Kilkenny – im Regen durch die Geschichte
Kilkenny, diese geschichtsträchtige Stadt im Südosten Irlands. Dazu Regen, Wind und dunkle Wolken. Was für eine mittelalterliche Kulisse. Ein Halt auf unserer Reise mit Öffis durch die Grüne Insel.
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Kilkenny, diese geschichtsträchtige Stadt im Südosten Irlands. Dazu Regen, Wind und dunkle Wolken. Was für eine mittelalterliche Kulisse. Ein Halt auf unserer Reise mit Öffis durch die Grüne Insel.
Egal ob Kirchen, Burgen oder Bürgerhäuser, Kilkenny lässt seine Besucher den steinernen Hauch seiner Geschichte hautnah erleben. Beim Durchstreifen der engen Gassen der Altstadt mit ihren historischen Gebäuden bekommt man einen authentischen Einblick in das entbehrungsreiche Leben von anno dazumal. Vor allem wenn das Wetter so unwirtlich ist, wie bei unserem Besuch.
Egal ob auf eigene Faust oder im Rahmen einer geführten Tour, zum Beispiel mit Shenanigans, taucht man hier tief in das alte Irland ein. Und erfreut sich dann umso mehr, des moderneren Irlands. Denn trotz aller Faszination haben diese kalten, nassen Steinmauern auch etwas Beklemmendes an sich, das nur in den heimeligen Stuben der Pubs bei Bier, Whiskey und irischer Musik gelockert werden kann.
Das Kilkenny Castle zählt zweifellos zu den bedeutendsten Bauwerken der Region. Errichtet als anglo-normannische Steinburg Anfang des 13. Jahrhunderts, war das Schloss seit ungefähr 1360 jahrhundertelang der irische Sitz der mächtigen Familie Butler. Die Anlage wurde während dieser Zeit mehrfach umgebaut und baulich deutlich erweitert, bis sie das heutige Erscheinungsbild erhielt. Im Jahre 1967 übereignete das damalige Oberhaupt, Arthur, 6. Marquess of Ormonde, das Anwesen an die Einwohner von Kilkenny. So weit die Geschichte. Heute erfreut das Schloss die Besucher an seiner Architektur, der umfangreichen Gemäldegalerie und seinen schönen Gärten. Ein unbedingtes Muss in Kilkenny.
Ob dort die harte Realität vergangener Tage abgefedert worden ist oder die Menschen schlichtweg nichts anderes hatten, einander zu begegnen, die Pubs sind noch heute so populär und beliebt wie jeher. Man trinkt, isst, singt, tanzt, lacht, oder vergisst ganz einfach für einen Moment die Alltagssorgen.
In Kilkenny gibt es unüberschaubar viele Pubs. Wir jedenfalls kehrten im Kyteler's Inn ein, einem der ältesten Gasthäuser Irlands, mit einer schaurig-schrägen Geschichte. Die Namensgeberin, Alice Kyteler, war eine reiche, bei den Mächtigen ihrer Zeit gut vernetzte Frau, die das Pub im 13. Jahrhundert eröffnete und mit guter Qualität in kurzer Zeit zu einer Institution machte. Ihre offensichtlich ausschweifende Heiratspolitik und ihr beruflicher Erfolg riefen schnell Neider auf den Plan und ebenso schnell wurde sie der Hexerei bezichtigt und zum Tod am Scheiterhaufen verurteilt. Ihre rechtzeitige Flucht nach England gelang aber der Mythos des Hauses blieb und wird von den heutigen Eigentümern, der Familie Flynn, hochgehalten.
Eine großartige Atmosphäre, exzellent gutes Essen, viele regionale Biersorten (neben Guiness) und eine beachtliche Auswahl an heimischen Whiskeys machen diese Pub zu einem der beliebtesten. Wenn dann auch noch die irische Live-Musik aufspielt, geht´s fürwahr rund im Kyteler’s Inn. Wir waren beeindruckt. Ein toller Ausklang eines langen Tages.
Direkt vom Flughafen Dublin nahmen wir den JJ Kavanagh Bus nach Kilkenny. Die Fahrt dauerte ein wenig mehr als zwei kurzweilige Stunden. Aussteigen sollten wir in Kilkenny bei der MacDonagh Junction (dem Bahnhof der Stadt), sagte man uns. Und dann rund 15 bis 20 Minuten Fußweg zum Pembroke Hotel, in dem wir einquartiert waren.
Was wir noch nicht wussten war, dass wir den Marsch mit Gepäck zum Hotel auf rund bloße 3 Minuten verkürzen hätten können, wenn wir den Autobus erst bei der Haltestelle Ormond Road verlassen hätten. So haben wir eben schon viele Kilkenny Eindrücke auf dem längeren Fußweg gewinnen können, darunter auch die schier endlos langen Stahlfass-Schlangen entleerter Biergebinde (Erklärung siehe Artikel: Irland mit Öffis und Fahrrad).
Das Pembroke Hotel ist ein 4-Sterne Boutique-Hotel in Sichtweite des Schlosses, wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt. Das von außen unauffällige Haus entfaltet seinen Charme innen. Das überaus freundliche, sehr bemühte Personal trägt ebenso zur entspannten Wohlfühl-Atmosphäre bei, wie die erstklassigen Zimmer und das Hotel-eigene (Frühstücks)Restaurant. Auskosten konnten wir die Annehmlichkeiten des Hauses nicht so recht, denn nach einer relativ kurzen Nacht ging´s am nächsten Tag schon wieder per Bahn nach Waterford weiter.
Kilkenny ist eine typisch irische Stadt mit einem ausgeprägten, mittelalterlichen Stadtkern und vielen historischen Sehenswürdigkeiten, die sich lohnen, besucht zu werden. Planen Sie daher etwas mehr Zeit für Ihren Besuch ein, als wir zur Verfügung hatten, und buchen Sie eine geführte Tour. Stöbern Sie auch ein wenig in den interessanten, kleinen Shops und Buchläden und lassen Sie sich von der beeindruckenden Gastronomie verwöhnen. Mit zusätzlich etwas Wetterglück wird Sie dann Kilkenny echt begeistern.
JV
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