Junger Geist in klassischen Gerichten Karniens.
Osteria Agli Artisti Piazza Uffici 9/A
I-33015 Moggio Udinese, Friaul
Telefon: +39-335-70 50 534
www.osteriaagliartisti.it Montag geschlossen, Sonntag abends im November und Jänner bis März geschlossen.
Anreise:
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Künstlerduo in MoggioJeder, der öfters die Autobahnstrecke Villach - Udine fährt, kennt sie, die Kirche von Moggio Udinese, die auf einen Jahrtausende lang bewohnten Felsen thront. Immer wieder nimmt man sich vor, dieses Kleinod aufzusuchen. Leider fallen solche Abstecher oft einem knappen Zeitbudget zum Opfer. Für ein vorzügliches friulanisches Menü, ist man schon eher geneigt, das breite Asphaltband für schmale Pilgerwege zu tauschen.
Denis und
Eliane Filaferro eröffneten 2006 ihrer
Osteria Agli Artisti und liefern einen hervorragenden Grund, dies zu tun.


Dem Namen ihrer Osteria,
Agli Artisti (bei den Künstlern), werden sie in mehrfacher Weise gerecht. Zuerst musste sich Denis in der hohen Kunst der Verführung beweisen, um Eliane aus Zürich in das Friaul zu lotsen. Seine Kochkünste verfeinerte er in den zwanzig Jahren seiner Tätigkeit hinter dem Herd auf bemerkenswerte Weise. Zum geistigen Ausgleich schwingt er noch den Pinsel und macht so das Lokal zur eigenen Galerie.


Die Herzlichkeit der jungen Wirtsleute macht neben der gediegenen Gestaltung den Charme des kleinen Lokals aus. Denis und Eliane bringen ihre Affinität zu Österreich auch durch das Angebot an der Bar zum Ausdruck: Murauer Bier und Zotter Schokolade. Darauf fahren auch die Gäste aus Moggio Udinese, die am Vormittag auf einen Sprung reinschauen, wirklich ab. Sehr einladend ist auch der Gastgarten im Arkadengang des Hauses.
Karnische Küche

Mit der Vorspeise tauchen wir gleich in die Region Carnia ein, die für ihre authentische Kräuterküche bekannt ist. Eine
Frittatina mit Wildkräutern auf einer Salami, die in Essig angebraten wurde und darauf Radic di mont. Die Zutaten sind durchgehend selbstgesammelt und -gemacht. Um Geschmäcker dieser Art kombinieren zu können, muss man wie Denis ein Kind dieser Region sein und diese seit Kindestagen verinnerlicht haben. Er weiß, wann welches Kraut wo zu finden ist und lässt sich die Chance, individuelle Gerichte zu kreieren, nicht entgehen. Aus dem Vorhandenen in der Umgebung das Beste machen, lautet sein Küchencredo.


Die Pasta,
Gnocchi di Ricotta fresca alla Salvia mit geräucherter Gansbrust, rechtfertigt jede Vollbremsung auf der Autobahn, um die Ausfahrt nach Moggio Udinese noch zu schaffen, vollends. Der süßliche Grundgeschmack der im Mund zerfließenden Gnocchi nach Butter und Ricotta, der durch die zarte Gansbrust einen kongenialen Gegenpart als Würze erhält, ist ein wahrer karnischer Genuss.


Mit einem
Frico folgte ein Klassiker der friulanischen Küche, dessen Deftigkeit sich kaum reduzieren lässt, deshalb dosiert Denis die Menge entsprechend. Die frischen
Schnecken auf Polenta, ebenfalls eine Spezialität der Region, waren hervorragend und bedeutend schneller gegessen, als diese Viecher rennen können. Bestens dazu der Cabernet von Rodaro.


Ein Karnisches Menü ohne
Cjarsons ist kaum vorstellbar. Denis bereitet sie in drei Variationen als Dessert zu. Mit Erdbeeren, Nuss und Honig sowie einer Kamille-/Hibiskusschokolade seines Lieblingsproduzenten. Allen gemeinsam ist der darüber geriebene geräucherte Ricotta. Die Könige unter den friulanischen Delizien. Erfreulich ist auch, dass man für ein viergängiges Menü von so bemerkenswerter Qualität mit ca. € 30,-- das Auslangen findet.
Ein Lokaltipp von
Gustav Schatzmayr.
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