Limerick, IRL - Blick auf St. Mary‘s Cathedral - © Edith Spitzer, Wien
Limerick - Empire am Fluss Shannon
Die einstige Wikinger-Siedlung am Shannon, dem größten Fluß Irlands, spiegelt wie kaum eine andere irische Stadt den jahrhundertelangen Konflikt zwischen Iren und Engländern wider. Heute bestimmen Tourismus, Wirtschaft und Bildung die Region.
Limerick, IRL - King John‘s Castle - © Edith Spitzer, Wien
King John's Castle
Wer die Stadt und vor allem die mächtige Burg King John's Castle verstehen will, der muss zurückblicken. Die Geschichte Irlands ist mitunter turbulent und nicht so einfach. Grob gesprochen waren da zuerst die gälischen/irischen Kelten, die sich früh christianisierten und dann von den derben Wikingern lange tyrannisiert wurden ehe sich das Blatt wieder zugunsten der Iren wendete. Mit dem Einfall der englischen Normannen schwand zwar die Macht der Iren wieder, doch wuchsen die unterschiedlichen Volksgruppen sukzessive zusammen und wurden insgesamt „irischer“, genauer gesagt, „gälischer“. Mit der Machtübernahme der Tudors in England und ihrer Politik der faktischen Kolonisierung Irlands, war es dann aber mit der Harmonie schnell wieder vorbei. Von wenigen Zeitepisoden abgesehen, war Irland dann bis zu seiner späten Selbständigkeit Mitte des 20. Jahrhunderts britisch.
Limerick, IRL - King John‘s Castle_Ausstellung - © Edith Spitzer, Wien
Und in Limerick manifestierte sich diese Geschichte, insbesondere die englische Version dieser. Denn die normannische Festung, die im Auftrag von König John, dem Bruder des davor verstorbenen König Richard Löwenherz, um 1200 auf der sogenannten „Königsinsel“ errichtet wurde, sollte die englisch-normannischen Invasoren vor den Iren schützen. Noch heute ist King John’s Castle ein geschichtsträchtiges Symbol der einstigen Macht der Engländer über die Iren.
Limerick, IRL - King John‘s Castle_Harfenspieler - © Edith Spitzer, Wien
Die Besucher des Schlosses können innerhalb der mächtigen Steinmauern nicht nur die Geschichte dieser Festung, sondern auch die der Stadt und des Landes interaktiv erkunden. Großartig und aufwendig aufbereitete, multimediale Schaukästen geben umfassende Einblicke in das mittelalterliche Leben sowie in die zahlreichen Belagerungen und Kämpfe, die Limericks bewegte Vergangenheit prägten.
Limerick, IRL - The Hunt Museum - © Edith Spitzer, Wien
The Hunt Museum
Ein weiterer kultureller Schatz von internationalem Rang ist das Hunt Museum. Das ehemalige Zollhaus beherbergt eine der bedeutendsten privaten Kunstsammlungen Irlands, die von John und Gertrude Hunt. Das Museum umfasst tausende Exponate, darunter Werke von Picasso, Renoir, Yeats und Gaugin, sowie bedeutende archäologische Fundstücke aus Irland und Europa. Besonders bemerkenswert sind Artefakte aus der Bronzezeit, mittelalterliche Kunstobjekte und insbesondere religiöse Ikonen, die ein Steckenpferd von John Hunt waren. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, wenn Sie das Hunt Museum besuchen und planen Sie Pausen ein. Am besten im museumseigenen Café.
Limerick, IRL - The Hunt Museum_Vase - © Edith Spitzer, Wien
Anreise und Hotel
Die Bahnfahrt von Waterford nach Limerick ist ein bisschen knifflig. Denn man muss quasi mitten im Nirgendwo (Limerick Junction) den Zug wechseln. Nicht ganz verständlich, doch Faktum. Letztlich aber kein Problem, nur eben umständlich.
Limerick, IRL - Bahnhof - © Edith Spitzer, Wien
Vom Bahnhof in Limerick ging’s dann zu Fuß rund 20 Gehminuten zum Limerick Strand Hotel, einem internationalen 4-Sterne-Haus neuerer Bauart, direkt am Shannon gelegen. Anders als in den vorigen Unterkünften sind im Strand Hotel sehr viele Business Kunden, von Piloten über Flugbegleiter bis zu Managern zu sehen. Die Zimmer sind top, ebenso die Atmosphäre. Beim Frühstück ist es ein wenig voll und laut, was der Qualität aber keinen nennenswerten Abbruch tut. Für die Touristen, die hier natürlich auch in großen Zahlen absteigen ist die Lage des Hotels bestens. In nur wenigen Gehminuten ist man bei den Attraktionen der Stadt und bei den vielen Restaurants. Ebenso wie beim Arthur’s Quay, von wo weg der Linienbus (City Link Bus 712) zum Dublin Airport abfährt.
Irland - grüne Landschaft - © Edith Spitzer, Wien
Resümee
Wenngleich die Touristen wohl in erster Linie wegen der besonderen Geschichte und historischen Bedeutung der Stadt kommen, ist Limerick im modernen Irland eines der wichtigsten Wirtschafts- und Bildungszentren. Die Universität genießt Weltruf und sticht mit ihrer innovativen Forschung hervor. Ebenso haben hier viele Weltkonzerne, insbesondere aus der IT-Branche, ihre Europa-Niederlassungen.
Beliebt ist Limerick auch als Ausgangspunkt für die Erkundung des Wild Atlantic Way, der spektakulären irischen Westküste. Auf jeden Fall einen Besuch wert.
JV
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