Trattoria
Al Paradiso Via S. Ermacora 1
I-33050 Paradiso di Pocenia, Friaul
Telefon: +39-0432-777 000
Email:
info@trattoriaparadiso.it www.trattoriaparadiso.it Montag und Dienstag Ruhetage.
Das Paradis, die Bewohner und die Lehrmeister Von der Autobahnausfahrt San Giorgio di Nogaro (A4 Trieste Richtung Venezia) sind es nur wenige Kilometer bis zum Paradies. Die Wortspiele mit dem Orts- und Lokalnamen sind zwar etwas abgedroschen, stimmen aber bei der
Trattoria Paradiso bis ins Detail. Teile des Anwesens stammen aus dem 16. Jahrhundert, es wurde im 18. Jahrhundert erweitert und erhieltt während der aufwendigen Renovierungszeit (1994-2000) nachdem Anna Maria und ihr Mann Aurelio Cengarle das Haus gekauft das heutige Aussehen, das die Gäste in Staunen versetzt.


Mit großer Liebe zum Detail und viel Geschmack wurde eine einzigartige Atmosphäre geschaffen. Die turbulente Geschichte des Hauses klingt aus dem Mund Federicas, der Tochter des Hauses, wie aus einer längst vergangenen Zeit. Im 1. Weltkrieg war ein Lazarett untergebracht, danach diente das Anwesen als Lager für landwirtschaftliche Produkte, dann war es ein Lebensmittelgeschäft, das um eine Osteria erweitert wurde. Von der Osteria wurde es letztendlich zur
Trattoria Paradiso mit Anna Maria als Chefköchin und Federica im Service. Vater Aurelio, ein passionierter Jäger, sorgt mit seiner Leidenschaft für Nachschub in der Küche und in den Händen seiner Frau mutieren die Wildtiere zu Delikatessen, die das Herz eines jeden Gourmets um zwei Oktaven höher schlagen lässt.


Als Gast steht man schon beim Betreten der
Trattoria Paradiso vor der Qual der Wahl des besten Platzes. Die unterschiedlichen Räume strahlen eine wohlige Behaglichkeit aus, die in der Stilsicherheit,Geschmack, Kreativität und Akkuratesse Federicas begründet liegen. Es ist anzunehmen, dass sie diese Eigenschaften von der Frau Mama geerbt hat, denn sie treffen auf ihre Küche in gleichem Maße zu. Ihre Lehrmeister waren ganz besondere: Signora Rosalie, die Maestra dirigierte Küchen in den feinsten Häusern im Friaul und Veneto und natürlich Gianni Cosetti, der wie kein anderer die Küche des gesamten Friauls prägte und auch Anna Maria in seine Geheimnisse einweihte. Aus diesem Fundus schöpft sid noch heute und in Diskussionen mit großen Köchen in Italien und Frankreich verfeinert sie konsequent ihr Wissen und Können.
Paradies-Menü 

Die
Galantina di Coniglio (Kaninchen) mit Steinpilzen eröffnete den Reigen der paradiesischen Genüsse. Das Tier stammte vom Bauerenhof eines Onkels, erzählte uns Federica. Dieses zarte Kaninchenfleisch-Sülzchen war von hervorragend leicht süßlichem Geschmack und bestens gewürzt. Die dünnen Scheiben von rohen Steinpilzen gaben noch den richtigen Kick.


Der folgende
geräucherte Truthanschinken mit einer Gemüsejulienne und Kräutern, waren - und das traute man dem unscheinbar aussehenden Gericht gar nicht zu - eine wahre Geschmacksexplosion. Geräuchert wird im Haus und dazu werden spezielle Holzsorten verwendet, deren Auswirkungen auf das Fleisch sensationell sind. Selbst eine verwöhnte Nase kann sich lange daran delektieren. Dazu reichte uns Federica einen Tocai von Emiro Bortolusso aus Carlino, ein Ort in unmittelbarer Nähe und fast am Meer gelegen und einen Hauch des Meeres in sich trug.


Eine
Zucchiniblüte mit Ziegenricotta war das nächste Highlight. Versteckt unter der Blüte offenbarte sich ein feiner Ziegenricotta der wunderbar mit dem Traminer im Glas harmonierte. Geschmacklich ist Anna Maria auf so sicherem Weg, dass man ihr blind vertrauen kann. Wie ihr Lehrmeister


Gianni Cosetti interpretiert sie traditionelle Rezepte der Region neu und transformiert sie mit Kreativität und Geschick in vollkommen neue Gerichte, die mit eleganter Leichtigkeit und auch feingliedrigen Geschmack überzeugen. Die folgende
Velutata mit Basilikum war bestens und verleitete sogar Paradiso-Stammgäste die in Thailand weilten, davon zu träumen. Solo questa zuppa, lautete ihr SOS-Ruf.


Die
Pasta war mit einem Kräuterpotpourri gefüllt. Mayoran, Thymian und vieles mehr, das im Garten Eden wächst. Das intensive Gelb der Pasta aufgrund der vielen und qualitativ hochwertigen Eier war ein Genuss fürs Auge und den Gaumen, den die kräftig würzige Montasiosauce noch verstärkte. Der Ribolla di Oslavia, Riserva, von Primosic war die perfekte


Begleitung zu diesem Gericht aber auch zum folgenden
geräuchertem Aal aus dem nahen Fluss Stella mit einer besonderen Polenta aus der Region. Der Aal wurde wiederum mit Holz von Obstbäumen, das dem Fisch einen besonderen Geschmack gibt in der Trattoria Paradiso geräuchert. Für Fischliebhaber ein Genuss, der zum Niederknien war. Der Aal war von der Konstistenz fast flaumig und dazu der sehr dezente und delikate Räucherton. Hier war ein Meister am Werk.


Ein wahrer Sommertraum war das
Sorbetto mit Kräutern. Ohne Alkohol, genial cremig, der Kräutergeruch und -geschmack, insbesondere die zitronige Note der Erba Luisa, katapultierten uns in ein weiteres kulinarisches Stimmungshoch, um das Paradiso auf Erden in vollen Zügen zu genießen. Für ein 4gängiges Menü ohne Getränke sind 35,-- bis 40,-- Euro dieser Welt einzuplanen.
Ein Lokaltipp von
Gustav Schatzmayr.
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