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Zigaretten und Co: So wird man das langjährige Laster los

Viele Menschen ab 50 setzen sich das Ziel, endlich mit dem Rauchen aufzuhören - aber wie gelingt es, die Zigaretten ein für alle Mal beiseitezulegen?
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Zigaretten und Co: So wird man das langjährige Laster los

Viele Menschen ab 50 setzen sich das Ziel, endlich mit dem Rauchen aufzuhören - aber wie gelingt es, die Zigaretten ein für alle Mal beiseitezulegen?
 
Zu den richtigen Mitteln greifen

Es gibt eine Reihe rezeptfreier Medikamente zur Rauchentwöhnung. Die meisten von ihnen sind Nikotinersatzpräparate. Der Stoff ist nämlich für die Ausschüttung von Glückshormonen im Gehirn verantwortlich: Das Nikotin täuscht unseren Sinnen vor, dass es uns glücklich macht - und das führt zur Abhängigkeit.
 
Der beste Weg davon loszukommen, führt aber paradoxerweise ebenfalls über den Pflanzenstoff: Nikotinpflaster gehören zu den erfolgreichsten und beliebtesten Präparaten zur Rauchentwöhnung, es gibt sie in unterschiedlichen Konzentrationen. Sie werden auf eine fettfreie und haarlose Stelle des Körpers geklebt, meistens an die Oberarme oder auf den Rücken. Die Pflaster geben ihre Inhaltsstoffe dann kontinuierlich an die Haut und den Blutkreislauf ab. So wird der Stoff dem Körper in einer geringeren Dosis als beim Rauchen zugeführt, zudem entfallen weitere Schadstoffe aus dem Tabak. Schritt für Schritt wird die Konzentration verringert, bis man schließlich gar kein Nikotin mehr benötigt und das Verlangen nach Zigaretten endgültig gestillt ist.
 
Eine ähnliche Wirkung haben Tabletten. Auch Kaugummis und die noch relativ neuen Mundsprays haben diesen Effekt. Man darf aber nicht vergessen: Der Körper steht während einer Rauchentwöhnung unter außergewöhnlichen Belastungen. Schließlich muss er sich erst daran gewöhnen, dass jahrelang zugeführte Substanzen ihm nun vermindert und bald gar nicht mehr zugeführt werden. Das kann vor allem bei vormals starken Rauchern zu Entzugserscheinungen führen. Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, ein gesteigerter Appetit und Stoffwechselstörungen sind die häufigsten Symptome. Bei der Entwöhnung durch Nikotinersatzpräparate werden diese Entzugserscheinungen erheblich vermindert oder treten gar nicht erst auf.
 
Die Folgen des Rauchens machen sich ab 50 besonders bemerkbar

Oft sind es Ärzte, die ihre Patienten ab einem bestimmten Alter dazu animieren, das Rauchen aufzugeben - insbesondere, wenn der Zigarettenkonsum bereits zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen geführt hat. Jährlich sterben rund 13.000 Österreicher an Todesursachen, die in direktem Zusammenhang mit Tabakkonsum stehen Die meisten von ihnen sind über 50 Jahre alt.
 
Jüngere Menschen können die Begleiterscheinungen des Rauchens noch gut wegstecken, aber auch sie leiden bereits unter Hustenreiz und Belastungen des Herz-Kreislauf-Apparates. Die Kombination der unterschiedlichen Symptome ist es, die älteren Menschen besonders zusetzt. Ab dem 50. Lebensjahr fährt der Körper einige Funktionen zurück, der Muskelaufbau schränkt sich ein und die Zellteilung verlangsamt sich. Das macht sich vor allem bei langjährigen Rauchern bemerkbar.
 
Tabakrauch enthält zahlreiche Giftstoffe, darunter die krebserregenden Benzole. Auch Kohlenmonoxid ist im Rauch enthalten. Es schädigt die Blutgefäße und verhindert, dass genügend Sauerstoff von den roten Blutkörperchen transportiert wird. Nikotin sorgt neben der Abhängigkeit für die Schädigung des Nervensystems. Die äußerlichen Veränderungen aufgrund jahrelangen Rauchens sind leicht erkennbar: vergilbte Fingernägel, gereizte Augen und Verfärbungen der Haut. Diese trocknet verstärkt aus und verliert an Elastizität. Auch die Stimmbänder, durch den Rauch stark angegriffen, werden beschädigt. Unscheinbarer, aber umso gefährlicher sind jedoch die körperinneren Entwicklungen: Nahezu alle Fälle von Lungenkrebs ab 50 Jahren stehen in Zusammenhang mit Zigarettenkonsum. Aber auch Herzinfarkte sind ein häufiges Krankheitsbild. Zudem erhöht der Zigarettenkonsum die Wahrscheinlichkeit einer dementiellen Erkrankung (pdf).
 
Durch gesunde Ernährung die Entwöhnung unterstützen

All das sind gute Gründe, keinen Tabakrauch mehr zu konsumieren. Die richtigen Rahmenbedingungen spielen eine entscheidende Rolle, wenn man das Rauchen aufgeben will. Entwöhnungskurse setzen auf die Ansätze einer psychologischen Wirkung. In Gruppen von fünf bis zehn Personen teilt man seine Erfahrungen aus dem Alltag mit anderen. Das erleichtert es vielen, zusätzlich zur Nutzung von Nikotinpflastern oder Tabletten, die Glimmstängel beiseite zu legen. Zu den begleitenden Maßnahmen zählt auch die richtige Ernährung. Die Zigarette hat viele Jahre wie selbstverständlich zur Mahlzeit gehört. Das hatte Auswirkungen auf die Verdauung. Denn das enthaltene Nikotin regt die Darmtätigkeit an. Fällt es weg, dann muss die Verdauung auf anderem Wege unterstützt werden.
 
Viele Menschen klagen bei der Rauchentwöhnung über Verstopfung. Ihr wirkt man am besten mit ballaststoffreichen Produkten entgegen, beispielsweise Nudeln und Brot aus Vollkornmehl. Auch Obst und Gemüse enthalten viele Inhaltsstoffe wie Kalium, Magnesium und Ballaststoffe, die die Verdauung erleichtern. Leinsamen oder Buchweizenprodukte sind ebenfalls eine gute Ergänzung. Weizenmehl, Schokolade und Bananen, die stopfende Wirkung haben, sollten hingegen gemieden werden. Diese Ernährungsumstellung ist ab dem 50. Lebensjahr ohnehin zu empfehlen, falls man zuvor einen zucker- und fetthaltigen Speiseplan hatte. Denn Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße beugt man auf diesem Weg ebenfalls effektiv vor.
 
Gesteigerte Fitness sorgt oft für Motivation

Auch die Bewegung ist ein wichtiger Faktor, um von der Zigarette loszukommen. Als Raucher ist die Fitness stark beeinträchtigt. Die Belastung der Lunge durch die enthaltenen Giftstoffe und die Verengung der Gefäße rund um das Herz führen zu Kurzatmigkeit und Schlappheit. Vielfach werden diese ab dem 50. Lebensjahr als Alterserscheinungen abgetan. Dabei stehen sie in Zusammenhang mit dem Tabakkonsum.
 
Es ist daher empfehlenswert, parallel zur Rauchentwöhnung mit dem Aufbau einer guten körperlichen Fitness zu beginnen. Sportangebote für Menschen ab 50 gibt es an vielen Orten. Sie setzen auf gelenkschonende Bewegung, etwa durch Yoga oder leichtes Gerätetraining. Auch Schwimmen ist eine sehr beliebte Sportart. Erfolge stellen sich nach der Entwöhnung schnell ein: Zuerst wird man im Alltag bemerken, dass der Körper belastbarer wird. Treppensteigen und Spaziergänge fallen leichter. Das steigert die Motivation, das Rauchen aufzugeben, zusätzlich. Bei der sportlichen Betätigung sollte man es jedoch nicht übertreiben - ein Trainingsplan hilft Schritt für Schritt zur neuen Fitness.

Ein 55PLUS-Gesundheitstipp.
 
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