Die Familie Distelberger hat in ihrem Mostviertler Bauernmuseum eine reihe alter Gebrauchsgegenstände zusammengetragen.
Seinen Reichtum verdankt das Mostviertel dem Holz, Eisen, Wasser und nicht zuletzt dem Most, der dem Viertel den Namen gab. Im milden Klima gedeihen Tausende Mostbirnbäume, rund 300 verschiedene Sorten. Urahne war die Wild- bzw. Holzbirne, die am Ende der Eiszeit vom Balkan kommend im Donauraum heimisch geworden ist.


Die Lebensumstände für die Mostbauern erreichten bald einen hohen Standard, was sich an den reichen Exponaten im Mostviertler Bauernmuseum Distelberger ableiten läßt. Anton Distelberger hat schon früh angefangen, altes Kulturgut zu sammeln und seinen Vierkanthof als Museum eingerichtet. Gut ausgestattete Bauernstuben mit reich bemalten Möbeln, prächtige Goldhauben, Schmuck, gestickte Trachten, Musikinstrumente, bunte Gläser und verschiedene Leinwandprodukte lassen auf fundierten Wohlstand schließen. In der Scheune standen Kutschen, elegante Schlitten und stabile Transportwagen, denn man wollte bei den Ausfahrten und Hochzeiten schließlich zeigen, was man hat!


Im Museum sind neben den bekannten Handwerkern auch der Faßbinder, Rechen- und Schaufelmacher, Gerber, Töpfer oder Hafner, Brunnenmacher, Korbflechter, Simperlmacher und Strohflechter vertreten. Viele schön geformte Mostplutzer und Mostkrügel wurden für das Nationalgetränk des Gebietes produziert. Most war ja zum Hauptgetränk der einfachen Leute geworden, weil er erfrischend und wohlschmeckend, von geringem Alkoholgehalt und weil er billig war. Das reiche Brauchtum zeigt sich im kirchlichen Jahreszyklus und nimmt mit schönen Exponaten breiten Raum in der Sammlung ein.


Das Museum ist ganzjährig nach telefonischer Anmeldung geöffnet. Zufahrt: Autobahnabfahrt Amstetten West – Kreisverkehr – Richtung Ardagger,Grein – gleich links nach der Tankstelle nach Gigerreith.
Mostviertler Bauernmuseum Familie Distelberger
A-3300 Amstetten, Ödhof, Gigerreith 39
Telefon: +43-7479-7334
www.distelberger.atEin Kulturtipp der 55PLUS-Kunstexpertin
Helga Högl.
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