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Kloster Muri - Stammabtei der Habsburger

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Muri, ein Millennium in Verbundenheit mit den Habsburgern.
Kanton Aargau, CH - Kloster Muri - © Edith Spitzer, Wien

Kloster Muri, die Stammabtei der Habsburger

Weltliche Macht und christliche Religion waren im Mittelalter aufs aller Engste miteinander verknüpft und der Glaube elementarer Bestandteil des Lebens. Durchaus auch im Sinne einer „moralischen Kraft“, der das Kloster Muri seine Gründung verdankt. Denn um begangenes Unrecht zu sühnen, gründeten Radbot, der habsburgische Stammvater, und dessen Frau, Ita von Lothringen, 1027 die Benediktiner Abtei Muri, deren Verbundenheit mit dem Hause Habsburg bis heute währt. Im Jahr 2027 feiert das Kloster Muri sein tausendjähriges Bestehen. Ein vorläufiger Höhepunkt einer einzigartigen Kulturgeschichte!

IMG 7260Kanton Aargau, CH - Klosteranlage Muri - © Edith Spitzer, Wien

Zur Einstimmung ein Rückblick. Wir befinden uns unmittelbar nach der ersten Jahrtausendwende, als die Zeit einer kleinen Adelsfamilie gekommen scheint. Noch ahnt niemand, dass dies der Beginn ihres Aufstiegs zu einer der mächtigsten Herrscherdynastien der Welt ist. Radbot erbt von seinem Vater Lanzelin das Eigenamt und das Freiamt, Teile des heutigen Schweizer Kantons Aargau, und baut um 1020/1030 die später namensgebende Habsburg. Doch es liegt ein Schatten über dem jungen Grafen, der dubiose Erwerb des Freiamts in der Region Muri durch seinen Vater und die blutige Niederschlagung der freien Bauern, die ihren geraubten Besitz zurückhaben wollten. Radbots Frau, Ita von Lothringen, drängt darauf, Unheil von der Familie durch die Stiftung einer eigenen Abtei abzuwehren. Die Geburt des Benediktiner Klosters Muri.

Kanton Aargau, CH - Kloster Muri_Klosterkirche St. Martin - © Edith Spitzer, Wien

Das Kloster stand im Eigentum der Familie und die wichtigste Aufgabe der Mönche war, kontinuierlich für das Seelenheil der Grafen zu beten. Zu Lebzeiten und nach ihrem Tod. Denn Muri wurde auch zur Grablege des Geschlechts, beginnend mit Radbot und Ita, deren Ruhestätten sich noch heute in der Kirche befinden. Leicht sind diese aber nicht zu finden, man muss genau wissen, wo. Am besten, man nimmt an einer geführten Klostertour teil und lässt sich die Stellen zeigen.

Kanton Aargau, CH - Kloster Muri_Klosterkirche St. Martin: Wappen - © Edith Spitzer, Wien

Wer heute nach Muri reist, spürt förmlich die Kraft dieses Ortes. Gleichwohl es anders aussieht, als vor tausend Jahren. Denn seit der Gründung hat sich sehr viel getan. Zuerst wendeten sich die mittlerweile mit Rudolf I. (1273) zu Königsehren gekommenen Habsburger 1282 Wien als neue Residenz zu. Und nach dem Königsmord an Albrecht I. 1308, stiftete dessen Witwe 1309 das Kloster Königsfelden bei Brugg, dem die Habsburger fortan das ausschließliche Augenmerk im Aargau widmeten. Davor schon gab es immer wieder Zwist zwischen den Habsburgern und den Äbten des Klosters Muri über die Eigentums- und Besitzverhältnisse, auf die die Habsburger schließlich zugunsten der Abtei verzichteten. Letztlich ging die Ära Habsburg in ihrem eigenen Stammland durch die Eroberung der Eidgenossen 1415 zu Ende. Während das Kloster Muri in den folgenden Jahrhunderten zu einem wahren Höhenflug ansetzte. Die Abtei wurde großzügig ausgebaut, etablierte sich als bedeutender Wallfahrtsort und stieg zur reichsten kirchlichen Institution der Schweiz auf.

Kanton Aargau, CH - Kloster Muri_Klosterkirche St. Martin: Deckengemälde - © Edith Spitzer, Wien

Mit dem Franzoseneinfall unter Napoleon 1798 endete die Blüte und mit der gänzlichen Aufhebung des Klosters durch den ultraliberalen Kanton Aargau 1841 kam das vorerst endgültige Aus für Muri. Die Mönche zogen ab und gründeten in Gries bei Bozen (Südtirol) 1845 die neue Benediktinerabtei Muri-Gries, die es bis heute gibt. Nach schier endlos langem Hin und Her kam es, mit einem 1939 geschlossenen Vertrag, 1941 zu einer Teilrestitution und zur Rückübertragung der Klosterkirche an die römisch-katholische Kirchengemeinde Muri. Heute ist Muri eine kulturelle Perle von Weltformat, glänzt mit großartigen, künstlerischen Darbietungen und einzigartigen kunsthistorischen Schätzen, die von der Stiftung Murikultur verwaltet und betreut werden.

Kanton Aargau, CH - Kloster Muri_Fenster im Kreuzgang - © Edith Spitzer, Wien

Und da sind auch wieder die Habsburger im Spiel, die in ihre einstige Stammabtei zurückgekehrt sind. Ja, Sie haben richtig gelesen, die Habsburger gibt es noch immer und sie sind, ohne irgendwo Regenten zu sein, ein essentieller Teil der europäischen Hocharistokratie. Mit einem „wiederbelebten“ Ahnen- und Totenkult in Muri von heute. Die ganze Story dazu gibt es in unserem Artikel: Kloster Muri und die Rückkehr der Habsburger

Kanton Aargau, CH - Kloster Muri_Klosterkirche St. Martin: Kanzel - © Edith Spitzer, Wien

Heutiges Kernstück des Kulturgutes Muri ist die Klosterkirche St. Martin, mit ihren 3 Türmen, ihren 5 Orgeln und dem Oktogon, dem größten Kuppelbau der Schweiz. Ein weiteres Kunsthistorisches Highlight ist der Glasgemäldezyklus im Kreuzgang der Anlage, der - jetzt bitte nicht lachen - einst von den Bernern geraubt, heute deren Leihgabe ist. 

Die weitläufige Klosteranlage dient mittlerweile anderen Zwecken, insbesondere der öffentlichen Verwaltung und als Schuleinrichtung. Besonders erwähnenswert sind natürlich das Klostermuseum und die neue Habsburger Familiengruft. Muri ist heute eines der bedeutendsten Kulturzentren des Kantons, vielleicht sogar der ganzen Schweiz.

Kanton Aargau, CH - Kloster Muri_Klosterkirche St. Martin: Orgel - © Edith Spitzer, Wien

Vom Pilgerquartier zum modernen Designhotel

Mit der Überführung des Katakomben-Heiligen Leontius von Rom nach Muri im Jahre 1647 wurde das Kloster zu einem wichtigen Wallfahrtsort mit bis zu Hunderttausend Pilgern pro Jahr, quer durch die sozialen Standes-Schichten. Für das gehobenere Wallfahrtspublikum wurden Gasthöfe (u.a. Adler, Ochsen, Roter Löwen) für Kost und Quartier errichtet, die sehr eng mit dem Kloster verbunden waren. Mit der Auflösung der Abtei ging auch deren Stern jäh unter und der Zahn der Zeit tat bis heute das Übrige. 

Dieses Gasthaus-Sterben war nicht nur ein Problem der Murianer, wie sich die Einwohner Muris im Aargau nennen, sondern beschäftigte vor allem zwei etablierte murianer Familien, die Familien Gut und Christen. Gemeinsam mit der Stararchitektin Tilla Theus verwirklichten sie im Vorfeld der 1.000 Jahr Feier des Stiftes ein gastronomisches Traumprojekt. Die uralten Gasthöfe Adler und Ochsen wurden vollkommen revitalisiert und gemeinsam mit dem Neubau des Hauses Wolf wurde ein modernes, Wohlfühl-Hotel-Konzept entwickelt, das CASPAR Drei-Häuser-Hotel.

Kanton Aargau, CH - Caspar: Drei-Häuser-Hotel - © Edith Spitzer, Wien

Namensgebend für das Projekt war und ist der bekannte Murianer Landschaftsmaler Caspar Wolf, der im 18. Jahrhundert lebte und wirkte und als gefeierter Pionier der Alpenmalerei galt. Die Hotels und ihre Restaurants knüpfen an die große Tradition der einstigen Pilgerhäuser und sorgen, gemeinsam mit den Angeboten der Stiftung Murikultur für eine nachhaltige, touristische Wiederbelebung des historischen Freiamtes.

Kanton Aargau, CH - Caspar, Drei-Häuser-Hotel: Rezeption und Bar - © Edith Spitzer, Wien

Im Drei-Häuser-Hotel gibt es Zimmer für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel. Vom edlen, hochpreisigen Haus Wolf bis zum flotten Adler mit seinem coolen Ambiente reicht die Vorliebenpalette. Das setzt sich auch in den Gastrokonzepten fort. Während die „Gaststube Adler“ mit einem leichten, modernen Küchenstil punktet, setzt der „Ochsen 1596“ nunmehr bei einer zeitgenössischen, französischen Küche an. Eine vinophile Freude bereitet auch der Weinkeller im Ochsen, der mit zur Zeit 140 ausgewählten nationalen und internationalen Etiketten die Herzen von Weinliebhabern höher schlagen lässt.

Kanton Aargau, CH - Caspar, Drei-Häuser-Hotel: Vinothek - © Edith Spitzer, Wien

Parkplätze gibt es ausreichend, entweder außen oder in der Tiefgarage, sie sind nur ein bisschen eng. Zusätzlich gibt es zwei Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Das CASPAR Drei-Häuser-Hotel ist nicht nur eine erste Wahl bei Besuchen des Klosters Muri, sondern überhaupt bei einer Reise in den Aargau, auf den Spuren der Habsburger. Wir jedenfalls können das Haus nur wärmstens empfehlen. Wohlfühlen mit Genuss ist garantiert.

JV

Kanton Aargau, CH - Drei-Häuser-Hotel Caspar - © Edith Spitzer, Wien

Lesen Sie unsere Aargau-Habsburger-Serie:

Unser besonderer Dank gilt Herrn Prof. Dr. Josef Kunz, der mit seinem unglaublichen Fachwissen und seiner begeisternden Erzählweise unseren Besuch des Klosters Muri zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht hat.

Dank sagen wir auch Dir. Beat Gerber für seine interessanten Einblicke in das wegweisende Konzept des CASPAR Das Drei-Häuser-Hotel, das gehobene, zeitgemäße Hotellerie und Gastwirtschaft mit dem besonderen kulturgeschichtlichen Anspruch des Freiamtes verbindet.

Unsere redaktionelle Recherchereise im Mai 2026 wurde unterstützt von:
Schweiz Tourismus, Aargau Tourismus, Caspar Drei-Häuser-Hotel, Museum Aargau, Kloster Muri, Tourismus Rheinfelden sowie TourismusRegion Baden.

Spezielle Reiseinformationen zum Thema Habsburger im Aargau finden Sie bei Aargau Tourismus:
aargautourismus.ch/de/erleben/kultur/stammlande-der-habsburger.html

Unser Buchtipp für alle, die mehr über die Anfänge der Habsburger in der heutigen Schweiz erfahren wollen:
Ein Königshaus aus der Schweiz. Die Habsburger, der Aargau und die Eidgenossenschaft im Mittelalter.
Dr. Bruno Meier - Verlag Hier und Jetzt - ISBN 978-3-03919-643-2

 

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