Schloss Ambras, Tirol: Dracula
Hinter den Verfilmungen von Dracula, die ihn als hässlichen, grausamen Fürst widerspiegeln, steckt das älteste erhaltene Porträtgemälde des Dracula, das sich auf Schloss Ambras befindet.
Grund genug, dieser historischen Figur eine Ausstellung zu widmen.
Die Präsentation zeigt auch die Auseinandersetzungen zwischen Christen und Osmanen in Südosteuropa und schließlich den Glauben an Vampire in den südöstlichen Randgebieten der Habsburgermonarchie.
In seiner Heimat galt Vlad Dracula als tapfer und gerecht. Im Westen wurde er jedoch nicht wegen seiner politischen Fähigkeiten, sondern allein durch seine Grausamkeit bekannt. Berühmte Gelehrte seiner Zeit, wie Thomas Ebendorfer, Enea Silvio Piccolomini oder Michael Beheim, schilderten seine Gräueltaten.
Seine Stilisierung zum schrecklichsten aller Tyrannen verdankte Dracula hauptsächlich seiner 1460 durchgeführten und von Massenpfählungen begleiteten Strafaktionen gegen die deutschen Städte Siebenbürgens. Vor allem sein ehemaliger Verbündeter, der Ungarnkönig Matthias Corvinus, dämonisierte ihn aus politischen Gründen. Welch grausamer und gnadenloser Gewaltherrscher Vlad Dracula auch immer war – zum blutsaugenden Vampir wurde er jedoch erst durch Bram Stoker in seinem Roman von 1897.
Dazu kommen literarische und filmische Umsetzungen des Themas. Nahezu alle Porträts des walachischen Wojwoden, Darstellungen und Waffen von osmanischen und christlichen Helden aus dem 15. und 16. Jahrhundert, Berichte, Traktate, und akademische Dispute zum Thema Vampirismus geben ein vielfältiges Bild dieses seit Jahrhunderten die Menschen faszinierenden Themas.
Die Ausstellung "Dracula. Wojwode und Vampier" ist von 18. Juni bis 31. Oktober 2008, täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr, im August bis 19:00 Uhr, zu sehen.
Schloss Ambras
A-6020 Innsbruck
Telefon: +43-1-52524-745 (Kunsthistorisches Museum Wien verantwortlich für Ambras)
www.khm.at/ambras
Ein Kulturtipp der 55PLUS-Kunstexpertin Helga Högl.
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