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Prostatakrebs: Leben mit der Diagnose

Die Diagnose Prostatakrebs belastet und beeinflusst das Leben.
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Prostatakrebs: Leben mit der Diagnose (Teil 2)


Die Diagnose Prostatakrebs ist eine große Belastung für jeden Mann. Prostatakrebs stellt jedoch in der Regel keinen Notfall dar, weshalb lediglich in Einzelfällen sofortiger Handlungsbedarf besteht. Der Betroffene hat also Zeit, sich ausführlich damit auseinanderzusetzen, während der behandelnde Mediziner die weitere Vorgehensweise entscheidet und diese seinem Patienten offeriert.

 

Nicht unüblich: Zuwarten und beobachten statt Operation

© Markus Margreiter, privat / Dr. Markus Margreiter_privat / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDie Prostata oder Vorsteherdrüse gleicht in Form und Größe einer Kastanie und wirkt unter Anderem unterstützend in Bezug auf den Verschluss der Harnblase (sie liegt unterhalb davon, Anmerkung), wie der Facharzt für Urologie und Andrologie am AKH Wien, Ass. Prof. Dr. Margreiter, erläutert: „Diese Drüse ist für die Kontinenz ganz entscheidend, da sie bei der Kontrolle der Harnausscheidung eine große Rolle spielt.“ Aus diesem Grund ist die Entfernung derselben nicht immer völlig unproblematisch. „Probleme wie Inkontinenz, aber auch Impotenz können die Folge sein, weshalb ich dies mit jedem Patienten vor einer möglichen Operation ausführlich bespreche.“

In vielen Fällen sei auch erst einmal das so genannte Active Surveillance (aktive Überwachung) möglich: „Man kontrolliert im Zuge dessen regelmäßig den PSA-Wert und wiederholt in regelmäßigen Abständen eine Probenentnahme. Nur dann, wenn es einen Hinweis darauf gibt, dass der Krebs aggressiver wird, ist eine Therapie notwendig. Es gibt viele Patienten, die mit ihrem Krebs über Jahre hinweg gut leben.“ Dennoch entscheiden sich viele Patienten für eine Operation, um nicht mit Krebs im Körper leben zu müssen. Andere wiederum müssen operiert werden, weil sie von einem aggressiven Tumor betroffen sind. „Für beide Gruppen ist die Operation absolut richtig und wichtig.“, ist Dr. Margreiter überzeugt. Jeder Patient sei individuell zu bewerten und habe selbstverständlich ein Mitspracherecht, da beispielsweise das Thema Sexualität für Männer jeden Alters wichtig sei und durch eine Operation zu einem Problem werden könne.

Weitere Therapieoptionen seien unter Anderem die Strahlentherapie, sowie Hormontherapie,  Chemotherapie oder systemische Therapien bei fortgeschrittenen Stadien. „Nicht jede Therapie ist für jeden Patienten gleichermaßen geeignet. Es gilt, gemeinsam mit einem Patienten das bestmögliche Verfahren herauszufinden und zu erörtern.“, präzisiert Dr. Margreiter.

Alternative Heilverfahren und Homöopathie seien in unterstützender Form durchaus empfehlenswert, aber nicht als einziges Mittel im Falle einer Krebsdiagnose. „Ich schätze alternative Heilmethoden durchaus, aber in Bezug auf eine onkologische Krankheit sollte man sich bei der Therapie auf evidenzbasierte Methoden stützen.“, gibt der Experte zu bedenken.

Nähere Informationen:
www.dr-margreiter.at
www.akhwien.at
www.uro.at
www.dgu.de
www.krebshilfe.net

Ein Gesundheitsbeitrag von Mag. Sonja Streit.

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