Raimundspiele Gutenstein 2026: Der Alpenkönig und der Menschenfeind
Die Raimundspiele Gutenstein entführen ihr Publikum von 27.7. bis 9.8.2026 mit "Der Alpenkönig und der Menschenfeind" in die märchenhafte Zauberwelt Ferdinand Raimunds.
Raimundspiele Gutenstein 2026: "Der Alpenkönig und der Menschenfeind"
Das Gefühl, von der ganzen Welt verraten worden zu sein, treibt Herrn von Rappelkopf zusammen mit Familie und Dienerschaft auf seinen abgeschieden in den Bergen gelegenen Landsitz. Der reiche Gutsbesitzer kultiviert einen Menschenhass, der nicht einmal vor der eigenen Familie Halt macht: Tochter Malchen bleibt der Wunsch, den Maler August Dorn zu heiraten, verwehrt. An dieser Stelle tritt nun auch der Alpenkönig Astragalus auf den Plan, denn er verspricht den Liebenden seine Unterstützung…
Die Rolle des Alpenkönigs Astragalus wird mit Elisa Seydel besetzt. Ausgebildet am Max Reinhardt Seminar und als langjähriges Mitglied des Wiener Burgtheaters wirkte sie in einer Vielzahl an Produktionen renommierter Häuser mit. Zuletzt war sie etwa in Die Kapuzinergruft bei den Festspielen Reichenau oder in Schwarze Schwäne im Wiener Volkstheater zu sehen.
In die Rolle des reichen Gutsbesitzers Rappelkopf wird Andreas Patton schlüpfen. Er wirkte bereits in zahlreichen Produktionen an österreichischen Sommertheatern, darunter in Melk, Haag oder Perchtoldsdorf mit. Mit seinem Performance-Team die nachbarn produziert er regelmäßig literarisch-musikalische Veranstaltungen.
Für lustig-heitere Momente sorgt erneut Publikumsliebling Rudi Roubinek, der als Rappelkopfs Diener Habakuk bereits zum dritten Mal auf der Bühne der Raimundspiele stehen wird. Die gewitzte Rolle des Kammermädchens Lischen als Pendant zu Habakuk verkörpert die bezaubernde Theresa Lustig.
Carmen Kirschner und Matthias Rauth spielen das junge Liebespaar Malchen, Rappelkopfs Tochter, und August, den Maler.
Als Rappelkopfs Frau Sophie wird Sophie Aujesky zu sehen sein. Sie wirkte bei zahlreichen Theaterproduktionen mit, unter anderem im Stadttheater Klagenfurt, in der Volksoper oder dem Bugtheater. Zuletzt stand sie in Echtzeitalter im Theater der Jugend auf der Bühne. Darüber hinaus wurde Aujesky 2021 mit dem Niederösterreichischen Kulturpreis für Darstellende Kunst ausgezeichnet.
Benita Martins und Greta Bures vervollständigen das Ensemble.
Welche Gedanken und Ideen stecken hinter Kostüm- und Bühnenbild und der live gespielten Musik?
Bühnenbildnerin Simina Nicolaescu:
[…] Der Bühnenraum sucht bewusst die Nähe zum Publikum. Er schafft keine große Distanz, kein sicheres Gegenüber. Stattdessen entsteht ein Gefühl des Mitten-drin-Seins. Das Vertraute ist sinnlich präsent. Man erkennt Strukturen, Materialien, Stimmungen, die an Natur erinnern. Gleichzeitig verschieben sich Details, irritieren, öffnen einen Spalt ins Ungewohnte. Nicht alles erklärt sich sofort. Manches bleibt rätselhaft und darf im Laufe des Abends entdeckt werden. Dadurch verschwimmt die Grenze zwischen Zuschauerraum und Spielraum. Wer diesen Raum betritt, wird Teil einer Wahrnehmungssituation, nicht nur Beobachter einer Handlung. […]
Wir freuen uns darauf, diesen Zwischenraum mit Ihnen zu teilen und gemeinsam zu erleben, wie sich Vertrautes verwandeln kann, wenn man bereit ist, genauer hinzusehen.
wenn ich an die Kostüme für „Der Alpenkönig und der Menschenfeind“ denke, sehe ich vor meinem inneren Auge nicht nur Stoffe und Schnitte, sondern Charaktere, die durch Kleidung lebendig werden. Jedes Kostüm in diesem Stück ist eine Einladung, die Figuren neu zu entdecken – zwischen Tradition, Übertreibung und einem Hauch von Alpenmagie.
Wie findet man den richtigen Look für eine Komödie, die gleichzeitig so kurzweilig und zeitlos ist? Für mich war von Anfang an klar: Wir müssen Raimunds Geist ehren, ohne uns in historischer Treue zu verlieren. Die Kostüme sollen spielerisch, ausdrucksstark und ein bisschen frech sein – genau wie das Stück selbst. […]
Musikalische Leitung Tobias Grabher:
Die Musik der diesjährigen Raimundspiele orientiert sich an der originalen Theatermusik, die Wenzel Müller 1828 komponierte – erscheint jedoch im Gewand einer neuen, zeitgemäßen Tonsprache. […] In der Gutensteiner Inszenierung von Der Alpenkönig und der Menschenfeind erklingt Müllers stilistisch facettenreiche Musik in einer Bearbeitung für Violine und Violoncello. Zugleich werden musikalische Bezüge zur gleichnamigen Oper von Leo Blech aufgegriffen – einem historisch bemerkenswerten Dirigenten und Komponisten. […]
So wird die Musik zu Der Alpenkönig und der Menschenfeind bei den diesjährigen Raimundspielen in Gutenstein zu einem mitreißenden Spiel der Zwischenwelten: ein Komponist zwischen Wiener Klassik und Romantik; eine Neubearbeitung zwischen historischer Theatermusik, wiederentdeckten Opernmelodien und moderner Tonsprache; ein Streicherduo zwischen Kammermusik und orchestraler Klangfülle; ein Schauspielensemble zwischen Sprechtheater, musikalischen Einlagen bis hin zu Chorklängen – und zusammen ergeben diese vielen Zwischenwelten eine große Musik.
Auch 2026 gibt es die Möglichkeit, die Raimundspiele Gutenstein mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Im kommenden Sommer bringt Sie der Shuttlebus erstmals an allen Vorstellungstagen vom Bahnhof zum Theaterzelt und nach der Vorstellung wieder zurück.
17. Juli bis 9. August 2026 Ferdinand Raimunds "Der Alpenkönig und der Menschenfeind"
Gutenstein