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Online-Studie: Ergebnis

Die Universität Zürich untersuchte in einer Online-Studie die Charakterstärken, Lebensstile und Lebenszufriedenheit der Generation 50+.
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Welche Charakterstärken besitzen Menschen 55+? Was macht Menschen 55+ zufrieden und glücklich? Was macht eine Partnerschaft zu einer erfüllenden Partnerschaft? Was braucht es für ein zufriedenes Zusammenleben? Was macht Menschen als Paar glücklich?

Leser des Onlinemagazins „www.55plus-magazin.net “ nahmen an einer Online-Untersuchung (http://www.charakterstaerken.org) des Forschungsteams „Positive Psychologie“ der Universität Zürich zu „Glück im Alter“ teil. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten unmittelbar nach dem Ausfüllen der Fragebogen (VIA-IS, STHI, OTH, SWLS) jeweils die eigenen Ergebnisse kostenlos und anonym zurückgemeldet. Was sind die Ergebnisse und wie geht es weiter)?

Die Studie konnte zeigen, dass die Charakterstärken Neugier, Liebe zum Lernen, Fairness und Freundlichkeit bei Menschen 55+ besonders deutlich vorhanden sind. Die Charakterstärken Selbstregulation, Bescheidenheit und Spiritualität zeigten sich in dieser Altersgruppe als weniger deutlich ausgeprägt. Die vollständige Liste der Charakterstärkenausprägungen, d.h., so wie sich die ca. 4.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Studie im Alter 55+ durchschnittlich selbst eingeschätzt haben, finden Sie in der Grafik 1.

Online-Studie Uni Zürich - Grafik-1

Da eine grosse Teilgruppe an Menschen 55+ (mehr als 1.900) neben dem Fragebogen zu den Charakterstärken auch einen Fragebogen zur eigenen Lebenszufriedenheit ausgefüllt hat, konnte die Studie ferner zeigen, dass die Lebenszufriedenheit von Menschen im Alter 55+ mit bestimmten Charakterstärken, die Menschen in unterschiedlichem Ausmaß besitzen können, besonders deutlich zusammenhängt. Ein hoher Zusammenhang bedeutet, dass Menschen, bei denen bestimmte Charakterstärken besonders deutlich vorhanden sind, in den Befragungen von Menschen im Alter von 55+ über eine höhere Lebenszufriedenheit berichteten. Es stellte sich heraus, dass speziell hoffnungsvolle, enthusiastische, bindungsfähige, neugierige, dankbare und ausdauernde Menschen eine höhere Lebenszufriedenheit besitzen als wenig hoffnungsvolle, enthusiastische, bindungsfähige, neugierige, dankbare und ausdauernde Menschen (weitere Details können Sie der Grafik 2 entnehmen). Diese Stärken sind trainierbar und so ist auch die Lebenszufriedenheit beeinflussbar.

Online-Studie Uni Zürich - Grafik-2

Die Lebenszufriedenheit von Menschen wird auch noch durch andere Bereiche des Lebens beeinflusst. Da ist das Thema Ehe, Partnerschaft, Beziehung sehr zentral. Es hat sich gezeigt, dass man in unterschiedliche Paartypen unterteilen kann, also z.B. in Paare, die ihre persönlichen Ressourcen (z.B. eigene Stärken) einsetzen und auf diese Weise ein für beide erfüllendes Leben führen, oder aber in Paare, die von einem Beziehungstief zum nächsten segeln. Das Zürcher Forschungsteam möchte sich dieser Frage annehmen und untersuchen, was genau die Paare auszeichnet, die eine positive, gute und glückliche Beziehung haben.
Die Frage, warum sich Menschen zu einem Paar zusammenfinden, kann aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden. Evolutionspsychologisch würde man das so erklären, dass Frauen eine stabile, langfristige Beziehung anstreben, mit einem Partner, der eine Familie versorgen kann, während Männer gerne Frauen für eine Beziehung auswählen, die nach äusserlichen Gesichtspunkten, wie körperliche Attraktivität oder offensichtliche Gesundheit, eine gute Wahl zur Fortpflanzung sind. Neben dieser Sichtweise, die zweifelsohne aus der Urzeit übernommene Überlebensmuster annimmt, ist das Zürcher Forschungsteam vor allem daran interessiert zu erforschen, welche positiven Persönlichkeitseigenschaften (Charakterstärken) von Frau und Mann diese beiden zueinander finden lassen und welche Rolle diese Eigenschaften für eine „erfolgreiche“, zufriedene und glückliche Beziehung spielen. Welche Kombinationen von Stärken sind ggf. konfliktbeladener? Das heißt zum Beispiel: müssen beide wissensdurstig sein, damit sie sich zu einem Paar zusammen finden oder müssen beide ein vergleichbares Gerechtigkeitsempfinden haben? Oder ist es so, dass es gegensätzliche Merkmale sein müssen, damit es zur Partnerschaft kommt? Sind Paare dann besonders glücklich, wenn sie ein ähnliches Gegenüber gefunden haben?

Studien der Zürcher Forschergruppe zeigten bei jugendlichen Paaren bereits, dass bestimmte Charakterstärken die jugendlichen Partnerinnen und Partner zueinander finden ließen, d.h. es scheint das Sprichwort zu gelten, dass sich „gleich und gleich gern gesellt“. So fiel auf, dass beide Partner einer Beziehung eine ähnliche Ausprägung in gewissen Merkmalen aufweisen mussten, damit sie ein Paar wurden und nicht, wie es manchmal heißt, gegensätzliche Ausprägungen in den Merkmalen wichtig waren, damit es zur Beziehung kam („Gegensätze ziehen sich an“).

Die aktuelle Untersuchung der Zürcher Forschergruppe spricht nun alle Erwachsenen an, die aktuell in einer Partnerschaft leben, aber auch die, die gerade eine Partnerschaft hinter sich gebracht haben oder sich aus anderen Gründen nicht mehr in einer Partnerschaft befinden. Es wäre hier wünschenswert, wenn auch beide - Partnerin und Partner oder ggf. Ex-Partnerinnen oder Ex-Partner - an unserer Befragung teilnehmen. Dazu sollten Sie sich dann einzeln auf der Internetseite http://www.charakterstaerken.org registrieren oder - wenn Sie bereits registriert sind - erneut „einloggen“. Dort steht ein „Fragebogen zur Partnerschaft“ für Sie bereit, der unterschiedliche Aspekte einer Partnerschaft erfragt (z.B. wie sehr Sie als Paar in unterschiedlichen Themen übereinstimmen). Weiterhin finden Sie auch Fragebogen, die Ihre Charakterstärken (Values in Action-Fragebogen), Ihre ganz persönlichen Lebensstile (Orientations to Happiness-Fragebogen) und Ihre Lebenszufriedenheit (Satisfaction-With-Life-Fragebogen) erfassen. Unterstützen Sie unsere Forschung zu Bedingungen einer glücklichen Partnerschaft im Alter und Sie erhalten zu jedem ausgefüllten Fragebogen direkt im Anschluss Auskunft, wie Sie im Verhältnis zu anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Befragungen abschneiden. Die Ergebnisse der Studie werden hier vorgestellt werden.

Auch Ihre Nichten, Neffen, Enkelinnen und Enkel können auf http://www.charakterstaerken.org mehr über ihre Charakterstärken erfahren. Im Kinder- und Jugendbereich stehen Personen im Alter von 10 bis 17 Jahren einige Fragebogen (z.B. Values in Action-Fragebogen für junge Menschen [VIA-Youth]) zur Verfügung, die auch sofortige und kostenlose Rückmeldung zu den eigenen Stärken geben.


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