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Macht Übergewicht uns krank?

Nicht nur seit Corona ist Übergewicht ein Thema.
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Bauch

Macht Übergewicht uns krank?

In den letzten Jahrzehnten hat die Welt ein starkes Wachstum an Wohlstand erlebt. In Europa dauert dieser Boom bereits sehr lange an, doch auch in anderen Teilen der Welt müssen immer weniger Menschen hungern und kann ein immer bequemeres Leben führen. Dieser gewonnene Wohlstand bringt allerdings nicht nur positive Folgen mit sich. Eine negative Folge davon ist beispielsweise der wachsende Anteil an Menschen, die übergewichtig sind. Zwar mag sich so mancher dieses Übergewicht schönreden und ist der Meinung, es handelt sich um einen Wohlstandsbauch oder mitunter um gut angelegte Bierreserven, doch Tatsache ist, Übergewicht kann krank machen und schwere Folgen für die Betroffenen haben.

Übergewicht auch ein deutsches Thema

Wenngleich vielen Deutschen auch Fitness und Gesundheit wichtig sind, sprechen die Statistiken eine klare Sprache. Rund 67 % der deutschen Männer und 53 % der Frauen in Deutschland gelten als übergewichtig. Die Gründe dafür sind nicht nur ungesundes Essen und vor allem ein Zuviel an Ernährung, sondern darüber hinaus auch zu wenig Bewegung. Eine große Anzahl an Menschen arbeitet vor allem sitzend in Bürojobs und bewegt sich dabei die meiste Zeit der Woche kaum. Am Wochenende stehen häufig andere Punkte am Programm als Fitness, sodass auch hier nur selten Ausgleich geschaffen wird. Die langfristigen Folgen zeigen sich allerdings früher oder später bei den Betroffenen.

Krankheiten, die durch Übergewicht entstehen können

Die Erkrankungen und Einschränkungen, unter denen Übergewichtige besonders häufig leiden, finden sich vor allem im Bereich der Stoffwechselerkrankungen sowie im Bereich von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Bluthochdruck ist hier ein klassischer Begleiter vieler übergewichtiger Menschen, der leider viel zu oft unterschätzt und zu lange ignoriert wird. Doch auch Gicht kann eine Folge von jahrelang mit umher getragenem Übergepäck sein. In einigen Fällen fällt die ärztliche Diagnose auch deutlich komplexer aus wie etwa beim Obesitas Hypoventilationssyndrom.

Was ist das Obesitas Hypoventilationssyndrom?

Das Obesitas Hypoventilationssyndrom oder kurz OHS, ist eine ernst zu nehmende Erkrankung. Oft äußert sie sich durch Tagesmüdigkeit, Abgeschlagenheit und sogar depressive Verstimmungen können auftreten. Eines der markantesten Anzeichen dafür ist allerdings die obstruktive Schlafapnoe, die in 90 % aller Fälle auftritt. Dabei handelt es sich um Atemaussetzer, die bis zu einer Minute andauern können und während des Schlafes auftreten. Die Betroffenen selbst bekommen es in der Nacht meist gar nicht mit, jedoch manchmal deren Partner, die mit im Bett liegen. Dies führt wiederum zu einer unzureichenden Sauerstoffzufuhr, was schwerwiegende Folgen nach sich ziehen kann.

Welche Ursachen hat das Obesitas Hypoventilationssyndrom und wie entsteht es?

Die Gründe für die Erkrankung liegen häufig in einer Kompression der Lunge durch intrathorakales und intraabdominelles Fettgewebe. Die Lunge wird dadurch in ihrer normalen Tätigkeit eingeschränkt und es kann zu einer Hyperventilation mit all ihren Folgen kommen. Liegt der Verdacht auf diese Erkrankung vor, wird häufig eine Anamnese und Blutgasanalyse vorgenommen. Auch ein Sichtbefund und ein Blutbild können Aufschluss über die tatsächliche Erkrankung geben.

Obesitas Hypoventilationssyndrom therapieren

Wie bei allen Erkrankungen ist es auch bei diesem Befund wesentlich, die Ursache zu eliminieren, die zu dem Krankheitsbild geführt hat. Betroffene sollten daher unbedingt ihr Gewicht reduzieren, um damit die Belastung für ihre Lunge und ihren Körper zu reduzieren. Mitunter können die Einschränkungen und Symptome damit nicht nur gelindert, sondern auch zum Verschwinden gebracht werden. Darüber hinaus wird eine Gewichtsreduktion oft mit einer nicht invasiven Beatmungstherapie unterstützt, sofern dies aus ärztlicher Sicht sinnvoll erscheint. Dadurch wird nicht nur die Atemmuskulatur deutlich entlastet, sondern darüber hinaus auch die Belüftung der Lunge gefördert, womit sich der Gasaustausch wieder verbessern kann. Betroffene spüren oft schon nach kurzer Therapiezeit eine spürbare Erleichterung und können wieder konstant durchschlafen, was dazu führt, dass auch die Tagesmüdigkeit verschwindet, womit in vielen Fällen auch das Abnehmen leichter fällt.

Ein 55PLUS-Gesundheitsbeitrag.
 
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