Heute ist Montag, der 09.03.2026 Mail Newsletter | Geschenk Gewinnspiel
Drucken

Vitamin D-Mangel

Das fettlösliche Vitamin D nimmt eine Sonderstellung in unserem Körper ein.

Vitamin D Mangel


Foto © Edith Spitzer, Wien | 55PLUS Medien GmbH / VitaminD-Tropfen

Kein anderes Vitamin ist in den vergangenen Monaten so in den Mittelpunkt gerückt worden wie das Vitamin D. Mag. Helga Cvitkovich-Steiner von der Ernährungswissenschaftlichen Unternehmensberatung Esspertise, erklärt warum: "Das fettlösliche Vitamin D nimmt unter den Vitaminen deshalb eine Sonderstellung ein, da es vom Menschen selbst durch Sonnenbestrahlung (UVB-Licht) gebildet werden kann. Nur wenige Lebensmittel enthalten nennenswerte Mengen an Vitamin D, in erster Linie Fische mit hohem Fettgehalt wie Hering, Makrele, Sardine und Lachs."

Geht es nach der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, bestätigen aktuelle Forschungsergebnisse, dass eine gute Vitamin D Versorgung bei älteren Menschen unter anderem das Risiko für Knochenbrüche bei Stürzen, Kraftverlust oder Mobilitätseinbußen senken kann. In Deutschland weisen rund 60 Prozent der Bevölkerung hinsichtlich internationaler Kriterien jedoch eine unzureichende Vitamin D Versorgung auf. In Österreich befindet sich das Vitamin laut des Ernährungsberichtes unter den Risikonährstoffen, sprich keine Altersgruppe erreicht die bisher gültige Zufuhrempfehlung.

Vitamin D und seine Funktion

Foto © Privat / Helga Cvitkovich-Steiner / Zum Vergrößern auf das Bild klickenIn erster Linie wird der Calcium- und Phosphatstoffwechsel durch das Vitamin D geregelt und damit die Mineralisierung und Härtung des Knochens gefördert. Die Funktion des Vitamins hinsichtlich des Kalziumstoffwechsels ist gut bekannt, wie Cvitkovich-Steiner ausführlich beschreibt: "So reguliert es zum Beispiel die Kalziumkonzentration im Körper, indem es die Aufnahme des Mineralstoffs aus dem Darm verbessert. Es scheint aber auch den Kalzium-Umschlag in den Herzzellen beeinflussen zu können. Damit sich der Muskel zusammenziehen kann, muss die Kalziumkonzentration kurzfristig stark ansteigen. Dazu zapft das Herz einen innerzellulären Kalziumspeicher an, den es bei der Entspannung mithilfe kleiner Pumpen wieder füllt. Vitamin D scheint die Aktivität dieser Minipumpen zu beeinflussen. Wenn die aber nicht richtig funktionieren, kann der Herzmuskel nicht vollständig kontrahieren."

Die Ernährungsexpertin weiter: "Die aktive Form von Vitamin D im Körper, Calcitriol, wird auch als Vitamin D-Hormon bezeichnet. Seine Wirkungen beschränken sich nicht auf die Kalziumhomöostase. Es beeinflusst die Differenzierung von Epithelzellen der Haut und moduliert die Aktivität von Zellen des Immunsystems. Auflerdem steuert es die Bildung zahlreicher Proteine, indem es hormonsensitive Gene beeinflusst." Darüber hinaus beteiligt sich das Vitamin D an Muskelstoffwechsel, Infektabwehr und allgemeinen Stoffwechselvorgängen im Organismus.

Mangelerscheinungen

Im Erwachsenenalter führt ein ausgeprägter Vitamin D-Mangel zur Osteomalazie. "Typisch sind bandförmige Umbauzonen, die tragenden Knochen verbiegen sich langsam. Eine suboptimale Vitamin D-Versorgung trägt zur Entstehung der Osteoporose im Alter bei, mit gehäuftem Auftreten von Spontanfrakturen", erklärt Cvitkovich-Steiner. Im Säuglings- und Kleinkindalter tritt die Rachitis als Krankheitsbild auf, die sich meist in einer Skelettdeformierung äußert, welche unter anderem bei O-Beinen zu beobachten ist.

Erste Schritte für eine gute Zuführung von Vitamin D kann jeder selbst mit einem regelmäßigen Aufenthalt im Freien durchführen. "75 bis 90 Prozent entstehen durch UVB-Bestrahlung der Haut. Wenigstens normalerweise. Wer tagein, tagaus ein Schattendasein im Büro fristet und in der Freizeit hauptsächlich vor dem Fernseher oder am Computer sitzt, bildet zu wenig Vitamin D", sagt die Expertin.

Wer ist gefährdet?

Ältere Menschen stellen eine besondere Risikogruppe dar. Sie halten sich seltener im Freien auf, sind gar bettlägerig und im Zuge des Alters lässt außerdem die Fähigkeit nach, die wertvolle Substanz selbst herzustellen. "Ein 80-Jähriger produziert bei gleicher UVB-Einstrahlung nur noch ein Viertel der Menge eines 20-Jährigen", schildert die Ernährungsexpertin. Wird zudem eher seltener zu Fisch gegriffen, ist eine optimale Zufuhr nur durch eine Ergänzung zu erreichen.

Gefährdet sind auch Menschen, die einen erhöhten BMI aufweisen. Vitamin D ist hier nur teilweise bioverfügbar. Neben der verminderten Sonnenexposition und zu hohen Verwendung von Sonnencremefaktoren ist eine dunkle Hautpigmentierung sowie eine ausgeprägte Wintersaison für zu wenig Vitamin D Produktion verantwortlich. Ein Tipp von Helga Cvitkovich-Steiner: "Safe Sun lautet das Motto. Als Faustregel gilt: mehrmals pro Woche 15 Minuten ohne Sonnencreme. Dabei reicht es, Arme und Beine oder Hände, Arme und Gesicht der Sonne auszusetzen. Danach sollte Sonnencreme aufgetragen werden."

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf:
Deutschen Gesellschaft für Ernährung: www.dge.de

Ein Beitrag von Mag. Anita Arneitz.

 

Diesen Artikel teilen
Teilen
Ihr Kommentar

Was meinen Sie zu diesem Artikel?
Schreiben Sie einen Kommtentar!

von Sebastian vor über einem jahr
Sehr guter Artikel. Aber ganz ohne Vorsicht ist das Thema Vitamin D nicht betrachten, da Vitamin D nicht etwa Vitamin C wasser- sondern fettlöslich ist und es somit zu einer Überversorung/Vergiftung kommen kann. Bei einer präventiven Einnahmen von ca. 1.000 internat. Einheiten pro Tag wird das nicht der Fall sein, aber bei höheren Dosen über einen langen Zeitraum kann das vorkommen. Es wird nicht umsonst empfohlen den eigenen Vitamin D Spiegel ca. 3 mal pro Jahr testen zu lassen. Geht heutzutage einfach zu Hause. Tests gibt es für unter 30-40€ bei Amazon oder die Google Suche. Habe im letzten Jahr selbst zweimal einen Test zuhause gemacht. Hat mir deutlich gezeigt wie stark mein Mangel war und wieviel Vitamin D ich wann zu mir nehmen muss. Hatte damals immer hier bestellt http://bit.ly/RWAfyJ

Vorbeugung

Melchsee-Frutt, Schweiz
Foto © Edith Spitzer, Wien | 55PLUS Medien GmbH
Natürlich stark durch den Winter mit Kneipp
anatomy 160524_detail
© OpenClipart-Vectors auf Pixabay
Probiotika: Ein Plus für Ihre Gesundheit ab 50+
Gasteiner Heilstollen, Salzburg - Radonwärmetherapie
© Gasteiner Heilstollen
Heilstollen in Bad Gastein
Lucky, Slowakei - Kurort
© slovakia.travel
Kurorte in der Slowakei
Botox-Spritze
© Kuzbari - Zentrum für ästhetische Medizin
Botox - die größten Mythen
Flip Flops
© pixabay com / tookapic
Fersensporn
Handwäsche 1
Foto Salesianer/Miettex
Richtiges Händewaschen

Vorbeugung

Autofahren im Herbst
© Carl Zeiss Vision
Autofahren im Herbst
centre for ageing better_unsplash_detail
© Foto von Centre for Ageing Better auf Unsplash
Männergesundheit 50+: Was Männer wissen sollten
piano 8514284_detail
© Fabian-Dück CC0 Public Domain by pixabay
Geistige Fitness steigern durch Klavier spielen
FT Zirkel DynairXXL Powerband
© Aktion Gesunder Rücken (AGR) / TOGU
Rückenfit durch die Skisaison
Wassermelonen_detail
© Edith Spitzer, Wien
Kreislauf im Keller
Prof. Hademar Bankhofer beim Entspannen
© Professor Hademar Bankhofer
Gesund durch innere Ruhe
Kneippen - Fußbad
© www gesundes-bayern de / Gert Krautbauer
Kneippen daheim
AGR - Rückenschmerzen
© Aktion Gesunder Rücken (AGR) e.V. / Dauphin
Rückengesund im Büro
Information zur richtigen Haltung 2
© Gesellschaft für F.M.Alexander Technik Österreich
Handy-Daumen und Smartphone-Nacken
Wohnzimmer - Alltag
© Himolla / Aktion Gesunder Rücken (AGR) e.V.
Rückenfalle Alltag
Rückentipp Reifenwechsel
© cameris / Aktion Gesunder Rücken (AGR) e.V. / Oliver Nowak
Rückenschmerzen beim Reifenwechseln
Lech, Tirol - Lech
© Verein Lechweg / Gerhard Eisenschink
Lebensspur Lech - neues gesundheitstouristisches EU-Projekt
Kreislauf stärken_Bewegung
© Golf- und Thermenregion Stegersbach
Fastenzeit - Verzichten und gesund bleiben
Fahrrad
© 55PLUS Medien GmbH, Wien
Zeit zum Entgiften
Blasenentzündung
© Forum Trinkwasser e.V./Adobe Stock
Blasenentzündungen vorbeugen
Heute ist Montag, der 09.03.2026 Mail Newsletter | Geschenk Gewinnspiel