Heute ist Montag, der 16.09.2019 | Mail Newsletter | Geschenk Gewinnspiel
Print

Urige Typen: Räuchermännchen aus dem Erzgebirge

Es weihnachtet sehr ...
WhatsAppFacebookTwitterE-Mail
Räuchermännchen aus dem Erzgebirge

Räuchermännchen als Weihnachtsmann

Jedes Jahr von Advent bis Weihnachten stellen sich kleine Männchen mit großen Pfeifen auch in den hiesigen Schaufenstern ein. Sie kommen von weit her, aus dem Erzgebirge: die Jäger und Förster, Pilzesammler, Schäfer, Knappen, Waldarbeiter, Schutzmänner, Eisenbahner, Schornsteinfeger, Briefträger mit kleinem Weihnachtsbaum und Paketen, Mohren und Moosmännchen.

Räuchermännchen mit Bart / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSchon vor 200 Jahren begannen die Erzgebirgler als Nebenerwerb Figuren zu schnitzen, vor allem Leuchterengel, Nussknacker, Räuchermännchen und die großen Drehpyramiden. Von der Sagenwelt des Erzgebirges stammt das Moosmännchen, ein guter Erdgeist, der allerdings auch dem Rauchen verfallen ist.

Räuchermännchen / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDazu gibt es folgende Geschichte: Seit der Erzengel Michael den Teufel aus dem Himmel geworfen hat, jagt letzterer die kleinen guten Moosmännchen umher. Bis sie ermüdet auf einem bekreuzten gefällten Baumstamm Ruhe finden. Daher werden im Erzgebirge gefällte Bäume mit drei Kreuzen versehen.

Räuchermännchen - verschiedene Gestalten / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDen Räuchermännchen gab man zuerst die Figur eines rauchenden Türken, der meistens eine Pfeife und eine Kerze in der Hand hält. Die später entstandenen Figuren waren dem Alltagsleben im Dorf angepasst. Vermittelt über das Angebot der Weihnachtsmärkte, kamen sie in Verlauf des 19. Jahrhunderts in die bürgerlichen Wohnzimmer.

Räuchermännchen in Uniform / Zum Vergrößern auf das Bild klickenLeider werden heute „moderne“ Figuren angeboten, die mit Volkstypen oder dem Weihnachtsfest nichts mehr zu tun haben, auch die Qualität der Schnitzerei ist sehr unterschiedlich.

Um weihnachtliche Düfte im Zimmer zu verbreiten, hebt man den hölzernen Oberteil der Figur auf, stellt den kleinen Kegel auf die Metallplatte und zündet ihn an. Dann fügt man die Figur wieder zusammen und siehe da: durch das Mundloch fängt es zu qualmen an.
   
Ein Weihnachtstipp der 55PLUS-Kunstexpertin Helga Högl.


WhatsAppFacebookTwitterE-Mail
Redaktion | Partner | Impressum | Sitemap | Werbung im 55PLUS-magazin
© by 55PLUS Medien GmbH in Liqu., Wien / Stand September 2019