille ins Ferienörtchen einzieht und sich der Mond langsam hinter dem Lattenzaun hervor schiebt, fühlt man sich wie in einer anderen Zeit.

© Anita Arneitz & Matthias Eichinger / Hakone, Sekisho Zollstation / Zum Vergrößern auf das Bild klickenWeitere Informationen:
Hakone Open-Air-Museum: www.hakone.oam.or.jp
Hakone: www.hakone.or.jp
Hakone Sekisho Zollstation: www.hakonesekisyo.jp

Ein Reisebericht von Anita Arneitz.
Fotos: Anita Arneitz & Matthias Eichinger

Lesen Sie auch:
WhatsAppFacebookTwitterE-Mail
Video: Restaurant Stellwerk auf Usedomplay
Redaktion | Partner | Impressum | Sitemap | Werbung im 55PLUS-magazin
© by 55PLUS Medien GmbH in Liqu., Wien / Stand Dezember 2019
Diese Seite möchte Cookies speichern. Einverstanden Infos