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Heute ist Donnerstag, der 09.02.2012
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Online-Studie: Vom guten Leben

Die Universität Zürich untersucht in einer Online-Studie Fragen zu Charakterstärken, Lebensstilen und Lebenszufriedenheit.

Was braucht es für ein gelungenes Leben? Was macht uns glücklich? Wer kann auf ein Leben voller Erfüllung zurückblicken?

Diese Fragen haben sich schon in der Antike die griechischen Philosophen gestellt und zwei Antworten formuliert: Glücklich werde, wer die Lust maximiere und die Unlust minimiere, behaupteten die einen (Aristrippos und Epicur). Glück sei nur durch einen tugendhaften Lebenswandel zu erreichen, meinten die anderen (Aristoteles). Tugendhaft lebt derjenige, der seine Stärken in den Dienst einer höheren Sache stellt. Ein Forschungsteam an der Universität Zürich untersucht Fragen rund um Charakterstärken, Lebensstilen und Lebenszufriedenheit im Alter und ruft zur Teilnahme an einer Online-Untersuchung (http://www.charakterstaerken.org) auf. Unmittelbar nach dem Ausfüllen von Fragebogen erhält jeder Teilnehmende die eigenen Ergebnisse zurückgemeldet. Die Teilnahme ist kostenlos und anonym.

Mittlerweile beschäftigt die Frage nach dem guten Leben nicht nur die Philosophen, sondern auch die Psychologen, genauer die Positive Psychologie. Die Positive Psychologie ist eine relativ junge Wissenschaft, die jedoch tiefe Wurzeln hat. Sie beschäftigt sich mit den psychologischen Aspekten des Lebens, die es lebenswerter machen, mit den Stärken und Ressourcen des Menschen und deren Förderung im Alltag. Recherchen zeigen, dass in der psychologischen Literatur der letzten 30 Jahre 46000 Artikel über Depressionen und nur gerade 400 über Freude zu finden sind. Eine Erklärung für diese Schieflage deutet in die politische Vergangenheit. Die Psychologie hat sich seit dem Zweiten Weltkrieg hauptsächlich und berechtigterweise mit negativen Aspekten menschlichen Daseins (Depression, Ärger, Angst, Phobien, Burnout) beschäftigt. Vernachlässigt wurde, dass auch positive Aspekte wie Stärke, Wachstum, Glück oder Kreativität zum Leben der Menschen gehören und damit wissenschaftlich berücksichtigt werden müssen. Menschlichen Stärken wie Optimismus, Verantwortung oder Authentizität können wichtige Puffer gegen psychische Krankheiten sein und sollten daher berücksichtigt und gefördert werden.

Die Positive Psychologie hat den beiden Wegen zum Glück der Griechen einen dritten hinzugefügt – das engagierte Leben. Die Psychologen unterscheiden zwischen drei Lebensstilen: Genuss und Vergnügen maximieren und Unlust minimieren; nach dem Sinn des Lebens suchen; das engagierte Leben. Sinn im Leben erreicht man, indem man die eigenen Tugenden und Charakterstärken kennt und diese in den Dienst einer höheren Sache stellt. Das engagierte Leben wird erreicht, indem die eigenen Stärken bzw. das eigene Potential erkannt und verwirklicht werden. Untersuchungen zeigen, dass all diese drei Lebensstile mit mehr Lebenszufriedenheit einhergehen. Das heisst, das Personen, die angeben diese Lebensstile auszuleben auch mehr Lebenszufriedenheit berichten. Wenn Sie wissen wollen, wie sehr Sie diese drei Lebensstile im Vergleich zu anderen ausleben und wie ausgeprägt Ihre Lebenszufriedenheit ist, so füllen Sie auf http://www.charakterstaerken.org einfach den Orientations to Happiness-Fragebogen (OTH) und den Satisfaction-With-Life-Fragebogen (SWL) aus.

Doch was sind Charakterstärken? Charakterstärken sind positive, moralisch bewertete Eigenschaften. Welche dieser Stärken besonders ausgeprägt sind, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Werden die eigenen Stärken in den Dienst einer höheren Sache gestellt sowie zur Verwirklichung des eigenen Potenzials eingesetzt, so führt dies zu mehr Lebenszufriedenheit. Welches Ihre Charakterstärken sind, können Sie ebenfalls auf http://www.charakterstaerken.org herausfinden. Füllen Sie einfach den Values in Action-Fragebogen (VIA) aus.

Auch Ihre Nichten, Neffen, Enkelinnen und Enkel können auf http://www.charakterstaerken.org mehr über Ihre Charakterstärken erfahren. Mit der Version für Jugendliche (Values in Action-Fragebogen für junge Menschen [VIA-Youth]) stellen wir denselben Fragebogen für Personen im Alter von 10 bis 17 Jahren zur Verfügung.

Den Beitrag von Charakterstärken und Lebensstilen und ähnlichen Phänomenen zum Glück im Alter untersucht ein aktuelles Forschungsprojekt des Psychologischen Instituts der Universität Zürich. Unter http://www.charakterstaerken.org stehen mehrere Fragebogen für Sie bereit. Unterstützen Sie unsere Forschung zu Bedingungen des Glücks im Alter und Sie erhalten bei jedem ausgefüllten Fragebogen Auskunft, wie Sie im Verhältnis zu anderen abschneiden. Es besteht übrigens die Möglichkeit für Paare, diese Bögen getrennt auszufüllen und sie doch aufeinander zu beziehen. Dann ist auch von Interesse den Fragebogen zur Partnerschaft auszufüllen.


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