Sie ist wieder da, die alljährliche Erkältungssaison. Viel ist in diesen Wochen von neuen Virusvarianten, hohen Krankenstandszahlen und der Situation im Gesundheitswesen zu lesen. Der Österreichische Kneippbund nimmt dies zum Anlass, um aufzuzeigen, dass wir selbst viel zu unserem Wohlbefinden beitragen können: durch Prävention, Selbstfürsorge und einfache, natürliche Prinzipien.
Seit mittlerweile fünf Jahren steht das Kneippen auch hierzulande im nationalen Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO. Und das kommt nicht von ungefähr:„Das traditionelle Wissen und die Praxis, nach der Lehre Sebastian Kneipps natürlich gesund zu leben, sind heute wertvoller denn je. Auch im Herbst und in der Vorweihnachtszeit können wir aus dem Repertoire der fünf Kneipp-Säulen schöpfen, um den vielen Herausforderungen, die gemeistert werden wollen, gelassen und resilient entgegenzutreten“, erklärt Georg Jillich, Präsident des Österreichischen Kneippbundes.
So können ganzheitliche Ansätze wie die Kneipp-Lehre einen entscheidenden Beitrag zur Erhaltung der eigenen Vitalität leisten. „Besonders in der kalten Jahreszeit ist es wichtig, Routinen zu entwickeln, die das Immunsystem stärken und den Stresspegel senken, denn chronischer Stress gilt als einer der Hauptfaktoren, der die Anfälligkeit für Infekte erhöht. Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, gezielte Kältereize und mentale Ausgeglichenheit wirken dem entgegen“, weiß der Sportwissenschafter.
Regelmäßige Wasseranwendungen wie Wechselduschen, kalte Armgüsse oder temperaturansteigende Fußbäder trainieren die Blutgefäße und regen die Thermoregulation an. Durch den wiederkehrenden Reiz auf das vegetative Nervensystem lernt der Körper, Temperaturschwankungen besser auszugleichen – eine wichtige Voraussetzung für ein starkes Immunsystem.
Kneipp-Tipp:
Ein temperaturansteigendes Fußbad bei ersten Erkältungsbeschwerden Bei Erkältungskrankheiten im Anfangsstadium (Niesen, Halskratzen, Frösteln, Unwohlsein), aber auch bei Harnwegsinfekten und Störungen im Wärmehaushalt (chronischer Kaltfuß) kann ein temperaturansteigendes Fußbad gute Dienste leisten. Dazu eine Fußbadewanne in die Badewanne oder Duschtasse stellen und mit lauwarmem Wasser (ca. 32 °C) füllen. Bequem dazusetzen und beide Beine ins Wasser stellen. Das Wasser soll anfangs bis Handbreit unter das Kniegelenk reichen. Im Laufe einer viertel Stunde langsam heißes Wasser zulaufen lassen (die Fußbadewanne wird überlaufen), bis ca. 40 bis 42 °C erreicht sind. Fünf Minuten im sehr warmen Wasser bleiben, anschließend abtrocknen, warm einpacken und eine halbe Stunde ruhen.
Vorsicht: Bei Krampfadern, Venenentzündungen und durchgemachten Venenthrombosen, schweren arteriellen Durchblutungsstörungen und organischen Herzerkrankungen ist diese Anwendung nicht geeignet!
Kräuter:
Heilpflanzen wie Thymian, Salbei oder Holunder haben seit Jahrhunderten ihren festen Platz in der Naturheilkunde. Ihre ätherischen Öle wirken u.a. antibakteriell und entzündungshemmend. Der Österreichische Kneippbund empfiehlt Kräuterbäder (z.B. Thymianbad) oder Kräutertees zur Unterstützung des Immunsystems.
Kneipp-Tipp:
Kräutertee für die Erkältungszeit
Lindenblüten, Pfefferminzblätter, Holunderblüten und Hagebuttenschalen aus der Apotheke zu gleichen Teilen mischen (ergänzend können auch Thymian oder Kamillenblüten dazugemischt werden), 2 TL der Teemischung mit 250 ml heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und (evtl. mit Honig gesüßt) genießen.
Ernährung:
Eine ausgewogene, vitaminreiche Kost ist die Basis jeder Immunstärkung. Scharfe und würzige Lebensmittel wie Kren oder Zwiebeln fördern die Durchblutung und besitzen natürliche antibakterielle Eigenschaften. Kren zum Beispiel enthält doppelt so viel Vitamin C wie eine Zitrone und stärkt dadurch die Abwehrkräfte auf natürliche Weise.
Kartoffelgulasch mit Maroni (Rezept von Michaela Hauptmann) Zutaten für 2 Portionen: 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, Öl, 2 EL
Tomatenmark, 2 EL Paprikapulver, ½ EL Kümmel, 1 EL Majoran,
1 Lorbeerblatt, 1 Stk. Orangenschale, 1 Gewürznelke, 300 g Erdäpfel
(festkochend), 2 Karotten, 1/16 l Weißwein, 350 g Gemüsesuppe,
100 g gekochte Maroni, 1 TL Stärke, Salz, Pfeffer, Sauerrahm
Zwiebeln und Knoblauch hacken, mit Öl und Tomatenmark anrösten. Gewürze und geschälte und in Stücke geschnittene Erdäpfel und Karotten zugeben. Mit Wein und Suppe aufgießen. Wenn die Erdäpfel weich sind, Maroni und in etwas Wasser verrührte Stärke zugeben.
2 Minuten kochen, abschmecken und mit Rahm servieren.
Bewegung:
Körperliche Aktivität im Freien – auch bei kühlem Wetter – fördert die Durchblutung, steigert die Sauerstoffversorgung und hebt die Stimmung. Studien zeigen, dass moderater Ausdauersport die Zahl der Immunzellen im Blut kurzfristig erhöht und ein Trainingseffekt für das Immunsystem bewirkt wird. Wer Bewegung in den Alltag integriert, schützt sich doppelt: körperlich und psychisch.
Kneipp-Tipp:
Sport im Winter
Suchen Sie sich eine Bewegungsform aus, die Ihnen Freude macht, und gehen Sie es langsam, aber konsequent an. Achten Sie auf die richtige Kleidung, die gut vor Nässe und Kälte schützt. Tragen Sie draußen am besten Funktionskleidung in mehreren dünnen Schichten (Zwiebelprinzip), eine Kopfbedeckung und Handschuhe. Atmen Sie idealerweise durch die Nase ein und vergessen Sie nicht aufs Aufwärmen vor Beginn des Trainings.
Lebensordnung:
In der kühlen, dunklen und oft hektischen Jahreszeit gerät die psychische Gesundheit leicht aus dem Gleichgewicht. Kneipp verstand „Lebensordnung“ als bewusste Strukturierung des Alltags – mit ausreichend Schlaf, Erholungsphasen und positiven sozialen Kontakten. Rituale, Achtsamkeit und das Kultivieren kleiner Glücksmomente helfen, Stress abzubauen und emotionale Stabilität zu bewahren.
Kneipp-Tipp:
Sammeln Sie besondere Momente aus Ihrem Alltag notiert auf kleinen Zetteln in einem liebevoll gestalteten Glücksglas. Schmökern Sie darin, wann immer Sie etwas Aufmunterung brauchen – vielleicht sogar als Ritual an besonderen Tagen gemeinsam mit Ihrer Familie oder mit Freunden.
Detaillierte Informationen, Tipps und Anleitungen finden Interessierte auf der Gesundheitsplattform www.kneippbund.at
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