Trattoria Risorta Riva E. De Amicis 1/a
I-34015 Muggia
Telefon: +39-040-271219
www.trattoriarisorta.it Sonntag am Abend und Montag geschlossen.
Vorspeisen: € 11,50 bis € 14,--; Primi: € 11,-- bis € 12,50; Hauptspeisen: ab € 17,--; Fisch ab € 6,--/kg; Nachspeisen: € 4,-- bis € 7,50.
Muggia und das Lokal Das kleine Städtchen Muggia an der Straße, die am Meer entlang von Triest nach Slowenien führt, geht auf römischen Ursprung zurück und war aufgrund der strategisch günstigen Lage immer ein Zankapfel unter den politisch Mächtigen der Region. Die Stadt hatte viele Herren, die deren Bild mit einem unverfälschten Zentrum und der Burg prägte. Heute hat sie den Ruf eines toten Winkels der Region, ja des Staates, nebst ihrer Beschaulichkeit verloren.


Sitzt man jedoch bei Flavia Bertoldini und Stefano Blasotti in ihrer
Trattoria Risorta (
klick zum TV/Web-Video) auf deren Terrasse direkt am Meer mit Blick auf Triest, kommt die Ruhe von einst wieder zurück. Die Blicke schweifen über den Hafen von Triest mit den monströs wirkenden Schiffen aus aller Welt. Ein kleiner Zufluchtsort abseits der Hektik von Triest mit Genießerambiente, das Flavia zu nutzen versteht und ihre Gäste zu schätzen wissen. Freundlich, kompetent und akkurat hat sie immer das Wohl ihrer Gäste im Auge und lässt es ihnen an nichts mangeln.


Seit einem Vierteljahrhundert betreibt die Familie Bertoldini die
Trattoria Risorta und mit Stefano kam ein Schwiegersohn dazu, der die Küche des Hauses in lichte Höhen führte. Auf den Tisch kommen ausnahmslos regionale Produkte, vom Fisch bis zum Olivenöl. Stefano greift alte Rezepte auf und interpretiert sie gekonnt neu, ohne deren Herkommen zu verleugnen. Mit viel Kreativität, Enthusiasmus und Geschmack zaubert er neue Kreationen auf den Teller, für die viele Gäste eine lange Anreise in Kauf nehmen und in diesem Fall ist nicht der Weg das Ziel.
Das Menü 

Nach dem Amuse-bouche, das die Bezeichnung zu Recht trug, starteten wir mit einem
Carpaccio di Orate mit einem köstlichen Olivenöl, das den Mund noch viel mehr erfreute und zum ersten Zungenschnalzen veranlasste. Ein einfach klingendes Gericht, das in dieser Vollendung selten zu bekommen ist.


Die folgende
Crema di Ricotta al Limone mit Scampi sorgte am Gaumen für das nächste Geschmacksfeuerwerk. Die Ricottalimonensauce harmonierte perfekt mit den frischen, rohen Scampi und versetzte alle Genießer in blankes Entzücken. Danach kam der
Raviolo mit Porre, der kurz gebraten wurde. Dazu gab es eine leichte Sauce, die eine wunderbare Verbindung zwischen dem kernigen Ravioloteig und der intensiven Fülle aus Porre herstellte.


Die
Gnocchetti di Zucca mit Eierschwammerln und Seppie waren ein flaumiger Traum. Die kleinen Tintenfischkinder von zartem und feinem Geschmack hatten gegen die würzigen Pilze zu kämpfen, nahmen ihnen dabei ihre oft innewohnende Schärfe mit Bravour und brachten einen feinen Unterton auf den Gaumen, der das Gericht wesentlich bereicherte.


Als Hauptspeise kam eine
Tagliata di Tonno con Capponata di Verdure. Dieses grenzgenial schmeckende Thunfischfilet aus Dalmatien legte Stefano auf eine Tomatenmayonaise, kurz angebraten, innen roh, mit einem Schuss Olivenöl und einer Prise Salz. Die bescheidenen Thunfischbestände vor Dalmatien zählen qualitativ zu den besten aller Meere und die Möglichkeiten, sie zu genießen sind, wenn nicht rigoroses Umdenken in den Köpfen der Menschen Platz greift, endlich.


Der regionale Bedarf hält sich in Grenzen, doch hinter diesen Fischen ist scheinbar die ganze Welt her. Zum Dessert sei nur soviel gesagt, dass ein "sich in Verzicht üben" hier fehl am Platz wäre. Sowohl
Semifreddo als auch das
Kaffee-Eis waren süße Versuchungen, denen man sich hingeben musste.
Zum Abschluss noch ein Stopp-Over an der Bar der
Trattoria Risorta. Neben einer sehr guten Weinkarte mit friulanischen Etiketten sind auch die Schnäpse der Region absolut zu empfehlen.
Ein Lokaltipp von
Gustav Schatzmayr.
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