Eine Rundfahrt durch die östlichen Gebiete des Landes zeigt eine erstaunliche Vielfalt der tschechischen Krippenkunst, seien es solche Kunstwerke aus Holz oder Papier. Eines der Höhepunkte ist das Trebechovicé muzeum betlému nahe der Stadt Königgrätz.
Die Sammlung von etwa 300 Krippen aus allen Teilen des Landes präsentiert die Vielfalt des Krippenbaus, der im 18. und 19. Jahrhundert einen Aufschwung bekam und Anfang des 20. Jahrhunderts den Höhepunkt erreichte.

Hauptattraktion im Museum ist die mechanische Krippe der Schnitzer Josef Probost und Josef Kapucian sowie von Josef Friml, der den Antrieb gebaut hat. Die Krippe ist mehr als 100 Jahre alt und 7 x 3 x 2 Meter groß. Sie besteht aus ca. 2000 geschnitzten Teilen, 373 Figuren, von denen 51 Arbeitsabläufe auf 120 mechanischen Ketten bewegt werden. Der Antrieb erfolgte ursprünglich über eine Handkurbel, nach 1935 mit einem kleinen Elektromotor.
Die Weihnachtsszene ist 3 Meter lang und 3 Meter tief. Darüber und daneben gruppieren sich Szenen aus der Bibel, von Handwerkstätten, und aus dem täglichen Leben der Umgebung. Die gesamte Krippe ist aus Holz und nicht bemalt, was den Szenen eine verbindende Harmonie verleiht.
Öffnungszeiten: Oktober - April von 9:00 bis 16:00 Uhr, Mai - September von 9:00 bis 17:00 Uhr, November und Montags geschlossen.
Museum betlému
CZ-503 46 Trebechovicé, Masarykovo namesti 24
www.betlem.cz
Das Freilichtmuseum in Prerov nad Labem (an der Elbe)

Auf unserer „Krippenreise“ sollte man nicht versäumen, das Freilichtmuseum im mittleren Elbegebiet zu besuchen. Das Gebiet gehörte einst Erzherzog Ludwig Salvator von Toskana – wir kennen ihn als Forscher der Balearen und Förderer von Mallorca – der die ersten Gebäude 1891 hierher bringen ließ. Sein Schloss steht unmittelbar neben dem Eingang zum Museum.

Seit 1967 wurde das Freilichtmuseum bis heute immer wieder erweitert. Nicht nur die hierher übertragenen 32 Bauernhäuser, Kornkammern und Fahrzeugschuppen und deren reiche Ausstattung sind interessant, sondern auch der Schwerpunkt auf die Präsentation von alten und modernen Papierkrippen. Diese füllen die Vitrinen, gemeinsam mit alten Keks- und Kuchenformen, gestickten Tüchern, Küchengeräten, mit Haushaltsgegenständen auf früherer Zeit und mit traditionellem Weihnachtsschmuck.

Man hat auch keine Mühe gescheut, Figurinen anzufertigen, sie in entsprechende alte Trachten zu kleiden und in den Stuben zu gruppieren. So wird altes Brauchtum und ehemaliges Handwerk wieder für den Besucher lebendig.
Öffnungszeiten: Mai - Oktober, Di–So von 9:00 bis 17:00 Uhr, Dezember Fr-So von 10:00 bis 16:00 Uhr
Polabske narodopisne muzeum Prerov nad Labem
CZ-289 16 Prerov nad Labem
eMail: info@polabskemuzeum.cz
www.polabskemuzeum.cu
Ein Reise- und Adventtipp der 55PLUS-Kunstexpertin Helga Högl.
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