Kathreinkogel - die Kelten und Römer von Schiefling
Bereits die Kelten und Römer siedelten am Kathreinkogel.
Kathreinkogel - die Kelten und Römer von Schiefling
Der Kathreinkogel ist der Hausberg von Schiefling und blickt auf eine 9-Tausend Jahre alte Geschichte zurück. Der steile Anstieg entlohnt mit beeindruckenden Ausgrabungen und einem fantastischen Blick auf den Wörthersee.
Wanderschuhe, Stöcke und ein wenig Kondition sind nötig, um diesen markanten Berg in Form eines Kegels zu besteigen. Also besser gesagt: zu erwandern. Denn lange ist der Anstieg nicht, aber an einigen Stellen doch sehr steil.
Zwischendurch findet man immer wieder Zeit zum Verschnaufen, denn am Weg rauf sind insgesamt 8 Info-Tafeln aufgestellt, die einem in die Geschichte dieses Ortes einweihen. Und diese ist fürwahr spannend.
Natürlich, Schiefling war damals noch nicht Schiefling, aber diesen Kogel gab es und aufgrund seiner einzigartigen Form und Topografie war der Berg perfekt für eine Siedlung geeignet. Vor Feinden sicher und unliebsame Gäste schon von weitem im Blick, führten hier die damaligen Siedler vor rund 3.000 Jahren ein ziemlich gutes Leben. Man webte Kleidung, kochte mit Getreide und Hülsenfrüchten und lebte in relativ komfortablen Holzhütten. Bis alles bei einem fatalen Brand unterging. Warum man das weiß? Dank der modernen Archäologie.
Ab dem Beginn unserer Zeitrechnung erlebte die Region und insbesondere dieser Kogel einen gewaltigen Aufschwung, denn ab dann eroberten die Römer das Gebiet und verleibten es als Noricum ihrem Weltreich ein. Die ehemaligen keltischen Holzbauten wurden nun durch massive Steinbauwerke ersetzt und der Kathreinkogel zu einem riesigen römischen Bollwerk ausgebaut. Mit ebenso beeindruckenden Zisternen, denn das, was der Berg interessanterweise nicht zu bieten hat, ist Quellwasser.
Rund 500 Jahre lebten die Römer hier, in zwei großen Besiedlungsphasen. Gegen Ende der weströmischen Herrschaft drang auch das Christentum vor, was die Relikte einer frühchristlichen Kirche zeigen. Schließlich wurde es für lange Zeit still am Kathreinkogel, ehe um rund 1200 eine romanische Kirche zu Ehren der Heiligen Katharina errichtet, dann in der Gotik ausgebaut wurde, und bis zum heutigen Tag als Filialkirche der Pfarre St. Egyden (Velden am Wörthersee) in Verwendung steht.
Der modernen Archäologie und dem „Historischen Verein Velden/Schiefling/Rosegg“ ist es zu verdanken, dass das einzigartige historische Erbe des Kathreinkogels erhalten und für die Öffentlichkeit aufbereitet wurde. Im sogenannten Haus der Archäologie, wie das Museum offiziell heißt, das übrigens über einer der beiden großen römischen Zisternen errichtet wurde, ist die gesamte Geschichte dieser Stätte wissenschaftlich genau aber leicht verständlich dargestellt. Die Archäologin Dr. Renate Jernej leitet das Museum und führt bei Interesse auch durch das Ausgrabungsgelände.
Der Kathreinkogel hat aber noch mehr zu bieten, als steinerne Geschichte. Zum Beispiel einen Wunschbaum, der auf Initiative von Anrainern ins Leben gerufen wurde, um seine auf Zetteln geschriebenen Herzenswünsche dort in der Hoffnung aufzuhängen, sie mögen sich erfüllen. Ein offensichtlich durchschlagender Erfolg, denn mittlerweile gibt es schon unzählige Wunschbäume am Berg.
Unweit der Wunschbäume gibt es einige Stellen mit einem fürwahr einzigartigen Ausblick auf die gesamte Region Wörthersee und, bei klarem Wetter, weit darüber hinaus. An einem dieser Ausblicke, einige Gehminuten entfernt, steht seit kurzem die neue „Markus-Bank“, die zum kontemplativen Verweilen einlädt.
Verspürt man hier oben ein gewisses menschliches Bedürfnis, gibt es nicht nur Abhilfe, sondern sogar eine neue Attraktion. Eine biologische Kompost-Toilette. Aus Holz, mit großzügigem Raumangebot und Fenster mit Ausblick. So wird das stille Örtchen zum begehrten Kultobjekt.
Den Besuch des Kathreinkogels können wir jedenfalls nur wärmstens empfehlen. In der Früh sind die Temperaturen wahrscheinlich angenehmer, der rund 30 bis 40 minütige Anstieg ist aber auf jeden Fall immer machbar. Langsamer gehen, zwischendurch verschnaufen und genug Wasser mitnehmen. Gleichwohl im Museum und auf der Kompost-Toilette mit Barrierefreiheit geworben wird, wird der Aufstieg mit Rollstuhl wohl eher nicht möglich sein. Während die Ausgrabungen im Freien immer zugänglich sind, sollte man die Öffnungszeiten des Hauses der Archäologie im Auge haben, denn es wäre echt schade, wenn man sich dieses Museum entgehen lassen müsste.