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Paderborn in Nordrhein-Westfalen

Paderborn, reich an Geschichte.
Paderborn, Nordrhein-Westfalen - Dom - © Johann Varga

Paderborn in Westfalen

Ursprung eines Flusses aus dem Nichts, ehemaliges IT-HighTech-Zentrum Deutschlands, Bollwerk der Katholischen Kirche und jede Menge Geschichte. Das ist Paderborn.


Karl der Große

Sehr lange ist es her, genau im Jahre 777, als der Franke Karl der Große hier im heutigen Paderborn eine Burg errichten ließ. Und genau dort trafen er und Papst Leo III. 799 zusammen und vereinbarten einen Megadeal. Die Gründung eines Bistums und die Krönung Karls zum ersten Kaiser des mittelalterlichen Westeuropas, was im Jahre 800 erfolgte. Eine Weichenstellung, die den Kontinent für immer prägen wird.

Paderborn, Nordrhein-Westfalen - Dom - © Johann Varga

Die Pader - Fluß aus dem Nichts

Zugegeben, so etwas habe ich auch noch nicht gesehen. Da tut sich mitten in der City ein relativ breiter, viel Wasser führender und mit mehreren Armen versehener Fluß auf und auf die Frage, wo dieser denn entspringe, hört man hier. Was hier? Hier!

Paderborn, Nordrhein-Westfalen - ein Quellgebiet - © Johann Varga

Die Pader ist eine Art Wunder und ist faktisch aus dem Nichts plötzlich da. Keine Hexerei, nur Naturwissenschaft. Mitten in der Stadt gibt es nämlich ein gigantisches Quellgebiet und von diesen rund 200 Quellen werden pro Sekunde bis zu 9.000 Liter Wasser ausgestoßen. Einfach fantastisch und ein Tourismusmagnet. Lang ist die Pader nicht. Mit ihren rund 4,6 km Länge gilt sie als kürzester Fluss Deutschlands. Doch das tut der Attraktion keinen Abbruch.

Paderborn, Nordrhein-Westfalen - Pader - © Johann Varga

Erzbistum Paderborn

Seit der Vereinbarung von Karl dem Großen mit Papst Leo III. ist Paderborn eine Bastion der Christenheit und allen Umbrüchen der Reformation zum Trotz, ein unüberwindbarer Hort des Katholizismus. Mit seinem weit sichtbaren Zeichen, der beeindruckenden Kathedrale. Neben dem spirituellen Zentrum ist Paderborn auch ein Füllhorn für deutsche Staats- und Kirchengeschichte und zieht jährlich unzählige Studenten, Gläubige und Touristen in seinen Bann.

Paderborn, Nordrhein-Westfalen - Dom KdG Papst Leo - © Johann Varga

Bomben, Leid und Zerstörung

Unbeschadet seines Status als Hochburg der christlichen Religion wurde Paderborn in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs durch alliierte Bomber ohne irgendeine kriegsentscheidende Notwendigkeit dem Erdboden gleich gemacht. Selbst der uralte Hohe Dom blieb dabei nicht verschont. So sind nahezu alle Gebäude der historischen City Rekonstruktionen. Was bleibt ist die untrügliche Erkenntnis, dass weder Krieg noch Rache ein geeignetes Konfliktlösungsmittel sind.

Paderborn, Nordrhein-Westfalen - Fachwerkhaus - © Johann Varga

Paderborn heute - Genuss und Lebensfreude

Die einzigartige Wasserlandschaft der City macht sich heute auch die Gastronomie zu Nutze. Unzählige Bars und Restaurants an den vielen Wasserläufen versprühen ein mediterranes Lebensgefühl und erfreuen Einheimische wie Touristen. Bei Schönwetter spielt sich daher alles im Freien ab, sofern man überhaupt einen freien Platz ergattern kann. Die Speiseangebote sind vielfältig mit Schwerpunkt auf regionale Küche. Wer es sich einrichten kann, der sollte Paderborn Ende August besuchen, denn am letzten Freitag dieses Monats findet im Quellgebiet der Pader ein ausgelassenes Stadtfest statt, die sogenannte PaderNacht, der unbestrittene Höhepunkt des Veranstaltungsjahres.

Paderborn, Nordrhein-Westfalen - City - © Johann Varga

Heinz Nixdorf - der deutsche IT Pionier

Paderborn ist untrennbar mit Computertechnologie verbunden, und deutsche Computertechnologie untrennbar mit Heinz Nixdorf. Der Gigant der Elektronik baute hier 1968 einen ersten IT-Weltkonzern auf, als Silicon Valley noch im Geburtskanal steckte. Sein früher Tod und eine schnelle Konzentration der Computerwelt in Übersee lassen nur offene Gedanken zurück. Wie sehe es heute aus, wenn … .  Jedenfalls ist das Lebenswerk des deutschen Computergenies im Heinz Nixdorf MuseumsForum zu bestaunen.

Paderborn, Nordrhein-Westfalen - Hauptplatz - © Johann Varga

Ausflugsziele in der Umgebung

Vor den Toren der Stadt beginnt der Teutoburger Wald und damit sind auch drei sehr empfehlenswerte Ausflugsziele nicht fern. Das Hermanneum, die Adlerwarte Berlebeck und die Externsteine.

Nordrhein-Westfalen - Externsteine - © Johann Varga

Hermannsdenkmal und Hermanneum

Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Arminius, jenem germanischen Fürstensohn, der im antiken Rom erzogen und zum römischen Elitesoldaten ausgebildet wurde. Als einflussreicher Offizier des General Varus, lockte er die römische Armee im Jahre 9 n.Chr. im Teutoburger Wald im heutigen Kalkriese (Osnabrück) in eine Falle und richtete mit seinen germanischen Gefolgsleuten ein bisher nicht da gewesenes Blutbad an, bei dem Zehntausende römische Soldaten starben. Eine Schlacht, die den geschichtlichen Verlauf Westeuropas maßgeblich prägte und eine selbständige Entwicklung Germaniens ermöglichte.

Nordrhein-Westfalen - Hermann Denkmal - © Johann Varga

Ein riesiger Zeitsprung weiter bringt uns ins 19. Jahrhundert, in eine klein-klein zersplitterte deutsche Landschaft, und dem Wunsch nach Einheit, Göße und Macht. Man brauchte Vorbilder, man brauchte eine einigende Galionsfigur. Und so wurde von dem jungen Ernst von Bandel der antike Arminius aus dem Archiv geholt, eine riesige Statue entworfen und eine geeignete Location gesucht, die bei Detmold, rund 70 km von der historischen Schlacht entfernt, gefunden wurde. Aus Arminius wurde der „deutschere“ Hermann und der stählerne Schwerträger für eine deutsche Einheit 1875 feierlich unter Anwesenheit Kaiser Wilhelm I. als Hermannsdenkmal eingeweiht. Ergänzt wird die monumentale Gedenkstätte durch ein neues, hochmodernes Informationszentrum, das Hermanneum, in dem alle Details aus allen Perspektiven durchleuchtet werden. Man muss ganz einfach mal dort gewesen sein!

Nordrhein-Westfalen - Hermann von Bandel Gedenkstein - © Johann Varga

Adlerwarte Berlebeck

Ein Besuch der ältesten Greifvogelstation Deutschlands, die 1939 vom Ehepaar Deppe  hier bei Detmold errichtet wurde. Schutz und Aufzucht von Greifvögeln standen und stehen im Mittelpunkt des Schaffens. Um die Anliegen dem Publikum verständlich näher zu bringen, werden professionelle Flugshows angeboten, bei denen actiongeladene Vogel-Szenen mit sehr viel emotionaler Hintergrundinformation verknüpft werden. Wenn dabei das Tierwohl stets im Vordergrund steht, durchaus löblich. Jedenfalls begeistern die  Attraktionen Jung und Alt.

Nordrhein-Westfalen - Adlerwarte Berlebeck_Weißkopfadler - © Johann Varga

Die Externsteine

Ein Naturphänomen der besonderen Art. Die Formation erinnert ein wenig an das Elbsandsteingebirge in Sachsen, ist aber doch deutlich kleiner, jedoch keineswegs weniger spektakulär. Schon im Mittelalter nutzte man die natürlichen Sandsteinskulpturen für christlich rituelle Handlungen. Im 19. Jahrhundert baute man dann Zugänge zu den Höhen, die bis heute ihre romantische Ausstrahlung erhalten haben. Wer rauf will muss aber schon einige Kondition und vor allem Kraftausdauer mitbringen, denn die Anstiege haben es in sich. Oben angekommen wird man von einer bezaubernden Aura vereinnahmt und mit tollen Ausblicken entlohnt. Wer es sich zumuten kann, der sollte auf jeden Fall die Höhen erklimmen, denn es ist wahrlich bereichernd.

Nordrhein-Westfalen - Externsteine_Brücke - © Johann Varga

Best Western Plus Arosa, Paderborn

Zum Schluss noch ein Übernachtungstipp in Paderborn. BestWestern ist eine Familien-Marke, die hält was sie verspricht. Das triff auch auf dieses Haus zu. Überschaubar, sauber, qualitativ hochwertig. Was mir persönlich an diesem BestWestern Arosa am besten gefallen hat, das ist seine grenzgeniale Dachterrasse mit direktem Blick auf die alte Domstadt. Das ist wirklich ein Highlight und bietet ein ganz besonderes Wohlfühlerlebnis beim morgendlichen Frühstück oder abendlichen Dinner. Das Haus verfügt zudem über eine eigene Garage und in wenigen Gehminuten ist man direkt im Herzen der City am Wasser.

Paderborn, Nordrhein-Westfalen - Blick von BW Terrasse - © Johann Varga

Fazit

Wer noch nie in Paderborn war, für den verspricht eine Reise vollkommen neue Erfahrungen, denn wie von Zauberhand erscheint plötzlich aus dem Nichts ein reichlich Wasser führendes Fluss-System. Alte westeuropäische Geschichte und moderne Leichtigkeit verbinden sich hier harmonisch. Auch kulinarisch wird man hier sehr erfreut. Bei Speis und bei Trank in toller Atmosphäre. Das Umland ist abwechslungsreich und bietet viel, wobei eindeutig jene begünstigt werden, die gerne wandern und Rad fahren. Wie nahezu alle Städte dieser Region ist ebenso Paderborn aus der Asche des Zweiten Weltkriegs aufgestiegen und hat dann sogar eine deutsche Urversion des „Silicon-Valley“ hervorgebracht. Und der Hohe Dom zu Paderborn ist eine (komplett renovierte) Ikone der Christenheit. Unbedingt einen Besuch wert!

JV

Anmerkung: Die Recherche zu diesem Artikel fand im Rahmen einer internationalen Pressereise im August 2025 statt.

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