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Gaming auf dem Mac: Gibt Apple endlich nach?

Gaming hinkünftig auch auf dem Mac.
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Bild von Matias Cruz auf Pixabay

Gaming auf dem Mac: Gibt Apple endlich nach?

Viele Jahre hatten Apple-Nutzer und Mac-Besitzer das große Nachsehen, wenn es um Gaming auf dem Rechner ging. Aufgrund seines abgeschlossenen Systems umging der Konzern die Installation und Nutzung von Drittsoftware und sperrte Gamer regelrecht aus. Nun könnte sich die dickköpfige Haltung der Amerikaner ändern und die Möglichkeit zu neuen Spielwelten öffnen.

Apple gibt sich strikt, wenn es um die Abgrenzung des eigenen Universums geht. Software und Apps gelangen ausschließlich über den hauseigenen App Store auf iPhone, MacBook oder iPad und durchlaufen im Vorfeld eine strenge Prüfung. Hinzu kommt, dass Apple seine Produkte als klare Arbeitsdevices anerkennt, die für kreative Arbeit und produktiven Austausch genutzt werden sollen. Stundenlanges Sitzen vor dem Bildschirm wegen Computerspielen? Dafür gibt es den PC und Konsolen! Anders lässt sich die Tatsache nicht erklären, dass der amerikanische Konzern über viele Jahre die Gaming-Branche regelrecht ausschloss.

Obwohl die technischen Voraussetzungen vorhanden sind und mit Einführung des M1-Chips ausreichend Performance für komplexe Games existiert, stellt sich die Frage, weshalb Apple weiterhin auf Abwehrkurs blieb. Erst 2023 änderte sich die Einstellung und namhafte Spiele, die bisher nur auf Konsole und PC zu genießen waren, fanden den Weg in den App-Store. Mit gefeierten Releases wie „Resident Evil: Village“ oder dem Sci-Fi-Hit „No Man’s Sky“ kommen mittlerweile auch Mac-User in den Genuss der fantasievollen Welten.

Portierungen für Mac mit niedrigen Hürden

„Death Stranding“, „Disco Elysium“ oder „Stardew Valley”: Die Palette an verfügbaren Games wird mit jedem Monat umfangreicher und beinhaltet sogar Spiele, die für MacBook kostenlos zur Verfügung stehen. Möglich macht dies eine verbesserte Portierungsmöglichkeit, die Apple Entwicklern und Publishern mit dem Game Porting Toolkit zur Verfügung stellt. Fortan soll es mit diesen Hilfsmitteln einfacher sein, die Kompatibilität zwischen Apples Hardware und der x86-Architektur von PCs und Konsolen zu gewährleisten.

Hinzu kommt, dass Apple mit der Rosetta-Technologie die Übersetzung von Intel-Befehlen in ARM-Kommandos zügiger beeinflussen kann. Die Grundlagen, die durch Grafikkomponenten wie Direct 3D ergänzt werden, sind somit vorhanden. Während die offiziellen Portierungen beliebter Games noch etwas Zeit in Anspruch nehmen, verlieren Hobby-Tüftler keine Zeit.

In Community-Foren lassen sich jetzt schon zahlreiche Guides und Anleitungen finden, wie beispielsweise „Cyberpunk 2077“ auf MacBooks erlebt werden können. Die Zeiten, in denen Apple-Produkte als reine Arbeitsutensilien betrachtet wurden, sind scheinbar endgültig vorbei.

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Bild von Christiana auf Pixabay
Unterschätzte Zielgruppe

Dass sich Apple eines Besseren belehrt hat, und die zahlenstarke Gaming-Community nach langer Zeit des Ausschlusses nun offensichtlich als wichtigen Faktor registriert, ist ein großer Schritt. Dem Unternehmen dürfte diese Entscheidung kaum schaden, denn allein im Jahr 2022 nahm die internationale Branche ca. 201 Milliarden Euro ein. Davon könnte sich Apple zukünftig einen gewaltigen Teil sichern, da sich der Konzern schon heute bis zu 30 Prozent Provision pro Download über den hauseigenen Store einbehält.

Je mehr Spiele namhafter Entwickler wie Capcom, Ubisoft oder Sony vertreten sind und höhere Preise für die komplexen Games verlangt werden, umso schneller dürften die Einnahmen für Apple wachsen. Zwar geriet Apple aufgrund seiner Preispolitik in der Vergangenheit mit Studios bereits in Konflikt, doch die Aussicht auf ein Milliardengeschäft dürfte die Hoffnungen auf eine einvernehmliche Lösung für alle Beteiligten wachsen lassen.
 
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