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Jüdisches Museum, Wien: Ausstellung Hedy Lamarr

Eine sehenswerte Ausstellung um die Wienerin Hedwig Kiesler, besser bekannt als Hedy Lamarr.
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© MGM / Foto Laszlo Willinger (Anthony Loder Archive) / Jüdisches Museum, Wien - Hedy_Lamarr / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Jüdisches Museum, Wien:  Ausstellung "Lady Bluetooth. Hedy Lamarr"

Die neue Ausstellung des Jüdischen Museums in Wien "Lady Bluetooth. Hedy Lamarr" ist bis 10. Mai 2020 im Museum Judenplatz zu sehen. Die Schau zeigt die verschiedenen Aspekte der facettenreichen Biografie von Hollywood-Schauspielerin und Erfinderin Hedy Lamarr und setzt einen besonderen Schwerpunkt auf ihre Jahre in ihrer Geburtsstadt Wien.

"Im Jüdischen Museum Wien ist es uns ein Anliegen, jüdische Wiener Persönlichkeiten und Geschichten dem Vergessen zu entziehen. Wir widmen uns besonders auch der weiblichen Perspektive. Nach Ausstellungen zu jüdischen Künstlerinnen, Fotografinnen, oder den Wiener Salonièren, ist Hedy Lamarr für uns eine weitere wichtige Protagonistin. Heute kann sie durchaus in vielerlei Hinsicht als Pionierin für Emanzipation und Selbstbestimmung verstanden werden." erklärt die Direktorin des Jüdischen Museums Danielle Spera.

Ein filmreifes Leben

© wulz.cc / Jüdisches Museum, Wien - Ausstellungsdokumentation Hedy Lamarr / Zum Vergrößern auf das Bild klickenGeboren wurde Hedy Lamarr 1914 in Wien als Hedwig Kiesler, Tochter eines Bankdirektors und einer Konzertpianistin. Sie wurde zur strahlenden Filmgöttin, heiratete einen skandalumwitterten Waffenhändler und flüchtete aus einer Sklaverei-ähnlichen Ehe 1937 nach Hollywood. Aus der „schönsten Frau der Welt“ wurde im Lauf der Jahre eine exzentrische Diva und schließlich eine menschenscheue Einsiedlerin, die kaum noch ihre Wohnung verließ, damit niemand ihren Verfall sehen konnte. Dabei verdankt die Welt Hedy Lamarr eine der weitreichendsten Erfindungen, ohne die heute Mobiltelefonie, WLAN oder Bluetooth undenkbar wären. Das Frequenzsprungverfahren war ihre Idee, mit der sie zum Kriegserfolg der Alliierten gegen Nazi-Deutschland beitragen wollte.

Die wahre Tragik ihres glamourösen Lebens aber war, dass diese brillante, selbstbewusste Frau es nicht für möglich gehalten hatte, abseits der gängigen Geschlechterklischees eine moderne Rolle für sich selbst zu erfinden. Trotz zahlreicher Beteuerungen, dass sie sich als Österreicherin fühlte, kehrte Hedy Lamarr nie mehr zurück. In Wien ist sie allerdings begraben.
 
Die Ausstellung "Lady Bluetooth. Hedy Lamarr" ist bis 10. Mai 2020 im Museum Judenplatz (Jüdisches Museum Wien) zu sehen. Zu der von Andrea Winklbauer kuratierten und von Schubert und Schuberth gestalteten Ausstellung erscheint ein zweisprachiger Katalog zum Preis von € 18,- im Eigenverlag mit zahlreichen Abbildungen.

Eine fulminante Ausstellung, die man nicht versäumen sollte.

Weiter Informationen:
www.jmw.at

Ein Kunst- & Kulturtipp von Edith Köchl.
 
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