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Reisetipps bei Flugausfall: So kommen Sie zu Ihrem Recht!

Was bei einem Flugausfall zu beachten ist.
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© xusenru & PublicDomainPictures / pixabay.com / Airport / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Reisetipps bei Flugausfall: So kommen Sie zu Ihrem Recht!

Die Annullierung eines Flugs ist für Passagiere extrem ärgerlich. Dank Fluggastrechteverordnung müssen Verbraucher die Folgen allerdings nicht einfach hinnehmen. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, besteht Anspruch auf Entschädigung in Höhe von bis zu 600 Euro pro Person. Erfahren Sie hier Details über Ihre Rechte.
 
Vorsicht „außergewöhnliche Umstände“
 
Laut EU-Verordnung 261/2004 haben Fluggäste bei einem Flugausfall das Recht auf eine Entschädigungszahlung. Wie viel Geld Ihnen zusteht, ist von der gebuchten Flugstrecke abhängig. Bei Kurzstrecken bis 1.500 Kilometer müssen Airlines 250 Euro zahlen. Mittelstreckenflüge ziehen eine Entschädigung von 400 Euro und Langstrecken 600 Euro nach sich. Anspruchsberechtigt sind Passgiere allerdings nur, wenn wesentliche Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu zählen folgende Punkte:
  • Der Flug startet unabhängig von der Airline innerhalb der Europäischen Union oder endet innerhalb der EU und wird von einer Airline mit Sitz in der EU durchgeführt.
  • Der Fluggast hat rechtzeitig eingecheckt.
  • Die Fluggesellschaft ist verantwortlich für die Annullierung. 
Insbesondere der letzte Punkt dieser Liste, sorgt regelmäßig für gerichtliche Auseinandersetzungen. Aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen Pauschalen von bis zu 600 Euro pro Passagier kommt es immer wieder vor, dass Fluggesellschaften die Zahlung verweigern. Sie berufen sich häufig auf sogenannte außergewöhnliche Umstände und entziehen sich ihrer Verantwortung. Als außergewöhnliche Umstände gelten beispielsweise Terrorwarnungen mit Luftraumsperrung, Vogelschlag oder extreme Unwetter, die ein unvertretbares Sicherheitsrisiko für Fluggäste und Crew mit sich bringen. Derartige Umstände liegen außerhalb der Verantwortung einer Airline, weshalb sie zurecht nicht zu Entschädigungszahlungen gezwungen werden kann. Allerdings ist für Laien nicht leicht nachvollziehbar, ob das Luftfahrtunternehmen tatsächlich unschuldig an der Situation ist oder womöglich nicht alle zumutbaren Maßnahmen zum Vorbeugen eines Flugausfalls ergriffen hat. Im Zweifelsfall sind Verbraucher gut beraten eine Schlichtungsstelle oder einen Anwalt für Reiserecht zu kontaktieren. Da die anwaltliche Unterstützung kostspielig ist und mit einem finanziellen Risiko einhergeht, können sogenannte Inkassodienste eine Alternative sein. Darunter der Entschädigungsdienst Flightright, der es online erlaubt Ansprüche zu ermitteln und diese auf Wunsch gegenüber Airlines durchsetzt. Dies erfolgt mit Hilfe von Reiserechtsexperten und einer Vollmacht der Geschädigten. Auf seiner Internetpräsenz hat der Dienstleister die Rechte bei einem ausgefallenen Flug zusammengefasst und klärt über eine typische Ausnahme von außergewöhnlichen Umständen auf: „Hat sich die Airline zum Beispiel bei einem Wintereinbruch nicht ausreichend mit Enteisungspräparat eingedeckt, ist sie unter Umständen für die Annullierung verantwortlich - vor allem, wenn die Maschinen anderer Fluggesellschaften planmäßig starten konnten.“ Auch bei Streiks ist die Sachlage nicht immer eindeutig, wie die Verbraucherorganisation Stiftung Warentest in einem Artikel über entscheidende Gerichtsurteile für Fluggastrechte bestätigt. Hat die Airline demnach „wilde Streiks“ durch ihre Unternehmenspolitik verursacht, handelt es sich laut Europäischem Gerichtshof (EuGH) nicht um außergewöhnliche Umstände.
 
Der Zeitpunkt der Information entscheidet
 
© xusenru & PublicDomainPictures / pixabay.com / Flughafen / Zum Vergrößern auf das Bild klickenNeben den oben genannten Voraussetzungen entscheidet der Zeitpunkt, an dem Sie über die Annullierung informiert wurden, über Ihren Anspruch auf Entschädigungszahlung. Die Pauschale von bis zu 600 Euro lässt sich nur dann einfordern, wenn Sie weniger als 14 Tage vor Abflug durch die Airline von dem Flugausfall erfahren haben und kein Ersatzflug angeboten wird. Bei einem Ersatzflug gilt folgendes für einen Entschädigungsanspruch:
  • Der Alternativflug landet mehr als zwei Stunden später am Ziel oder startet mehr als 60 Minuten früher als geplant (bei Benachrichtigung unter 7 Tagen)
  • Der Alternativflug landet mehr als vier Stunden später oder startet mehr als zwei Stunden früher (bei Benachrichtigung zw. 7 und 14 Tagen vor geplantem Abflug)
Allerdings gibt es Ausnahmen:
  • Kommt die Information zwischen 7 und 14 Tage vor Abflug und der alternative Flug landet am Ziel maximal 4 Stunden später beziehungsweise startet maximal 2 Stunden früher, besteht kein Anspruch auf Entschädigung.
  • Die Airline informiert weniger als sieben Tage vor Abflug über eine Annullierung und der Alternativflug hebt höchstens eine Stunde vor dem geplanten Zeitpunkt ab oder landet Maximum zwei Stunden später: Kein Entschädigungsanspruch!
Allgemeines Recht: Ersatzbeförderung oder Rücktritt vom Vertrag
 
Grundsätzlich besteht bei einer Annullierung das Recht auf Ersatzflug oder die Erstattung des Flugpreises. Möchten Sie Ihre Reise trotz des ausgefallenen Flugs antreten, muss die Fluggesellschaft eine gleichwertige Ersatzbeförderung kostenlos organisieren. Stellt die Airline keinen Ersatz zur Verfügung, dürfen Sie selbst einen alternativen Flug buchen. Die Kosten hierfür werden in Rechnung gestellt.
 
Geht es um eine Pauschalreise, sollten Sie sich am Flughafen umgehend mit dem Reiseveranstalter in Verbindung setzen. Dieser ist für alles Weitere verantwortlich.
 
Der Flug fällt aus und damit auch Ihre Reise? In diesem Fall können Sie den Flugpreis zurückerstatten.
 
Checkliste bei Flugausfall
 
Ihr Flug wurde kurzfristig annulliert und Sie müssen am Airport auf die Ersatzmaschine warten? Folgende Vorgehensweise hilft Ihre Ansprüche durchzusetzen:
  • Lassen Sie sich von der Fluggesellschaft die Nichtbeförderung schriftlich bestätigen. Inklusive Begründung!
  • Ab zwei Stunden Wartezeit, die von der Airline zu verantworten ist, haben Sie ein Recht auf Versorgungsleistungen. Diese umfassen kostenlose Getränke und Snacks. Auch Kommunikationsmöglichkeiten müssen Ihnen bereitgestellt werden (z. B. Fax und Telefonanrufe).
  • Findet der Ersatzflug erst am Folgetag statt, steht Ihnen eine Übernachtung im Hotel inklusiv Transfer zu. Auch die Fahrt vom Hotel zurück zum Flughafen muss die Fluggesellschaft auf ihre Kosten übernehmen.
  • Bewahren Sie Belege für Essen, Getränke, Hotels und Taxis auf!
Nach Ihrer Reise können Sie Ansprüche schriftlich geltend machen. Nutzen Sie hierfür Musterschreiben des Verbraucherschutzes und versenden Sie die Dokumente per Einschreiben Rückschein!
 
Ein 55PLUS-Reisetipp.
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