Restaurant - Locanda Gaudemus Loc. Sistiana 57
I-34011 Duino Aurisina bei Triest, Italien
Telefon: +39-040-299 255
Email:
gaudemus@gaudemus.com www.gaudemus.com Vorspeisen: € 8,-- bis € 14,--; Primi: € 10,-- bis € 16,--; Hauptspeisen: ab € 12,--; Dessert: € 7,--; sechsgängiges Menü um € 50,--
Lage und Küchenchef 

Das
Restaurant Gaudemus (
klick hier zum Duino Video) liegt direkt an der Straße nach Triest an einem bedeutenden Schnittpunkt. An der Rückseite des Hauses steht man schon mitten im Karstgebiet, an der Frontseite ist es nur wenige hundert Meter bis zur Bucht von Sistiana und gegenüber endet der von Duino kommende Rilkeweg. Hätte es zu Rilkes Zeiten schon Claudio Lauritanos Fischmenü gegeben, hätte es ihn zu einer weiteren Elegie inspiriert.


In den Gasträumen und im Garten treffen alt und neu aufeinander. Von Beichtstühlen aus dem 19. Jahrhundert bis zu modernen Raumlösungen ist alles vertreten und fügt sich harmonisch zueinander. Claudios Küche ist so gradlinig und vom intensiven Geschmack der Grundprodukte bestimmt, die er gekonnt und mit viel Phantasie kombiniert. Seine Lieferanten stammen durchwegs aus der Umgebung, um die Transportwege kurz zu halten und die Frische zu garantieren. Die Endprodukte von Brot bis Käse werden im Hause
Gaudemus selbst gemacht. Den Wein bezieht er von Topwinzern des Friauls und Claudios Gäste haben die Möglichkeit zu seinen kulinarischen Kompositionen, die jeweils passende Weinbegleitung zu wählen.
Das Menü Das große Menü startete mit einem Gruß aus Japan.
Lachs Maki, ein Gericht, das man in diesen Breiten nicht vermutet hätte, jedoch jeden Japaner eine tiefe Verbeugung wert gewesen wäre. Der folgende
Baccalà alla triestina bestand laut Claudio Lauritano nur aus Fisch, Knoblauch und Olivenöl und schmeckte vorzüglich. Wie bei den folgenden Gerichten war auch beim Baccalà die Frische der Zutaten eines der Erfolgsgeheimnisse.


Das
Thunfischcarpaccio mit Kräutern zerging auf der Zunge. Magerer Thunfisch aus Sizilien mit Kräutern des Karsts dazu Olivenöl und Zitrone, basta. Ein Gourmetsashimi à la Claudio. Nicht ohne Grund werden viele der ausgezeichneten Thunfische aus Italien nach Japan verkauft und landen dort am Teller der Feinschmecker. Es scheint so, als ob ihnen Claudio Lauritano ein Schnippchen schlägt und vorzügliche Teile der Exportlieferungen an seinen Herd umleitet.


Die frischen
Scampi aus Istrien auf Fenchelcreme waren sündhaft gut. Freiwillig besuchte ich einen der Beichtstühle, die im Gaudemus zur Dekoration stehen, um Abbitte zu leisten. Die frischen, rohen Scampi in Kombination mit der leichten Fenchelcreme mit einem guten Schuss Olivenöl waren von edelstem Geschmack. Die
Grancevola auf limonisierten Kartoffeln war ebenfalls ein Genuss. Erfrischend, grazil und von außergewöhnlicher Leichtigkeit.


Die hausgemachte Pasta
Trofie con Canestrelli kann ebenfalls süchtig machen. Canestrelli, die es in dieser Qualität nur unmittelbar am Meer gibt, in einer Sauce, die Pfeffer und Chili nicht nur erahnen lässt, mit einem guten Hauch von frischen Tomaten als weiteren Geschmackslieferanten.


Zum Abschluss gab es ein
Fritto misto mit Pepperoncinomarmelade. Frischeste Meeresfrüchte in einer knusprigen Umhüllung räumen mit dem bisweilen schlechten Image dieses Gerichts gehörig auf. Man lernt den Urlaubsklassiker von einst aufs Neue schätzen und lieben.
Nach diesen Fisch- und Meeresfrüchtefreuden im Ristorante Gaudemus empfiehlt sich - in alter Rilke-Manier - eine Wanderung, der Steilküste entlang, nach Duino zu neuen und auch kulinarischen Entdeckungen.
Ein Lokaltipp von
Gustav Schatzmayr.
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