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Irland mit Öffis und Rad

Irland mit Öffis und Rad - 2025
Schon lange wollten wir wieder auf die Grüne Insel. Diesmal aber anders. Von Dublin per Bus, Zug und Rad. Verrückt? Nein, interessant!
Unsere Route in Irland
Der Flug von Wien nach Dublin mit Ryan Air war ein ökologischer Fußabdruck, den wir in Kauf nahmen. Und auch sinnvoller Weise empfehlen. Dann aber waren wir nur mehr nachhaltig unterwegs. Von Dublin nach Kilkenny per Bus. Von Kilkenny nach Waterford per Bahn, genauso wie von Waterford nach Limerick. Zurück nach Dublin ging’s dann wieder per Bus.
Irland im Überblick
Die gesamte Insel, also einschließlich des britischen Nordirlands, ist nahezu gleich groß wie Österreich. Die Republik Irland selbst, von der wir hier sprechen, ist ungefähr so groß wie Österreich minus dem Bundesland Tirol. Im deutschen Flächenvergleich wäre IRL mit dem Freistaat Bayern gleichzusetzen. Und die Schweiz würde in Irland rund 1,7 mal hineinpassen. Bewohner hat Irland rund 5 Millionen, ist ein Mitgliedstaat der Europäischen Union, nicht aber des Schengen-Raums (daher Passkontrollen!), und hat als Währung den Euro.
Die Verkehrsinfrastruktur Irlands
Kurz gesagt, es gibt ein sehr gut ausgebautes Straßennetz, und es gibt viele öffentliche Busverbindungen durchs Land. Schienenwege gibt es wohl auch, doch sind diese weniger dicht und nicht elektrifiziert. Was nicht heißt, dass Bahnfahren in Irland reizlos wäre; im Gegenteil. In den letzten Jahren wurde auch viel für’s Fahrradfahren getan. In den größeren Städten gibt es meistens eigene Radstreifen oder gar abgegrenzte Bereiche und für den Radtourismus wurden neue Radwege erschlossen, wie der tolle Greenway von Waterford nach Dungarvan, den wir bis Mount Congreve geradelt sind. Dass in Irland Linksverkehr gilt, sei nur am Rande erwähnt. Man muss eben umdenken. Beim Überqueren von Straßen ebenso wie beim Fahrradfahren.
Das Bahnfahren in Irland
Gleich vorweg, es lohnt sich wirklich, in Irland mit der Bahn zu reisen. Es ist verhältnismäßig günstig, bequem und eigentlich sehr sauber. Man fühlt sich wohl und sicher. Und es gibt in den Waggons genug gekennzeichnete Abstellflächen für die Koffer, ganz im Gegensatz zu heimischen Regionalzügen. Die Iren dürften auch gerne Bahn fahren, denn die Sitzplätze waren immer gut ausgelastet.
Die Streckenführungen selbst sind für Nicht-Bahn-Insider mitunter schwierig zu verstehen, führen aber stets an die Ziele. Wenngleich auch mit notwendigen Umstiegen, wie auf dem Weg von Waterford nach Limerick. Mitten im Nirgendwo gibt es einen aus dem Boden gestampften Bahnhof, Limerick Junction genannt, wo die Haupttrasse Dublin - Cork gekreuzt wird. Der Zug von Waterford endet dort, nachdem er kurz nach der Schienenkreuzung in einer Schleife in den Bahnhof zurückgeführt wird. Vom selben Bahnsteig, aber weiter hinten oder vorne, je nachdem wie man das ganze sieht, fährt dann ein anderer Zug nach Limerick. Nun ja, wird wohl seine Gründe haben.
Die Bahnhöfe, die wir bei dieser Reise ansteuerten, also Kilkenny, Waterford und Limerick, sind allesamt Kopfbahnhöfe, wobei jener in Limerick der größte und auch baulich der offensichtlich eindrucksvollste ist. Überall gibt es Fahrkartenautomaten, auch in deutscher Sprache, sowie Schalter zum Kauf der Tickets. Die Angestellten sind freundlich und auskunftsfreudig und bemühen sich, die Infos in klarer, einfach verständlicher Sprache zu kommunizieren. Auf die Bahnsteige und folglich auch in die Waggons kommt man nur nach einer vorherigen, genauen Ticket-Kontrolle, jedenfalls in den besagten Hauptbahnhöfen.
Die Sprachen in Irland
Jeder spricht Englisch. Und jeder bemüht sich, langsam und verständlich zu sprechen, wenn Touristen gegenüber stehen. Zu vorgerückter Stunde im Pub wird’s anders, dann ist es aber auch meistens egal, vor allem wenn die Irische Musik die Stimmung anheizt. Und das Pint Bier oder den Whiskey zu bestellen, geht immer.
Wenn die Iren aber beginnen Gälisch zu sprechen, ist für uns Touris Feierabend. Im Casino-Jargon würde man sagen, rien ne vas plus. Selbst wenn sie gälische Texte vorlesen und man mit den Augen mitzulesen versucht, steigt man vollkommen aus. Für uns unvorstellbar, diese Sprache auch nur im Ansatz erlernen zu können. Klingen tut das Gälische aber sehr gut!
Essen und Trinken in Irland
Die Iren sind bekannt als Liebhaber guter Biere und Whiskeys. Das was wir bei unserer Ankunft in Kilkenny montags am späteren Vormittag aber sahen, erstaunte uns nicht schlecht. Entlang ganzer Straßenzüge, mitunter übereinander gestapelte Stahlfässer, vor manchen Pubs gar ganze Bierfassberge. Auf unsere dezente Frage, was es denn damit auf sich haben könnte, meinte einer unserer Guides tiefenentspannt, es wäre gerade ein Wochenende mit mehreren Veranstaltungen zu Ende gegangen. Hochachtung.
Bislang assoziierten wir Irland immer mit Schafzucht und Schafherden, doch davon haben wir auf unserer Route nicht sehr viele gesehen. Stattdessen endlos viele Rinder. So wundert es nicht, dass in den meisten Pubs und Restaurants Rindfleisch in allen Varianten und auch Qualitäten angeboten wird. Beim Rind entschieden wir uns diesmal ausschließlich für Burger, die wir in allerbester Qualität im Kytelers in Kilkenny, aber auch in eher bescheidener Version im The Reg in Waterford aßen. Höhepunkte unserer Pub Besuche waren zweifelsohne die Livemusik Vorstellungen, die, auch wenn sie manchmal doch sehr touristisch wirkten, ordentlich Stimmung machten.
Die fischreichen Gewässer um die Insel laden auch zu kulinarischen Genüssen aus dem Meer ein. Beide Restaurants, die wir besuchten, boten erstklassige Qualitäten, jedoch zu stolzen Preisen. Das Everetts in Waterford ist ein noch junges, sehr innovatives Lokal in einem etwas kühlen Kellergewölbe, das durch eine kreative Fisch- und Meeresfrüchte-Küche besticht. Gleichwohl auf Gästewunsch auch Bier serviert wird, liegt der Schwerpunkt der Getränkekarte ganz klar auf Wein.
Von höchster Qualität aber auch ein wenig von Massenbetrieb geprägt ist das The Cornstore in Limerick. Manager in Business-Anzügen, fröhliche Geburtstagsrunden und kulinarisch verwöhnte Touristen in Urlaubslaune geben sich hier ein Stelldichein. Der Lautstärkepegel kann daher empfindlich hoch sein. Die Fisch- und Meeresfrüchte-Karte spricht aber alle Stücke. Wer will, findet natürlich auch Fleischspezialitäten oder Vegetarisches. Bier wird in einem breiten Sortiment standardmäßig serviert, wenngleich die internationale Weinauswahl doch sehr verlockend ist. Während hier der Euro rollt, gibt es ums Eck öffentliche Tafeln für Obdachlose. Auch das sind irische Szenen.
Unsere Tour-Highlights:
- Kilkenny - im Regen durch die Geschichte
- Waterford - Wikinger, Glasschleifer und Mister Congreve
- Limerick - Empire am Shannon
Fazit:
Auch wenn Irland die Europazentralen der milliardenschweren US-Tech-Giganten beherbergt und euphorische Wirtschaftszahlen kommuniziert, schaut es abseits der ausgetretenen Touristenpfade meist weniger rosig aus. So auch in den Städten, die wir besuchten. Irland befand sich Jahrhundertelang unter britischer Herrschaft und unter jener, der allmächtigen Kirche. Die Republik Irland ist gerade einmal hundert Jahre eigenständig, Nordirland noch immer Teil Großbritanniens. Nahezu alle namhaften Güter gehörten (oder gehören teils noch immer) Engländern. Gewaltige Armut und Hungersnöte trieben einen Großteil der Bevölkerung in die Migration nach Amerika. Es wundert nicht, dass sich die heutigen Iren den US Amerikanern näher fühlen als den Briten oder gar den Festlandseuropäern.
Der Beiname die „Grüne Insel“ kommt nicht von ohne. Ausreichende Regenmengen sind die Grundlage der satten Vegetation Irlands. Mit dem einen oder anderen Regentag während eines Irland Aufenthalts muss man daher mit hoher Wahrscheinlichkeit rechnen. Doch das gehört eben dazu.
Nun ja. Irland ist faszinierend und spannend. Ein wenig eigenbrötlerisch aber umso liebenswerter. Die Reise per Bus und Bahn hat uns vollkommen überzeugt. Ein tolles Land, das auch auf diesem Weg entdeckt werden will. Fortsetzung folgt!
JV
Anmerkung:
Die Recherchereise im Mai 2025 fand mit freundlicher Unterstützung von Tourism Ireland und Fáilte Ireland statt.
Lesen Sie auch:
- Kilkenny - im Regen durch die Geschichte
- Waterford - Wickinger, Glasschleifer und Mister Congreve
- Limerick - Empire am Fluss Shannon
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