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Medikamente vor Hitze schützen

Im Sommer sollten Arzneimittel an einem kühlen, aber nicht zu kaltem Ort aufbewahrt werden.
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Medikamente sollten im Sommer vor extremer Hitze geschützt werden. Deshalb gehören sie an einen kühlen Ort – zum Beispiel ins Schlafzimmer. "In der Regel sind Medikamente nach der Hitzeeinwirkung nicht schädlich, aber ihre Wirksamkeit nimmt ab", sagte der Pharmakologe Martin Schulz von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). "Untersuchungen zeigen eigentlich durchgängig, dass die Wirkung nachlässt und nur noch bei 80 bis 90 Prozent liegt."

Ein typischer Fehler ist es, Medikamente auf der Hutablage des Autos liegen zu lassen. Im Sommer könnten wegen der starken Sonneneinstrahlung in einem geparkten Wagen Temperaturen von bis zu 70 Grad Celsius herrschen. Hitzeschäden entstehen bei Arzneien in allen Darreichungsformen. "Salben brechen, Zäpfchen schmelzen, Impfstoffe gehen kaputt", so Schulz. Am empfindlichsten reagieren Insulin und Impfstoffe. Diese Wirkstoffe zersetzen sich bei großer Wärme. Cremes und Salben werden unbrauchbar, weil sich in der Sonne ihre feste und flüssige Phase voneinander trennten.

Auch Säfte und Lösungen sind anfällig für große Wärmeeinwirkung und extreme Sonneneinstrahlung. "Nicht zuletzt deshalb sollte man Medikamente immer in der Verpackung aufbewahren", erklärt Schulz. Am widerstandsfähigsten sind feste Darreichungsformen – also Tabletten oder Dragees. Eine normale Tablette kann auch schon mal 50 Grad für eine halbe Stunde aushalten. Danach wird es allerdings kritisch. "Immer wenn man denkt, es ist komplett überhitzt, sollte man das Medikament gleich wegwerfen", mahnt Schulz.

Auf dem Beipackzettel lassen sich oft Hinweise auf die richtige Aufbewahrung finden. So sollten beispielsweise frisch zubereitete Antibiotika-Säfte für Kinder im Kühlschrank lagern. Auch der Insulin-Vorrat gehört in den Kühlschrank. Allerdings dürfen die Arzneimittel nicht zu kalt gelagert werden. Einfrieren ist fast immer falsch.

Der beste Aufbewahrungsort für Medikamente ist nach Ansicht des Pharmakologen Schulz in Familien-Haushalten das Schlafzimmer der Eltern, "weil es da nicht ganz so warm ist". Weitere Vorteile seien, dass es in dem Raum nicht feucht sei und nur geringe Temperaturschwankungen gebe. Am besten sollten die Medikamente dort in einem verschlossenem Schrank aufbewahrt werden, an den Kinder oder ältere, geistig verwirrte Angehörige nicht so leicht herankämen.

Quelle: dpa / GesundheitPro 2009


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