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Kaffee ist heiß, stark und ... gesund

Ohne Kaffee ist der Tag nicht vollständig.
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Das aromatische Getränk ist bei uns beliebter als Bier – und auch deutlich gesünder. Womöglich schützt er sogar vor Typ-2-Diabetes

Kaffee ist Gift. Festen Willens, das zu beweisen, ließ Schwedenkönig Gustaf III. im 18. Jahrhundert zwei verurteilte Mörder begnadigen. Einzige Bedingung: Die beiden mussten an einer Studie teilnehmen. Fortan ließ der König dem einen täglich Kaffee kredenzen, dem anderen Tee. Doch statt wie erwartet elendig dahinzusiechen, überlebte der Kaffeetrinker – und zwar nicht nur den König und die beteiligten Ärzte, sondern auch den Teetrinker. Und der, so verrät die Historie, soll immerhin 83 Jahre alt geworden sein.

An dem Misstrauen, mit dem viele Menschen den braunen Bohnen begegnen, hat dieses Ergebnis freilich wenig geändert. Obgleich schon lange vor dem königlichen Experiment viele Ärzte Kaffee als Heilmittel einsetzten – zum Beispiel „schwarz und ungezuckert“ gegen Asthmaanfälle –, war die Zahl der Kaffeegegner seit jeher groß. Die Nieren lasse er austrocknen, und impotent mache er dazu, verkündete etwa der französische Arzt Colomb im Jahre 1679.

Den Siegeszug des Bohnengetränks konnten die wissenschaftlichen Unkenrufe indes nicht aufhalten. In Deutschland ist Kaffee heute sogar beliebter als Bier: Statistisch gesehen trinkt jeder von uns vier Tassen am Tag, rund 160 Liter im Jahr. Und auch die Forschung beschäftigt sich emsiger denn je mit den gesundheitlichen Pros und Kontras des Heißgetränks. Was regelmäßig für Überraschungen sorgt.

Von wegen Flüssigkeitsräuber


So räumte beispielsweise die Deutsche Gesellschaft für Ernährung erst kürzlich mit dem Gerücht auf, Kaffee sei ein Flüssigkeitsräuber. Nur wenn jemand nicht an Koffein gewöhnt ist, so die Experten, habe Kaffee anfangs einen harntreibenden Effekt. Den Flüssigkeitsverlust gleiche der Körper jedoch binnen kurzer Zeit von alleine wieder aus.

Aufsehenerregendes wurde auch zum Thema Diabetes bekannt. In den letzten Jahren zeigten mehrere Studien, dass Menschen, die regelmäßig Kaffee trinken, seltener an Typ-2-Diabetes erkranken. Eine der möglichen Erklärungen: Inhaltsstoffe des Kaffees machen es dem Insulin leichter, Zucker aus dem Blut in die Muskeln zu schleusen.

Gut gegen Zucker?

Eine finnische Studie ergab außerdem, dass das Sterberisiko von Menschen mit Typ-2-Diabetes abhängig von der Zahl der täglich getrunkenen Tassen Kaffee abzunehmen scheint. „Scheint“ – denn noch steht nicht fest, wie die Beobachtungen zu bewerten sind. Beispielsweise könnte es sein, dass Kaffeetrinker andere gesundheitsfördernde Gewohnheiten haben, die die vorteilhafte Wirkung erklären.

Nur einen vermeintlichen Widerspruch birgt eine Untersuchung aus den USA: Darin wird berichtet, dass 400 Milligramm Koffein (entspricht vier Tassen Kaffee) bei Typ-2-Diabetikern den Blutzuckerspiegel erhöhen. „Eigentlich nichts Neues“, erklärt Ingo Rustenbeck, Professor am Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Braunschweig. „Koffein kann den Blutzucker erhöhen, vor allem wenn man nicht daran gewöhnt ist. Trinkt man regelmäßig Kaffee, passiert eher das Gegenteil, und der Zucker sinkt.“

Gut gegen Krebs?

Doch nicht nur den Blutzucker scheint Kaffee günstig zu beeinflussen. Das können etwa Professor Siegfried Knasmüller und Gernot Faustmann vom Institut für Krebsforschung der Medizinischen Universität Wien bestätigen. „Bis vor einigen Jahrzehnten waren viele Kollegen überzeugt, dass Kaffee krebserregend ist. Heute stellen wir eher das Gegenteil fest“, sagt Knasmüller.

So gibt es Hinweise, dass Kaffee vor Leberkrebs schützt – und das Risiko für Dickdarmkrebs vermindert. Ein möglicher Grund: „Kaffee enthält Antioxidanzien. Das sind Substanzen, die aggressive Stoffwechselprodukte unschädlich machen, welche bei der Entstehung von Tumoren eine Rolle spielen“, sagt Krebsforscher Faustmann.

Vorbeugeelixier? Bleibt abzuwarten

Auf der anderen Seite hat sich gezeigt, dass Kaffeetrinker ein leicht erhöhtes erhöhtes Risiko für Harnblasenkrebs haben. Doch ob der Kaffee wirklich daran schuld ist, wird in Forscherkreisen heftig diskutiert. Denn Menschen, die reichlich Kaffee trinken, sind oft auch Raucher. Und wer raucht, erkrankt häufiger an Blasenkrebs.

So eindeutig viele Studienergebnisse auch scheinen: Kaffeetrinken als Vorbeugung vor Typ-2-Diabetes, Krebs oder anderen Krankheiten zu empfehlen, dafür ist es den meisten Experten zu früh. Es sind weitere Untersuchungen nötig, die zum Beispiel auch andere Lebensgewohnheiten von Kaffeetrinkern berücksichtigen. Doch eines zumindest, so rät der Düsseldorfer Diabetologe Professor Stephan Martin seinen Kollegen im Fachblatt Der Diabetologe, sollte man nicht mehr tun: seinen Patienten vom Kaffeetrinken abraten!

Quelle: GesundheitPro, DE


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