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Sex im Alter

Liebe kennt kein Alter - Sex ebenso wenig.
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Ältere Menschen empfinden Gefühle des Verliebtseins ebenso heftig wie jüngere. Doch viele von ihnen wagen es nicht mehr, sie auszudrücken und anderen gegenüber offen zu zeigen. Dabei ist Sexualität ein Ausdruck von Lebensfreude und Vitalität und darf im Alter kein Tabu sein.

55PLUS Symbol Mann/Frau / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDer Wunsch nach Liebe, Zärtlichkeit und Sexualität ist auch bei Älteren vorhanden. "Alte Menschen verlieren nicht das Bedürfnis berührt zu werden, sondern sie verlieren Mitmenschen, die sie berühren", so Mag. Monika Wild vom Österreichischen Roten Kreuz.

Auch wenn man amerikanischen Wissenschaftlern nicht so richtig glauben mag, dass Sex Falten killt, Schmerzen mildert und sogar gegen Erkältung hilft - "Tatsache ist jedenfalls, dass eine partnerschaftliche Beziehung im höheren Lebensalter mit allen Dimensionen lebensverbessernde und auch lebensverlängernde Faktoren hat", ist Wild überzeugt.

Sex verändert sich

„Die Sexualität des Menschen verändert sich zwar mit den Jahren, aber sie bleibt auch im Alter genauso vielschichtig und individuell unterschiedlich wie bei jungen Menschen“, meint der Soziologe Carsten Brandenberg aus der Memory-Clinic des Elisabeth-Krankenhauses Essen. „Umfragen belegen: Sex – egal wie jeder einzelne ihn auslebt – spielt auch in der zweiten Lebenshälfte für die Mehrheit eine wichtige Rolle.“

Die Häufigkeit sexueller Kontakte nimmt im Alter zwar ab, nicht jedoch das Bedürfnis nach Zärtlichkeit und Sexualität. Bei den meisten Frauen bleibt die sexuelle Erregbarkeit auch nach den Wechseljahren bis ins hohe Alter erhalten. Männer hingegen müssen im Seniorenalter mit größeren Veränderungen rechnen. Ihre Erregung läuft mit zunehmenden Lebensjahren zumeist langsamer ab.

Dass knapp sieben von zehn Männern, aber nur vier von zehn Frauen zwischen 57 und 85 Jahren angeben, oft an Sex zu denken und sexuell aktiv zu sein, so eine Studie der Universität Chicago, lässt sich vor allem damit erklären, dass viele Frauen in diesem Alter verwitwet sind oder einen älteren Mann haben, der kein großes Interesse mehr am geschlechtlichen Miteinander hat. Während in Mitteleuropa 70 Prozent der 70-jährigen Frauen keinen Partner mehr haben, sind nur 35 Prozent der gleichaltrigen Männer allein.

Krankenheiten beeinträchtigen das Lustempfinden

In erster Linie beeinträchtigen körperliche Erkrankungen und chronische Schmerzen Sex im Alter. Internistische Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder Rheuma treten häufiger auf und können Lust und Erregbarkeit negativ beeinflussen. Auch Störungen des Hormonhaushaltes oder Medikamenteneinnahmen können das Lustgefühl oder die Erektionsfähigkeit mindern.

Krebsbehandlungen haben ebenfalls häufig starke Auswirkungen auf die Sexualität. Besonders Brustamputationen stellen eine Belastung für das sexuelle Selbstwertgefühl dar. Körperliche Folge einer Strahlentherapie kann u.a. eine Entzündung in der Scheide sein. Viele Frauen haben im Alter Probleme mit dem Feuchtwerden der Scheide oder Harninkontinenz. Beides kann dazu führen, dass sexuelle Kontakte gemieden werden.

Bei Männern steigt in der zweiten Lebenshälfte die Wahrscheinlichkeit von Erektionsstörungen deutlich an. Die Schwere dieser Potenzstörung kann sehr unterschiedlich sein. Sie reicht von gelegentlichen Problemen bis zum totalen Verlust der Erektionsfähigkeit. Prostataoperationen können – wenn auch selten – zu Potenzproblemen führen.

Bei beiden Geschlechtern wirken sich zudem seelische Erkrankungen, partnerschaftliche Probleme oder Ängste – genau wie bei jungen Menschen – sehr stark auf das Liebesleben aus.

Sex ist anders, nicht schlechter

Dass Sex im höheren Alter anders ist als bei jüngeren Menschen, muss kein Nachteil sein. Die Bedürfnisse verlagern sich. Körperliche Spitzenleistungen sind weniger gefragt. Nähe wird wichtiger. Diese muss sich nicht durch einen Orgasmus ausdrücken. "Hautkontakt, Zärtlichkeit, das partnerschaftliche Füreinander im Sinne von Geborgenheit bekommen eine größere Bedeutung. Das Wohlbefinden rückt immer mehr in den Vordergrund", so die Leiterin des Referates Gesundheits- und Soziale Dienste beim Österreichischen Roten Kreuz. Allerdings gebe es Probleme bei älteren Menschen, die in Altersheimen ihre partnerschaftlichen und sexuellen Bedürfnisse befriedigen wollen. Viele Institutionen seien darauf einfach nicht eingestellt.

„Es gibt zwar keine allgemein gültigen Regeln für ein erfülltes Sexualleben“, so der Soziologe Brandenberg, „aber es gibt einige Voraussetzungen, um bis ins hohe Alter befriedigende sexuelle Erlebnisse zu haben: Letztendlich muss jeder Mensch – egal ob alt oder jung – seine Wünsche und Bedürfnisse selbst erkennen und versuchen, sich diese zu erfüllen. Wichtig ist dabei, die bestehenden Tabus hinsichtlich der Liebe im Alter zu überwinden und einen individuellen Weg zu gehen.

Der Abbau der Schamgefühle dem eigenen Körper gegenüber spielt dabei eine wichtige Rolle. Man muss aber auch lernen, den Körper des Partners, der sich evtl. auch durch Krankheit oder Alter verändert hat, zu akzeptieren. Gerade nach Erkrankungen bedeutet die Möglichkeit der körperlichen Nähe und auch der Befriedigung der sexuellen Lust eine enorme Steigerung der Lebensqualität.

Auch Offenheit ist eine Voraussetzung für ein erfülltes Liebesleben. Sexualpartner sollten sich über ihre Bedürfnisse, aber auch über gemeinsame Interessen und benötigte Freiräume austauschen – denn schließlich ist Sexualität ja nicht nur auf den Geschlechtstakt allein reduziert. Leistungsdruck hat bei der Liebe grundsätzlich nichts verloren: Verabschieden sollte man sich von der Vorstellung, dass alles so klappen muss wie früher. Hauptsache ist doch, man hat Spaß bei dem, was man tut.

Lieber gemeinsam als einsam

Da bei älteren Männern etwas mehr Zeit vergeht, bis sie eine ausreichende Erektion bekommen, kommt dem Vorspiel besondere Bedeutung zu. Hilfsmittel oder Spielzeuge beim Liebesspiel zu verwenden ist nichts Anrüchiges. An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass auch die Selbstbefriedigung eine Möglichkeit bietet, die Sexualität auszuleben. Bestehen ernsthafte partnerschaftliche Probleme, können diese mit Hilfe therapeutischer Beratung auch noch nach vielen Ehejahren behoben oder zumindest gebessert werden.

Wer sich im Alter einen Partner wünscht, muss selbst aktiv werden. Bei Gemeindefesten, Seniorentreffs, Tanzveranstaltungen oder Busausflügen kann man da schon eher Glück haben. Als Kontaktbörse werden mittlerweile auch im Internet Foren speziell für Senioren angeboten. Und wem dieses neue Medium fremd ist, kann sich auch ganz klassisch in den Bekanntschaftsanzeigen der Zeitung umsehen.

Quelle: www.gesundesleben.at


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Kommentare
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  von Annika am 07.10.2015 11:05
Ich bin 65 mein Mann 68. Wir sind schon 45 Jahren zusammen und ständig verliebt. Unser Sex war nie so gut und dauerhaft. ich hab meinem Mann Erozon Max Pillen gekauft und jetzt haben wir beide viel mehr Lust.
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